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Galerie: Grenzbereich Mitsubishi Drift & Drive

Grenzbereich: Mitsubishi Drift & Drive

Fahrlehrer bitte!

17.02.2009

Vor allem Männer sind meist davon überzeugt, gute Autofahrer zu sein. Richtig? Richtig! Ich übrigens auch. Und das ist gut so. Denn ohne diese Überzeugung sollte man erst gar nicht teilnehmen am Winter-Fahrtraining Drift & Drive im eisigen Lappland.

130 km/h stehen auf dem Tacho, ein schmales Eisband huscht unter uns durch und rechts und links fliegt im Dunklen finnisches Hartholz vorbei. Forsches Anbremsen, Evo quer stellen – ich frage mich noch schnell – „wohin des Weges“ und da heben wir schon ab. Einen Augenblick später spüre ich nach der Kuppe ein hartes Aufsetzen und weiter geht’s mit vollem Speed quer aus der Kurve.

Wer in diesen Momenten die Muße findet, Uwe zu beobachten, wird sehen, wie entspannt er das macht. Seine Füße tänzeln über die zwei Pedale, die Hände fliegen zwischen Lenkrad und Schalthebel hin und her und erinnern an einen Wing-Tsun-Kämpfer. Mir wird schwindelig. Willkommen bei Drift & Drive, der ultimativen Fahrschule!

Galerie: Grenzbereich Mitsubishi Drift & DriveKippis

Aber die harte Wahrheit schon mal vorab: Das Fliegen, Rutschen, Staunen und Lernen kostet rund 3.500 Euro für zwei Fahrtage. Na dann Kippis – das bedeutet Prost auf Finnisch und genau dort im Norden findet das Erlebnis der besonderen Art statt. Nicht gerade als Billigland verschrien, bietet speziell Lappland eine echte Besonderheit: Kälte bis zum Abwinken. Wir haben es hautnah gespürt. Minus 20 Grad Celsius sind im Februar eher die Regel – tagsüber. Vorteil: Die Seen sind dick zugefroren und die Wälder tief verschneit. Beste Voraussetzungen, um ein perfektes Fahrterrain zu bereiten.

Fahrlehrer mit Wissen

Galerie: Grenzbereich Mitsubishi Drift & DriveDas hat Organisator und Vize-Rallye-Weltmeister (von 1996) Uwe Nittel geschafft. Mehr als 20 Kilometer perfekt präparierte Eispisten stehen zur Verfügung, die sogar in beide Richtungen befahrbar sind und damit das längste Eisband der Welt bilde – zumindest das zu Fahrtrainings herangezogen wird.  

Der immer grinsende Schwabe Nittel vertraut seit jeher auf nur einen fahrbaren Untersatz – Mitsubishi Lancer Evolution. Und die Japaner vertrauen auf sein Können und lieben ihn als Markenbotschafter, der die Kombination aus Mitsubishi und Motorsport unprätentiös, ehrlich und überzeugend rüberbringen kann. Die Partnerschaft ist perfekt. Denn Uwe Nittel weiß wovon er spricht, wenn es um das Thema Autofahren und ums Driften geht. Außerdem hat er sich kompetente „Fahrlehrer“ ins Boot geholt. Peter Corazza und Ruben Zeltner, beides erfahrene Rallye-Piloten.

Galerie: Grenzbereich Mitsubishi Drift & Drive24 Teilnehmer verteilen sich auf zwölf Lancer Evo X, 295 PS stark und mit einem genialen Allradsystem gesegnet. Zudem steht der Evo auf speziellen, von Uwe Nittel mitentwickelten Kumho-Winterreifen. Besonderheit: Etwa jeder zweite Profilblock besitzt einen von Hand eingesetzten Spike. Die Profilblöcke, die normalerweise mit feinen Lamellen durchzogen sind, wurden als „Massivblock“ ausgelegt, damit diese beim Bremsen auf Eis nicht umknicken (Walken), was den Grip verschlechtern würde.

Weitere Modifikationen am Evo: Die Heckschürze wurde komplett demontiert und ein massives Frontblech schützt Ladeluftkühler und Kunststoff vorne. Ansonsten wurden keine Veränderungen vorgenommen, denn von den meisten Fahrdynamik-Experten wird der Evo sowieso schon als ultimatives Driftmobil in den Himmel gelobt.

Galerie: Grenzbereich Mitsubishi Drift & DriveFahren, Fahren, Fahren

Die Instruktoren reden nicht lange drumrum. Kurze Einweisung am Ankunftstag und am nächsten Morgen ab auf die Piste. Wer zu Drift & Drive nach Finnland kommt, hat bereits fast alles an Winter-Fahrtrainings absolviert und möchte seinem Können das Krönchen aufsetzen. Das klappt. Reinsetzen, starten und Querverkehr genießen.

Am ersten Fahrtag schießen sich die Teilnehmer auf die Fahrzeuge ein und hin und wieder auch ab. Dann wird der alte Mercedes G reanimiert, der die Falschfahrer aus der soften Schneewand rauszieht. Viele Piloten sind von Haus aus keine Evo-Fahrer. In den Garagen stehen eher Ferrari, Porsche, Aston Martin und andere Sportler. Hin und wieder sind Evo-Fahrer dabei, die hier, in der Nähe von Rovaniemi, „die Sau rauslassen“ wollen, so der O-Ton eines Schweizers. Verständlich. Wer einmal den auffälligen Japan-Sportler erleben konnte, wird lange von ihm schwärmen, oder ihn sich kaufen.

Galerie: Grenzbereich Mitsubishi Drift & DriveAm zweiten Tag stehen die etwas anspruchsvolleren – weil stark verwinkelten – Tracks auf dem Programm. Das Tempo wird schärfer und Rundenzeiten gestoppt. Wer Bedarf hat, kann sich einen der Instruktoren als Beifahrer schnappen oder aber bei ihnen einsteigen und staunen. Die Jungs zeigen in beeindruckender Manier, wie man idealerweise um Kurven fahren sollte: Punktgenaues Bremsen, um das Heck zu entlasten, und sanfte Lenkbewegungen sowie ein absolutes Augenmaß kombiniert mit niedriger Motordrehzahl und intelligentem Allradantrieb sind die Basis für schnelles Querfahren auf Eis.

Als Abschlussprüfung steht am späten Nachmittag die Aufschrieb-Fahrt (Roadbook) auf dem Programm. Da heißt es dann „70 L3 glatt“, was so viel bedeutet wie 70 Meter geradeaus, Linkskurve, die im dritten Gang genommen werden sollte und besondere Glätte in der Kurve. Der Pilot kennt damit das vor ihm liegende Streckenprofil, auch wenn er aufgrund der Dunkelheit nichts sieht. Er fährt (a) entspannter, (b) schneller und (c) dennoch sicherer – einfach phänomenal. Zwar stimmen bei den in dieser Disziplin meist ungeübten Teilnehmern nicht immer die Ansage mit der aktuell gefahrenen Position überein, aber Spaß macht es allemal.

Galerie: Grenzbereich Mitsubishi Drift & DriveSprachlos

Den Dolchstoß für jeden ambitionierten Autofahrer setzt Uwe Nittel mit der anfangs erzählten Nachtfahrt selbst. Sie gibt es als Sahnehäubchen am Ende oben drauf.  Eben genau dann, wenn sich jeder Teilnehmer schon so richtig als Vollprofi fühlt und ganz schnell merkt, wie begrenzt sein fahrerisches Talent doch eigentlich ist. Danke Uwe, fürs „auf den Boden holen“!

Fazit

Wahnsinn. Das Fahrtraining ist teuer, ja. Aber es ist jeden Cent Wert. Neben dem irren Spaß lernen vor allem erfahrene Piloten noch viele Tricks von den Profis. Jeder Teilnehmer fährt an den zwei Tagen rund 250 Kilometer ausschließlich auf Eis.

Das Rahmenprogramm und der Umgang sind freundschaftlich. Viele Teilnehmer sind auch nicht zum ersten Mal dabei. Leckeres, finnisches Essen und eine flotte Motorschlitten-Tour runden das Erlebnis ab. Ach ja, ein paar Plätze sind 2009 noch frei, aber auch 2010 geht es weiter …Galerie: Grenzbereich Mitsubishi Drift & Drive

 
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