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Galerie: Grenzbereich BMW 7er Prototyp

Grenzbereich: BMW 7er Prototyp

Kontrollfreak

25.07.2008

BMW bringt im Herbst den neuen 7er. Wie es sich für das Top-Modell der Marke gehört, bietet die Neuauflage wieder viel Luxus, Hightech und Fahrspaß. Noch vor der offiziellen Fahrvorstellung haben uns die Münchener auf ihr Testgelände in Miramas/Frankreich eingeladen, um ein paar aufschlussreiche Proberunden im neuen 750i zu drehen.

Design, Innenraum, Fahrwerk und Antrieb –  in allen Bereichen hat uns BMW sowohl theoretische als auch praktische Eindrücke gewährt. Allerdings fuhren wir Vorserienmodelle im noch dezentem Tarnfummel. Erst im September werden wir auf der offiziellen Fahrpräsentation die nunmehr fünfte 7er-Generation auch ungetarnt im öffentlichen Straßenverkehr bewegen.

Schnell wie ein Sportler

Zum Marktstart im Herbst werden für den 7er drei Motorisierungen angeboten. Neben dem 730d mit 245 PS gibt es noch einen Sechszylinder-Benziner mit 326 PS. Vorläufig stärkstes Aggregat ist ein Fünfliter-V8-Motor mit 407 PS. Damit leistet der Achtzylinder übrigens 38 PS weniger als der bisherige Zwölfzylinder im 760i. Die Fahrleistungen des neuen 750i sind hingegen besser.

Galerie: Grenzbereich BMW 7er PrototypUnter anderem dank der stufenlosen Nockenwellenverstellung Bi-Vanos stellt der Motor zwischen 1.750 und 4.500 Umdrehungen sein imposantes Drehmoment von 600 Newtonmeter bereit. Die Leistungscharakteristik des sehr kultiviert arbeitenden Aggregats wird außerdem von den zwei im V-Raum liegenden Turboladern geprägt. Sie sorgen für phänomenales Ansprechverhalten, der bärige Antrieb reagiert überaus spontan auf Gasbefehle und setzt diese in sehr druckvollen Vortrieb um.

Obwohl der Motor zwei Tonnen wuchten muss, vergehen nur knapp fünf Sekunden bis die Tachonadel die 100er-Marke passiert. Sehr zügig und ebenfalls kaum spürbar wechselt die Sechsgang-Automatik die Gänge. Trotz der enormen Antrittsstärke ist der Antrieb zudem noch ein in seiner Leistungsklasse genügsames Aggregat. Laut BMW liegt der durchschnittliche Spritkonsum des Achtzylinders bei 11,4 Liter. Ähnlich stark motorisierte Modelle der Mitbewerber brauchen mehr Sprit.

Ausgefeiltes Fahrwerk

Galerie: Grenzbereich BMW 7er PrototypDer wohl größte Höhepunkt des 7er ist sein Fahrwerk. Eine Fülle von Innovationen und neuer Systeme sorgen dank einer zudem komplexen Vernetzung für einen außergewöhnlich guten Spagat aus Komfort und Sportlichkeit. Obwohl der Wagen groß und schwer ist, dürfte er in Sachen Agilität die Nase vorne haben. Es sind vor allem drei Bausteine, dank derer sich der 7er in höheren Sphären bewegt: die Dynamische Dämpfer Control, das Integrated Chassis Management (ICM) und die Integral-Aktivlenkung.

Zum Standardfahrwerk des neuen 7er gehören neben superben Bremsen die aus Aluminium gefertigten Achsen ¬– vorne eine Doppelquerlenker-Achse, hinten eine Integral-V-Achse. Beide sind für sich bereits Garanten für ein zugleich agiles, stabiles und komfortables Fahren.

Serienmäßig variabel

Galerie: Grenzbereich BMW 7er PrototypDarüber hinaus sorgt die serienmäßige Dynamische Dämpfer Control für perfekten Federungskomfort. Elektronisch gesteuert, wird die Kennlinie der Stoßdämpfer dem Fahrstil und der Fahrbahnbeschaffenheit automatisch angepasst. Außerdem kann der Fahrer per Knopfdruck zwischen komfortabler, normaler und sportlicher Abstimmungen wählen.

Links vom Gangwahlschalter befinden sich in der Mittelkonsole die Tasten der Fahrdynamik Control. Vier Programme stehen zur Wahl: Comfort, Normal, Sport und Sport+. Zusätzlich zur Abstimmung von Dämpfung und Federung ändern sich mit der Wahl dieser Programme außerdem noch die Schaltdynamik des Automatikgetriebes sowie die Kennlinien von Gaspedal und Lenkunterstützung.

Unterschiede deutlich spürbar

Galerie: Grenzbereich BMW 7er PrototypWir durften die verschiedenen Fahrwerks-Modi auf einen längeren Rundkurs mit normaler Reisegeschwindigkeit aus Fahrer- uns Fondgast-Perspektive testen. Die komfortable Auslegung hat diese Bezeichnung auch eindeutig verdient. Sehr sänftenartig und ohne eine Spur von Schlägen aus Richtung Hinterachse gleitet der 7er über den Asphalt. Bei lang gezogenen Bodenwellen schwingt der große BMW in diesem Modus allerdings länger sanft nach. Zudem wirkt die Lenkung dann indirekt, schaltet die Automatik bereits bei niedrigen Drehzahlen in einen höheren Gang.

Sehr viel verbindlicher gibt sich der 7er im Normal-Modus. Richtig satt und direkt fühlt sich der Wagen jedoch erst in der Einstellung Sport an. Aus Fahrerperspektive ist dieser Modus wohl am attraktivsten. Kurze Wellen bekommen die Insassen jetzt zwar deutlicher zu spüren, dafür schwingt der Luxusliner bei lang gezogenen Bodenwellen nicht mehr nach, sondern vermittelt einen sehr direkten Bodenkontakt. Nebenbei gibt sich der 7er deutlich handlicher und agiler.

Gerne auch im Drift

Galerie: Grenzbereich BMW 7er PrototypWer über die Fahrdynamik Control in das Programm Sport+ wechselt, aktiviert zugleich die Dynamische Traktions Control (DTC). Bei DTC handelt es sich um eine tolerantere Auslegung der Stabilitätskontrolle DSC. Sport+ unterstützt eine sportlich-aktive Fahrweise, indem die Regeleingriffe der Stabilitätskontrolle erst spät erfolgen.

Wer beim Beschleunigen aus engen Kurven etwas kräftiger Gas gibt und die Vorderräder leicht anstellt, kann das riesige Auto problemlos in einen Heckdrift bringen. Doch bleibt die Stabilitätskontrolle dabei immer noch aktiv und wird mit Bremseingriffen einen drohenden Abflug verhindern.

Alternativ kann der Fahrer DSC auch komplett deaktivieren. Wer es drauf anlegt, kann noch viel dramatischer im Drift ums Eck schliddern. Doch fehlt jetzt die Sicherheitsreserve der Stabilitätskontrolle. Auf einem Handlingkurs mit glatter Fahrbahn erfuhren wir, wie einfach und gut kontrollierbar sich der Wagen im Drift komplett ohne DSC manövrieren lässt. Bricht das Heck aus, muss man einfach gezielt gegenlenken und mit kontrolliertem Gasfuß den Wagen leicht quer stehend um die Kurve dirigieren. Eigentlich ist das eine Fahrweise, die so gar nicht zu einer solchen Nobelkarosse passen mag. Ungeheuren Spaß bereitet sie dennoch.

Das Superhirn

Galerie: Grenzbereich BMW 7er PrototypNeben DSC arbeiten noch viele weitere Fahrassistenzsysteme im 7er. Dazu gehören ABS, die Cornering Brake Control CBC oder die Dynamische Bremsen Control DBC. Zusammen mit der Dämpferkontrolle, einer Aktivlenkung und einer Hinterradlenkung sind eine Fülle von Systemen gleichzeitig aktiv. Doch arbeiten diese Helfer nicht allein für sich.

Alle Systeme sind miteinander vernetzt und werden der Fahrsituation entsprechend aufeinander abgestimmt. Kontrolliert werden die ganzen Fahrassistenzen von einem übergeordneten Superhirn namens Integrated Chassis Management (ICM). Dank besonders hoher Rechnerleistung und schnellen Datentransfers übernimmt diese Kontrollinstanz die Oberaufsicht über alle Untersysteme. Der Dirigent leitet sein Orchester mit faszinierender Präzision und Harmonie.

Hinterräder lenken mit

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Wie bereits angedeutet, kann man den 7er außerdem mit einer neuen Integral-Aktivlenkung (1.750 Euro Aufpreis) bestellen. Mit diesem System werden die Lenkkräfte je nach Fahrsituation angepasst – auch die der hinteren Achse. Die beweglichen Hinterräder können bis zu drei Grad nach links oder rechts lenken. Bei niedrigen Geschwindigkeiten werden die Hinterräder entgegen dem Lenkwinkel der Vorderräder eingeschlagen. Dies verringert den Wendekreis um etwa 70 Zentimeter.

Obwohl der Radstand des neuen 7er gegenüber dem Vorgänger um acht Zentimeter wuchs, gibt er sich dank dieser Technik mindestens so handlich wie der Alte. Der Wagen ist somit nicht nur wendiger, sondern bietet dank des reduzierten Lenkaufwands der Aktivlenkung auch mehr Komfort.

Perfektes Zusammenspiel

Galerie: Grenzbereich BMW 7er PrototypEbenfalls spektakulär ist das Zusammenspiel von Aktiv- mit der Hinterachslenkung bei dynamischen Fahrübungen. Bei Spurwechsel, in Kurven und im Slalomtest zeigt sich der Wagen agil, spurstabil und bleibt für die Insassen dabei auch noch relativ komfortabel. Bei höheren Geschwindigkeiten ist der Lenkeinschlag der Hinterräder gleichsinnig zu den Bewegungen der Vorderräder.

Der Fahrer kann mit kleinen Lenkradbewegungen den Wagen präzise und schnell in eine neue Richtung dirigieren. Vor allem Fondpassagiere spüren dabei einen Komfortgewinn. Abrupte Richtungswechsel sorgen für einen Aufbau von Querbeschleunigung, doch die Gierrate nimmt dank der mitlenkenden Hinterräder nicht zu..

Fazit

Der neue 7er wurde in nahezu allen Belangen aufgewertet. Er ist schöner, moderner, effizienter, agiler, komfortabler und mit viel Hightech aufrüstbar. Wohl nie zuvor war Oberklasse-Modell zugleich so luxuriös, so vernünftig und so lustvoll. Eine großartige Mischung, die den BMW-Ingenieuren hier gelungen ist.

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