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Galerie: Grenzbereich Ligurische Grenzkammstraße

Grenzbereich: Ligurische Grenzkammstraße

Schöne Fotos, schlimme Tour

20.08.2010

Die Ligurische Grenzkammstraße gehört zu den letzten wahren – zudem offiziell befahrbaren – Natur-Querfeldein-Pisten in Westeuropa. Ein Kinderspiel ist der rund 60 Kilometer lange Höhenzug, der entlang der französisch-italienischen Grenze verläuft nicht. Selbst mit einer BMW F 800 GS, einem Jeep Wrangler und einem Land Rover Defender, Urgesteinen der Offroad-Szene sozusagen, kann bei solch einer Extremtour etwas verdammt schiefgehen. Die AutoScout24-Redaktion musste diese Erfahrung leidvoll erleben.

Es ist Ende Mai. Das ist ein guter Zeitpunkt, um die gut 60 Kilometer (direkte Route) der Ligurische Grenzkammstraße unter die Räder zu nehmen, heißt es – von angeblichen Experten. Gesagt, getan.

BMW F800 GS, Jeep Wrangler und Land Rover Defender

Das Wetter in der Heimat ist am Abreisetag brauchbar. Rund 20 Grad, leicht bewölkt und hin und wieder ein kleiner Schauer. Macht nix. In den Autos ist es trocken, auf dem Mopped auch – vorausgesetzt die Klamotten stimmen. Ich in Gore-Text-Vollmontur, Mario mit „heißer“ Lederhose. Wir zwei wechseln uns auf dem Mopped ab, das sicherheitshalber mit einem Garmin Zumo Navigationsgerät ausgerüstet wurde. Zudem wurde die GS mit grobstolligen Conti TKC 80-Pneus geordert. Eine Schwachsinns-Idee, zumindest für die rund 850 Kilometer lange Anfahrt von München in Richtung Seealpen.

Galerie: Grenzbereich Ligurische GrenzkammstraßeHäuptling Thomas und Fotograf (auch Thomas) nehmen wechselweise den Defender und den Wrangler, beide ebenfalls mit Garmin-Navis gerüstet und freuen sich auf die entspannte Tour mit Klima, Radio und der Möglichkeit, Speisen und Getränke auch während der Fahrt zu sich nehmen zu können.

Von wegen entspannt

Je mehr der Tross gen Südwesten kommt, desto öfter regnet es. In Pigna, am Fuße der Grenzkammstraße, übernachten wir in den ausgelegenen Hotelbetten von Alberto, um am nächsten Morgen in der Früh aufzubrechen. Als Alberto von unserem Vorhaben hört, grinst er und meint: Das wird eine interessante Tour, er sei die Strecke seit Jahrzehnten nicht mehr gefahren. Und: Dieses Jahr hatten wir viiiieeeel Schnee. Kein Grund für uns, beeindruckt oder eingeschüchtert zu sein.

Am nächsten Morgen regnet es noch immer – meistens. Bei schlechter Sicht fahren wir Richtung Colla di Langan, dessen Gipfel sich nach unendlichen Kurven und 14 Kilometern Länge auf 1.127 Meter über Normal Null befindet. Noch werden die Meter im Eiltempo mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von atemberaubenden 13 km/h abgespult. Thomas (Fotograf) mahnt jedoch ständig zur Ruhe, Fotos müssen ja auch produziert werden, um die drei Protagonisten (die Fahrzeuge) richtig in Szene zu setzen.

Galerie: Grenzbereich Ligurische GrenzkammstraßeDie Pausen sind willkommen, ist die Strecke mittlerweile doch nur noch mit viel Konzentration befahrbar. Gepflastert oder geteert ist übrigens kein Teilstück der Ligurischen Grenzkammstraße, die zwischen Ersten und Zweiten Weltkrieg erbaut wurde. Bestenfalls bedeckt Schotter die Piste. Daher sind weder Defender noch Wrangler und GS übertriebene Wegbegleiter, wie wir kurze Zeit später erfahren müssen. Die ersten Schneefelder kündigen sich bei rund 1.400 Meter Höhe an, die Grenzkammstraße geht jedoch rauf bis auf rund 2.200 Meter. Unsere Maschinen wühlen sich durch. Waren die Contis auf der Anreise eher nervig, erweisen sie sich hier als wahre Pracht. Festgefrorene Schneeverwehungen stellen noch keine Probleme dar.

Irgendwann ist immer Schluss

Irgendwann ist jedoch Schluss – bei uns leider viel zu früh. Eine Anhäufung von rund vier Meter Schnee direkt auf dem Weg versperrt uns jegliche Weiterfahrt. Eigentlich ist an dieser Stelle rund um uns herum kaum Schnee vorhanden, nur direkt auf der Strecke sieht es aus, als ob hier jemand ein Iglu für eine Großfamilie anlegen wollte.

Galerie: Grenzbereich Ligurische GrenzkammstraßeNach kurzen Überlegungen, dem Studieren der Karten und Navis sowie dem Umgehen des Schneebergs, entscheiden wir uns fürs Aufgeben. Eine Unart, die in diesem Fall unumgänglich ist. Mit trüben und müden Blick fahren wir in Richtung des morgendlichen Startpunkts zurück, brechen die Tour ab und ärgern uns über die Aussage, dass Ende Mai eine gute Zeit für die Ligurische Grenzkammstraße sei. Das stimmt nicht!

Aber: Wir kommen wieder, irgendwann im August vielleicht, wenn der Sommer besonders heiß war, und wenn es neue Fahrzeuge gibt, die diese Strapazen (für Mensch und Material) eben so locker wegstecken, wie die BMW GS, der Land Rover Defender und der Jeep Wrangler. Versprochen.

 
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