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Galerie: Grenzbereich Mercedes-Benz SLS E-Cell bei der E-Silvretta

Grenzbereich: Mercedes-Benz SLS E-Cell bei der E-Silvretta

Die Zukunft ist gelb

12.07.2012

Vor zwei Jahren stand der Mercedes-Benz SLS AMG E-Cell erstmals zur Ausfahrt bereit, bei der Silvretta E-Auto Rallye im Montafon absolvierte der neongelbe Supersportler nun wohl einen seiner letzten öffentlichen Auftritte als Prototyp. Im Sommer 2013 soll der elektirifizierte Flügeltürer für deutlich über 200.000 Euro in Serie gehen.

Zukunft und Vergangenheit treffen bei der Silvretta E-Auto Rallye aufeinander. 28 Elektroautos starteten im Montafon gemeinsam mit rund 160 Oldtimern zu einer dreitägigen Ausfahrt. Preziosen wie Vorkriegs-Bentleys, zahrleiche 300 SL und Jaguar E-Types mischen sich mit dem bunten Reigen aus E-Smarts, BMW AcitiveEs und natürlich ihm: Dem Mercedes-Benz SLS AMG E-Cell, der schon ob seiner grellgelben Lackierung für Aufsehen in den Alpen sorgte.

Galerie: Grenzbereich Mercedes-Benz SLS E-Cell bei der E-SilvrettaDass der E-Cell in den vergangenen 24 Monaten der Serienreife deutlich näher gerückt ist, zeigt sich im Innenraum. Der große, iPad-ähnliche Touchscreen in der Mittelkonsole der ersten Ausgabe musste dem klassischen Comand-System von Mercedes weichen und auch die futuristischen Rundinstrumente wurden durch konventionelle Anzeigen ersetzt. Geblieben ist die E-Auto-eigene Uhr, die die Leistungsabfrage beziehungsweise Rekuperation darstellt, an eines Drehzahlmessers statt.

Pro Rad ein Motor

Bewaffnet mit vier zusammen über 500 PS starken E-Motoren – je einer pro Rad -, mehr als 800 Newtonmeter Drehmoment und einer vollen Akkuladung muss sich der SLS in den Bergen des Montafons beweisen; allen voran auf der Silvretta Hochalpenstraße, die hinauf zur Bieler Höhe auf knapp über 2.000 Meter führt – ein Härtetest für Elektrofahrzeuge, denn die steilen Steigungen zehren an den Stomreserven.

Galerie: Grenzbereich Mercedes-Benz SLS E-Cell bei der E-SilvrettaSchleicht man mit dem rund zwei Tonnen schweren Flügeltürer nicht gemütlich hinauf, sondern nimmt die Serpentinen mit ihren 32 Kehren nach Sportwagenart – der E-SLS steht seinen konventionellen Brüdern hier in nichts nach –, leert sich der 48-Kilowattstunden-Akku zügig. Dass tut er allerdings auch auf der Autobahn, vor allem jenseits von 130 km/h. Trotzdem wird der SLS erst bei Tempo 250 abgeregelt; von einer Begrenzung auf 200 Sachen, wie sie Audi für den im Herbst 2012 startenden R8 etron vorsieht, will man bei AMG nichts wissen.

Rekuperation nach Wunsch

Wer es dagegen nicht übertreibt und das rechte Pedal nicht immer gänzlich duchtritt, soll mit dem SLS E-Cell rund 200 Kilometer schaffen, ehe der Stromer für ein paar Stunden an die Steckdose muss. Beim Energiesparen helfen soll dem Fahrer der C-Modus – für City oder Comfort –, der per Drehregler eingestellt wird. Dann fährt der SLS gezähmt, mit verringerter Leistung und dementsprechend sparsamer.

Galerie: Grenzbereich Mercedes-Benz SLS E-Cell bei der E-SilvrettaWie alle E-Autos, rekuperiert auch der SLS beim Bremsen Energie und lagert sie in der Batterie ein. Die beiden metallenen Lenkradwippen, die beim Benzin-SLS  zum Gängewechseln dienen, regulieren in der gelben Flunder die Rückgewinnung. In mehreren Stufen kann damit eingestellt werden, wie stark rekuperiert werden soll und damit auch wie heftig dabei verzögert wird. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, diese Pseudo-Motorbremse zu nutzen, braucht die mechanischen Stopper im Grunde nur noch, um den Zweisitzer an der Ampel vorm Wegrollen zu bewahren.

Die Suche nach dem Sound

Galerie: Grenzbereich Mercedes-Benz SLS E-Cell bei der E-SilvrettaBis zum Serienstart im Sommer 2013 haben die AMGler in Affalterbach allerdings noch einiges zu tun. Das Ansprechverhalten des Gaspedals muss zum Beispiel noch optimiert werden. Oder der Klang: Die Frage ist weniger, wie einem E-Motor ein markanter Sound zu entlocken ist – dafür haben die Akustiker eine großes Repertoir an Tricks bereit. Vielmehr muss der perfekte Sound erst gefunden werden; idealerweise einer, der Passanten ohne hinzusehen signalisiert, dass ein SLS E-Cell anrauscht.

Außerdem arbeiten die Ingenieure mit Hochdruck am Torque Vectoring. Das Prinzip, mit dem in letzter Zeit viele Hersteller werben, setzt der SLS erstmals richtig in die Realtität um. Denn während bei anderen Autos lediglich ein Rad abgebremst wird, um so das Antriebsmoment am anderen zu erhöhen, kann der SLS dank seiner vier Motoren gezielt ein einzelnes Rad antreiben. Derzeit laufen dazu die letzten Abstimmungsfahrten auf dem Mercedes-Testgelände in Papenburg – wo der SLS übrigens nach der Rallye sofort wieder hinreiste.

Wohin mit der Plakette

Galerie: Grenzbereich Mercedes-Benz SLS E-Cell bei der E-SilvrettaUnd dann ist da noch die Frage nach der Plakette zu beantworten: Benzinmotoren werden bei AMG nach dem Prinzip „One man, one engine“ gefertigt, also ein Mechaniker baut einen Motor. Auf dem Triebwerk wird schließlich eine Plakette angebracht, auf der sich der Monteur mit seiner Unterschrift verewigt. Beim SLS E-Cell stehen Entwickler und Marketingstrategen derzeit noch vor dem Rätsel, wo das Babberl hin soll...

 
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