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Galerie: Grenzbereich Mit dem Skoda Yeti durch Namibia

Grenzbereich: Mit dem Skoda Yeti durch Namibia

Beeindruckend

21.11.2012

Wie sich der Skoda Yeti in der Wüste Namibias schlägt, ist eigentlich egal. Die tschechische Volkswagen-Tochter ist in der gesamten südafrikanischen Region gar nicht auf dem Markt vertreten. Ich habe es trotzdem ausprobiert - mit beeindruckendem Ergebnis.

Ein halbes Dutzend Skoda Yetis, alle mit Darmstädter Nummernschild und dem Lenkrad auf der „richtigen“ Seite fallen im Linksverkehr von Namibia auf. Zumindest dann, wenn man auf andere Verkehrsteilnehmer trifft. Auf der doppelt so großen Fläche wie Deutschland tummeln sich in der südafrikanischen Republik gerade einmal 2,1 Millionen Menschen - von denen man oft stunden- und kilometerlang keinen sieht.

Unterfahrschutz und Ersatzrad

Galerie: Grenzbereich Mit dem Skoda Yeti durch NamibiaDazwischen gibt es viel Natur und damit viele unwegsame Passagen auf denen der Skoda Yeti beweisen kann, was er kann. Und zwar keine auf Abenteuer getrimmten Spezialumbauten, sondern Serienfahrzeuge, wie sie im tschechischen Kvasiny vom Band laufen. Einziges Zugeständnis an die schroffe Wildnis: ein spezieller Unterfahrschutz. Sonst würde ein aufgerissener Tank dem Wüstenritt schnell ein jähes Ende bereiten.  

Mit der großen Antenne für den CB-Funk und dem Ersatzrad auf dem Dach verbreiten die Yetis aber doch eine große Portion Daktari-Charme und würde man sich nicht wundern, wenn plötzliche Clarence aus dem Fenster schielen würde. Das Funkgerät ist wichtig, damit die einzelnen Autos im Konvoi - angeführt von Lieutenant Zelda, die in ihrem früheren Leben Pilotin bei der Luftwaffe war - miteinander kommunizieren können. Auf Sicht fahren ist in der Wüste kaum möglich, der aufgewirbelte Staub vom Vordermann macht teilweise Abstände von einem Kilometer oder mehr nötig, will man nicht im Blindflug in die nächste Düne düsen. Und die Reifen - naja, wofür die sind, dürfte klar sein.

Ab in die Wüste

Galerie: Grenzbereich Mit dem Skoda Yeti durch NamibiaDie erste Etappe der fast anderthalbtausend Kilometer langen Tour führte uns vom beschaulichen Flughafen der Hauptstadt Windhoek mitten in die Wüste, an den Rand des Namib-Naukluft-Nationalparks.  Die knapp 350 Kilometer vorbei am Gamsberg über mehr oder weniger grob geschotterte Pisten und Pässe sind für den Yeti kein Problem und mit der Versicherung namens Bodenblech, die vor den abertausenden Steinchen schützt, die von unten unnachlässig gegen den Yeti schlagen, trauen wir uns nach anfänglich bedachter Fahrweise auch mal mehr Gas zu geben.

Und siehe da, der 140-PS-Diesel-Yeti mit Allradantrieb fährt sich auch mit Tempo fast so, wie auf bestem Asphalt. Dass man zum Bremsen auf losem Untergrund mehr Weg einplanen sollte und auch Lenkmanöver dementsprechend nicht ganz so direkt umgesetzt werden können, versteht sich von selbst. In Bezug auf Komfort und Traktion aber lässt sich der Yeti vom Schotter nicht beeindrucken, weder scharrt er vor Schreck mit den Rädern noch werden die Passagiere übertrieben stark durchgerüttelt. Und ein bisschen Geholper gehört zum Abenteuer schließlich dazu.

Tiefer Sand...

Galerie: Grenzbereich Mit dem Skoda Yeti durch NamibiaNach einer sternenklaren Nacht starten wir am nächsten Vormittag in Richtung des Sossusvlei, einer Salz-Ton-Pfanne zwischen hohen Namibsand-Dünen. Dass ich in unserer nur mit Fliegengittern versehenen Lodge nachts ordentlich gefroren habe, ist um die Mittagszeit kaum mehr vorstellbar. Weit über dreißig Grad Außentemperatur zeigte das Thermometer im Yeti an, dem seine erste große Prüfung bevorstand. Denn um zu den hohen Namibdünen zu kommen, die das Sossuvlei umschließen, müssen wir durch feinen, tiefen Wüstensand.

Die Theorie ist einfach: Zweiter Gang, Tempo 30 und auf keinen Fall stehen bleiben. Nirgends sonst hat der Spruch „Wer bremst verliert“ mehr Geltung als in diesem übergroßen Sandkasten. Kommt der Yeti erst einmal zum Stillstand, kann er sich aus eigener Kraft nicht mehr aus den Klauen des Sands befreien. Dieses Schicksal teilt er allerdings mit den meisten Autos und nur besonders geländegängige Offroader meistern auch solch missliche Lagen - und können ihn zur Not rausziehen.   

... hohe Dünen...

Galerie: Grenzbereich Mit dem Skoda Yeti durch NamibiaHält man sich dagegen an die Anweisung und fährt man gleichmäßig durch den Sand, wühlt sich der Yeti problemlos bis ans Ziel und macht beim gelegentlichen Drift um die Kurve besonders viel Spaß - von seiner sonst direkten Lenkung ist in der tiefsten Wüste nicht mehr viel zu spüren. Welche Leistung der Skoda da allerdings vollbracht hat, wird mir erst richtig bewusst, als es zu Fuß weiter geht - auf eine der mit mehr als 300 Metern höchsten Dünen der Welt.

Was auf festem Boden ein Klacks und in der Ebene nicht der Rede wert ist, wird bergauf zur Herausforderung. Mit jedem Schritt nach vorne beziehungsweise nach oben geht es gefühlt einen Dreiviertel Schritt wieder nach unten. Mehr als knöcheltief versinken wir im vom Eisenoxid rot gefärbten heißen Sand, und was dem Yeti der Diesel sind uns unsere Wasservorräte, die sich mit jedem Meter schneller leeren.

... und weiter Blick

Galerie: Grenzbereich Mit dem Skoda Yeti durch NamibiaAls Belohnung lockt vom Gipfel ein Ausblick, der es in sich hat. Auf der einen Seite der Düne wartet das Sossusvlei mit einer Überraschung: Ein kleiner See, der sich nur in besonders guten Jahren bildet, wenn reichlich Regen der Wüste neues Leben einhaucht. In die andere Richtung die scheinbar endlose Weite der Namib. Wer einmal hier oben war, versteht, warum der Name der ältesten Wüste der Welt übersetzt „Ort, wo nichts ist“ bedeutet...

Am dritten Tag steht Stadtverkehr auf dem Programm. Von Sossusvlei geht es in Richtung Swakopmund, allerdings nicht ohne einen Stopp in Solitaire. Die Einfahrt zu dem kleinen Weiler säumen dem Rosttod geopferte Karossen, die dem Yeti vorführen, wie auch er in vielen Jahrzehnten einmal enden könnte; dahinter aber wartet das süße Vergnügen: Moose McGregor bietet in seiner Desert Bakery einen Apfelkuchen feil, der zu Recht als bester in Afrika gilt.

Deutsch-afrikanische Geschichte

Galerie: Grenzbereich Mit dem Skoda Yeti durch NamibiaFrisch gestärkt sind die restlichen 250 Kilometer bis zu Atlantikküste ein Kinderspiel - für den Yeti und für mich. Über staubige Schotterpisten, vorbei an der Blutkuppe, quer durch das Wohnzimmer von Zebras, Springböcken und Warzenschweinen und an deutschen Schützengräbern bei Tinkas vorbei, gelangen wir zu so etwas wie einer Autobahn. Die mehr oder weniger befestigte Straße führt direkt auf die Küstenstadt Swakopmund zu und durchquert kurz vor den Stadttoren noch ein Welwitschien-Feld. Die nur in dieser Ecke der Welt anzutreffende Pflanze, die auch im Wappen Namibias abgebildet ist, wird viele hundert Jahre alt und besitzt doch nur ein einziges Blattpaar.  

Swakopmund kommt mir nach zwei einsamen Tagen in der Wüste vor wie eine Metropole; dabei ist die windige Hafenstadt, wo Ende des 19 Jahrhunderts die deutschen Einwanderer ankamen, mit knapp 45.000 Einwohnern kaum größer als Bitterfeld. Nach Windhoek ist sie dennoch die zweitgrößte Stadt des Landes und die Spuren der deutschen Kolonialzeit sind hier noch allgegenwärtig - nicht nur, weil die Straßen vor dem Amtsgericht blitzblank gefegt sind, wie sonst nur in Stuttgart, wenn Kehrwoche ist. Am Kiosk liegt die „Allgemeine Zeitung“ aus, die Nachrichten auf gut Deutsch verspricht, wer krank ist, geht zur Adler Apotheke am Ankerplatz und wer Durst auf Bier nach deutschem Reinheitsgebot hat, wird im Swakopmund Brauhaus bedient.

Lust auf Namibia?

Mondlandschaft und Tropenwälder

Galerie: Grenzbereich Mit dem Skoda Yeti durch NamibiaUnser Hotel, das früher einmal der Bahnhof von Swakopmund war, verlassen wir am nächsten Tag schon bei Sonnenaufgang, um nach dem Ausflug in die deutsch-afrikanische Geschichte wieder zurück in die Stille der Wüste zu kehren. Entlang des Swakopflusses, der hier allerdings kein Wasser mehr führt, geht es durch eine Mondlandschaft, die nicht nur mich, sondern auch die Filmindustrie beeindruckt: Die Leere im Dorob-Nationalpark ist gerade Recht für Aufnahmen zum vierten Teil von „Mad Max“ und stört doch noch ein Pflänzchen, wird es kurzerhand mit einem Pappmaché-Stein abgedeckt. Raus rupfen ist nicht, da legt die namibische Regierung großen Wert drauf.

Unser rund 350 Kilometer langer Tagesritt führt nach Nordosten in die Region Otjozondjupa. Hier treffen sich die trockene Wüste Zentralnamibias und die tropischen Gebiete des Nordens, die Landschaft wird grüner, die Bäume und Sträucher höher. Und mit ihnen auch die Zäune. Fast das gesamte Weideland ist in Privatbesitz, in Quadratmetern rechnet hier aber niemand, Hektar heißt die Währung für Grund und Boden in Namibia. Und nicht selten ist der Zaun außen herum teurer als der eigentliche Grund. Außerdem gilt die Regel: Je höher der Zaun, desto gefährlicher die Tiere dahinter.

Mit Giraffen auf Tuchfühlung

Galerie: Grenzbereich Mit dem Skoda Yeti durch NamibiaUnser Ziel, den Mount Etjo, rund 70 Kilometer südlich von der Provinzhauptstadt Otjiwarongo, erreichen wir am späten Nachmittag - genau die richtige Zeit, um vor Sonnenuntergang mit Richard auf Safari zu gehen. Mit einem alten Geländewagen kutschiert er uns durch das Reservat, wo wir mit Giraffen und Nilpferden, Zebras und Weißschwanz-Gnus, Vogelstrauß und Säbelantilope auf Tuchfühlung gehen. Sie alle leben hier friedlich zusammen, haben auf den mehr als 24.000 Hektar aber auch genügend Platz, um sich aus dem Weg zu gehen. Nur die Löwen und Geparden haben ihr eignes Areal...

Der Weg zurück zum Flughafen Windhoek am nächsten Morgen bietet Zeit, Bilanz zu ziehen. Namibia lässt sich am besten mit einem Wort beschreiben: beeindruckend. Die Einsamkeit der Namibwüste, das Kolonial-Flair in Swakopmund und die atemberaubende Tierwelt im Norden bleiben noch lange in der Erinnerung. Das Urteil zum Skoda Yeti  fällt dagegen weit unspektakulärer aus. Zum Glück. Denn außer drei Reifenpannen konnte das tschechische SUV nichts aufhalten. Egal, ob durch weichen Sand oder schroffes Geröll, über schlechte Autobahnen oder staubige Schotterpisten, der Yeti findet seinen Weg - mühelos und sicher, als wüsst er gar nicht, dass er in Namibia überhaupt nicht angeboten wird... schon beeindruckend!

 
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