Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
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Wie nur wenige Autos provoziert der X6 die Sinnfrage und fasziniert doch auf besondere Weise. Sein Allradsystem Dynamic Performance Control macht den mächtigen BMW zum heißen Kurvengott. Doch wie fährt sich das agile Dickschiff mit dem 2010 verfügbaren Active Hybridsystem? Wir haben im Artic Drive Center bei Rovaniemi (Finnland) das Monster-Coupé im rein elektrischen Fahrbetrieb bei Minustemperaturen erlebt.
Bereits seit vielen Monaten sind diverse X6-Prototypen mit dem neuen Hybridantrieb in und um München unterwegs. Erkennungsmerkmal der nur leicht getarnten Versuchsträger ist eine große Auswölbung in der Motorhaube. Ein Buckel, der in einigen Erlkönig-Berichten fälschlicherweise als Powerdome-Auswuchs der sportlichen M-Version gedeutet wurde. Tatsächlich steckt hier das Steuergerät für den Hybridantrieb. Vor der ersten Fahrdemonstration in Rovaniemi wurde uns ein Blick unter die Motorhaube gewährt.
Unter dem silbrig verschalten Steuergerät füllt vor allem der über 400 PS starke V8-Benziner den Motorraum aus. Zwei zusätzliche Elektromotoren sind am Getriebe angeflanscht und bleiben so beim Blick im Motorraum unsichtbar.
Einsparpotenzial
Die elektrischen Zusatzaggregate sollen einen jeweils effizienteren Einsatz für die Start-Stopp- und Generatorfunktion einerseits und den Boost-Modus beim Beschleunigen andererseits sorgen. BMW hat hier die Verbrauchsnachteile von Lexus-Hybriden bei Langstrecken und hohen Geschwindigkeiten im Auge und verspricht mit seinem Active Hybrid auch Spritspareffekte bei flotten Autobahntempo.
So genau festlegen will sich BMW beim Sparpotenzial nicht, doch das ausgeklügelte Zusammenspiel von Verbrennungs- und E-Motoren dürfte den Verbrauch um zehn bis 20 Prozent drücken. Im besten Fall könnte der Spritkonsum des X6 xDrive50i mit Hilfe der Elektroaggregate also von 12,5 auf rund zehn Liter sinken.
Fährt rein elektrisch
Darüber hinaus kann der X6 Hybrid auch rein elektrisch und damit emissionsfrei fahren. Den Elektromodus hat uns BMW auf unserer Schnupperfahrt im Artic Driving Center demonstriert. Wir mussten allerdings auf einem Fondsitz Platz nehmen. Fordert der Fahrer – in diesem Fall ein BMW-Ingenieur - übers Gaspedal nur mäßig Kraft, gleitet der X6 rein elektrisch dahin.
Auf der Rückbank erlebten wir dies recht unspektakulär. Das V8-Brabbeln verstummte und der X6 schlich nahezu geräuschlos dahin. Die genaue Maximalgeschwindigkeit im E-Modus wollte uns BMW nicht verraten, doch gefühlt waren es so um 50 km/h. Ausreichend schnell, um im Stadtverkehr emissionsfrei mitzustromern. Die rein elektrische Reichweite soll mehrere Kilometer betragen. Ist die Batterie leergesaugt oder will der Fahrer schneller fahren, springt bei entsprechendem Gasbefehl augenblicklich der Ottomotor an und liefert die zusätzlich geforderte Kraft. Fährt man wieder langsamer, schaltet sich der Verbrennungsmotor wieder ab.
Mehr Power
Doch nicht nur Spritsparpotenzial und reiner E-Modus machen den Hybridantrieb im X6 zum besonderen Fahrerlebnis. Das System sorgt zusätzlich für ein deutliches Drehmoment-Plus beim Beschleunigen. Die Mehrleistung geht zwar auch mit einem Gewichtszuwachs einher, doch das Zusammenspiel von Verbrennungs- und E-Motor mobilisiert zeitweilig fast 500 PS. Der 100-km/h-Sprint könnte sich also auf knapp fünf Sekunden verkürzen.
Wie gut das Hybridsystem den X6 beschleunigt, wurde uns auf der Schneepiste nicht wirklich demonstriert. Dafür konnten wir aber vom Fond aus miterleben, wie spielerisch sich der Gigant in einen Drift hinein manövrieren lässt und dabei dank genialem Allradantrieb gut beherrschbar bleibt.
Computer als Beifahrer
Der Beifahrersitz unseres Erprobungs-X6 war übrigens von einem großen Computer belegt, der auf einem Monitor systemrelevante Informationen in dröger Diagrammform darstellte. Im kommenden Serienmodell wird der X6-Fahrer mit einer schick animierten Darstellung die Funktionsweise des Antriebssystems am iDrive-Monitor verfolgen können. Hier wird dann gezeigt, ob Strom von der Batterie zum Elektromotor oder in umgekehrte Richtung fließt. Zusätzlich bietet der X6 Hybrid im Armaturenträger noch eine kleine bläulich illuminierte Anzeige, die über den Ladezustand der AV-Batterie informiert.
Apropos Batterie: Hierbei handelt es sich um einen mächtigen Quader, der sich im unteren Teil des Kofferraums platzraubend ausbreitet. Wie so ziemlich alle anderen Details hält auch BMW die genauen Leistungsdaten der Nickel-Hydrid-Batterie geheim.
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