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Grenzbereich: Mercedes Future-Talk „going virtual“

Grenzbereich: Mercedes Future-Talk „going virtual“

Fragen aus der Zukunft

01.12.2015

Wie wird das Auto von morgen aussehen? Wie können wir noch komfortabler reisen? Werden wir noch selbst das Steuer in die Hand nehmen oder vertrauen wir unser Leben ausschließlich einer Maschine an? Wie kann die Zeitoptimierung perfekt realisiert werden?  Und was stellen wir mit der gewonnenen Zeit an? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt man sich in Stuttgart bereits heute. Mercedes möchte das Reisen so kommod wie nur möglich zu gestalten und präsentierte - computersimuliert -, wie dies bewerkstelligt werden könnte. Bei einem Workshop zum Thema „going virtual“ konnten wir einen ersten Eindruck erhaschen, wie der Daimler-Konzern sich die Verschmelzung von realer und virtueller Welt vorstellt. Gehen Sie mit auf eine Reise in das Jahr 2045!

Raus aus der Realität – rein in die digitale Illusion: Wir schreiben das Jahr 2045 – wegen der Klimaerwärmung feiern wir Weihnachten in Deutschland bei 35 Grad Celsius unter Palmen. München hat mittlerweile sieben Millionen Einwohner und die Jugend gleitet auf Hoverboards durch die Straßen. Das vollautomatisierte Fahren zwang die Automobilhersteller dazu, sich Neues einfallen zu lassen, da den meisten „Fahrern“ während der Ausfahrt fad wurde. Selber fahren? Nein, das gehört heute der Vergangenheit an. Wer möchte, kann zwar das Steuer noch selbst in die Hand nehmen, aber wozu? Die meisten sind dafür zu bequem geworden oder schlichtweg zu busy und müssen jede freie Minuten anderweitig nutzen. Auch Taxifahrer und Chauffeure sind inzwischen von der Bildfläche verschwunden; zugegeben: wir alle fanden die vom Taxifahrer aufgezwungenen Gespräche nervig.

Grenzbereich Mercedes Future-Talk „going virtual“Unsere Gesellschaft ist noch schnelllebiger als in eurer Zeit geworden. Ihr arbeitet noch im Büro und, wenn es der Beruf hergibt, im günstigsten Fall von zuhause aus. Doch bei uns hat sich längst das „Car-Office“ durchgesetzt. Alle arbeiten bereits auf dem Weg zur Arbeit. Freizeit oder Feierabend sind für die meisten Fremdwörter. Die Entwicklung des stetig Präsentseins, des immer funktionierenden Menschen hat irgendwann keinen Halt mehr gemacht. Jede noch so kostbare freie Minute in unserem Leben wurde uns geraubt. Auch viele Freundschaften sind dabei einfach auf der Strecke geblieben, sie sind zerbrochen an der knallharten Realität; es fehlte schlichtweg die Zeit für menschliche Nähe.

Verwirrung der Sinne

Mein Mercedes - ich nenne ihn Z45 - mag für euch futuristisch wirken und das ist er auch. Von außen einen Blick ins Fahrzeuginnere zu erhaschen, ist dank volldigitalisierter Fenster nicht mehr möglich. Der Fahrzeuginnenraum ist eine Welt für sich: Der einzige Ort am Tag, an dem man noch ungestört sein kann. Mercedes holt selbst an regnerischen Tagen die Sonne ins Auto. Wo einst Fenster waren, prangen jetzt große, bildschirmartige Oberflächen, die man je nach Belieben ändern kann.

Wenn ich gemütlich in einem Wiener Kaffeehaus sitzen möchte, genügt ein Knopfdruck, und um mich herum entsteht Sacher-Ambiente. Aus den Lüftungen strömt der verlockende Duft von frisch gebrühtem Kaffee und aus dem Soundsystem die typisch-urige Schrammelmusik. Ach, wenn ich hier mit meiner Mutter nur ein paar Minuten Zeit verbringen könnte. Auch das ist heute möglich: Mittels Hologrammtechnik hole ich sie mir visuell, quasi per Live-Schaltung, ins Fahrzeug. Sie sitzt daheim auf dem Sofa, ich im Auto. Doch das Wahre ist es nicht, an einen gemütlichen Kaffeeklatsch von Angesicht zu Angesicht kommt das nicht ran.  

Selbst eine Fahrt durch die Londoner Innenstadt kann ich mir vorgaukeln lassen. Und dabei bin ich nur auf dem Weg nach Wanne-Eickel. Sehen, riechen und hören, was nicht da ist. Wer kann da noch zwischen Fiktion und Realität unterscheiden?

Infos über Infos

Grenzbereich Mercedes Future-Talk „going virtual“Packt mich die Lust am Selberfahren, dann werde ich mit Informationen überhäuft. Das Mercedes-System ist ein wahrer Psychologe, der beispielsweise den Fahrstil der Fahrer in meiner Umgebung analysiert und mir sagt, wer müde ist, einen aggressiven Fahrstil an den Tag legt oder es schlichtweg eilig hat. So kann ich umsichtig in das alltägliche Fahrgeschehen positiv einwirken, indem ich dem Drängler einfach den Vortritt gewähre.

Gerate ich trotz aller Echtzeit-Verkehrsdaten und Prognosen in einen Stau, kann ich über das Infotainmentsystem mit dem Fahrzeug am Stauanfang kommunizieren und nachfragen, was vorgefallen ist. Dadurch habe ich die Möglichkeit, abzuwägen, ob ich den Stau umfahren lasse oder ob es nicht doch zeitnah weiter geht. Und natürlich kann ich das Steuer einfach wieder an das System übergeben und mich anderweitig beschäftigen. Zum Beispiel kann ich mir Informationen zu Gebäuden, historischen Geschehnissen oder Restaurantkritiken entlang der Route einblenden lassen. Und wenn die Route nichts hergibt, na dann wage ich einfach einen Blick in das Fahrzeug meines besten Freundes und schau mir den Weg aus seiner Perspektive an. Und packt mich das Fernweh, hole ich mir die Straßen von San Francisco in meinen tristen Auto-Alltag und schwelge in Erinnerungen an die gute alte Zeit, wo wir die Welt noch wirklich erobert und unsere Freunde ganz real getroffen haben.

 
Fazit
Grenzbereich Mercedes Future-Talk „going virtual“

Jan Menno Schmidt

So oder so ähnlich könnte das Automobil von morgen aussehen. Mercedes beschäftigt sich bereits heute mit der Frage, was die Fahrgastzelle der Zukunft alles leisten muss. Was bereits heute mit der Computertechnologie funktioniert, muss nur noch ins Fahrzeug integriert werden. Schon heute spricht Mercedes die Sinne der Fahrzeuginsassen an, zum Beispiel mit Duftspendern - ein erster Schritt in die Zukunft? Für uns klingt das alles noch recht bizarr. Das Thema vollautomatisiertes Fahren ist noch lange nicht Realität, und da sollen wir schon wieder ein, zwei, drei Schritte weiter denken. Es bleibt spannend, was uns in 30 Jahren im Fahrzeuginneren so erwarten wird.
 
 

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