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Galerie: Grenzbereich Panamericana im Mercedes SLS

Grenzbereich: Panamericana im Mercedes SLS

SLS Verschärft

31.03.2010

Es gibt Autos, die lassen sich nicht steigern. Wenige. Der Mercedes SLS AMG ist eines davon. Wir hatten jedoch Glück und konnten das Erlebnis SLS mit einem Streckenabschnitt der Carrera Panamericana verbinden und diese Kombination ist dann doch eine Steigerung.

Zu den technischen Details des Mercedes SLS AMG wurde schon an anderer Stelle berichtet. In der Summe seiner Eigenschaften wurde der SLS das zur Zeit faszinierendste Geschoß in der über-500-PS-Liga. Die einen (bei Mercedes) nennen es den R8-Killer, die anderen (ich) einfach den geilsten Sportwagen. V8-Sauger vorne. Antrieb und Getriebe hinten. Ewige Motorhaube. So wie es sich gehört.

Geschichte

Galerie: Grenzbereich Panamericana im Mercedes SLS Natürlich setzen die Gullwings den Glanzpunkt im Design, denn sie sind so viel cooler als herkömmliche Flügeltüren. In Gestalt des SLS kommt die Gullwing auf der Panamericana nun zurück zu ihren Wurzeln: Bei der „Carrera Panamericana“ fuhr 1952 der Prototyp des 300 SL einen Dreifachsieg ein. Eigentlich war es „nur“ ein Doppelsieg, denn einer der drei Sieger-SL wurde wegen einer Tankklappe disqualifiziert. Übrigens kein Zufall: Porsche benannte wegen der überlegenen Klassensiege auf dieser Strecke seine 911er Modelle Carrera. Nach nur fünf Jahren wurde die Carrera Panamericana 1954 wegen zu vieler tödlicher Unfälle eingestellt.

Ein weiteres Detail geht mir nicht aus dem Kopf, während ich im SLS über die Panamericana brause: Das Durchschnittstempo der 300 SL lag damals bei weit über 160km/h. Dieses Detail zu verdrängen ist die eigentliche Herausforderung beim Ritt im Grenzbereich ohne Leitplanken.

Einfach Sport

Galerie: Grenzbereich Panamericana im Mercedes SLS Im Gegensatz zum typischen modernen Supersportwagen verhält sich der SLS erstaunlich authentisch. Da gibt es keinen Turbofirlefanz oder Allradantrieb sondern eine sehr ehrliche Fahrmaschine. Nicht nur der ab 3.500 Touren gnadenlos zubeißende V8 und das gefühlvolle Einlenkverhalten können dabei begeistern. Es ist vor allem das extrem sauber austarierte Fahrwerk, das auch bei höchsten Kurventempi die Handflächen trocken lässt.

Das begeistert umso mehr, als der SLS ganz ohne adaptives Fahrwerk auskommt. Die AMG-Ingenieure haben einfach ihren Job gemacht um mit diesem Unisex-Setup die Messlatte zu setzen. So würde man bei härteren Fahrmanövern in der Kurve, beim ein- und ausfedern, erwarten, dass sich die Fahrwerkskinematik verändert, die Reifen also unterschiedliche Aufstandsflächen haben und somit wechselnde Gripniveaus. Normalerweise resultiert das in Lenkkorrekturen weil sich der Kurvenradius ändert. Doch der SLS zieht derart unbeirrt die ihm vorgegebene Spur, dass auch die Kurventempi nicht mehr normal sind. Dabei liefern die hinteren 295er Reifen einen Grip, dass man sich keine Sekunde einen Allrad wünscht. Eine derart ausgewogenes Setup von Fahrwerk, Reifen, Antrieb und Balance begeistert einfach.

Alles passt

Galerie: Grenzbereich Panamericana im Mercedes SLS Natürlich liefert der Rest des Autos das passende Ambiente. Neben der schon an anderer Stelle erwähnten geilen Linie und den Flügeltüren ist das ein Auspuffsound, der sogar die sonst gelangweilten Strecken-Esel aufhorchen lässt. Doch auch innen geht es angemessen zu, die Ledersitze sind wirklich langstreckentauglich (500 schnelle Kilometer sind gar nichts) und bequem.

Durch die einstellbaren Sitzwangen in unserem Testwagen sparen sie jedoch auch nicht an Seitenhalt. Der Effekt: bei wirklich hohem Tempo muss sich der Fahrer in der Kurve nicht am Lenkrad festhalten und kann sich so voll auf seine schnelle Linie konzentrieren.

Perfekt geschaltet

Galerie: Grenzbereich Panamericana im Mercedes SLS Unterstützt wird er dabei vom mittlerweile optimal abgestimmten Doppelkupplungsgetriebe, das über einen sehr überzeugenden Sportmodus verfügt. Der Ambitionierte wird zwar nach wie vor die manuellen Paddles bevorzugen, doch eigentlich nur aus nostalgischen Gründen oder Angewohnheit. Denn am S+ Automatikmodus des DKG ist nichts auszusetzen: Es erahnt den Kurveneingang und schaltet runter. Es hält den Gang bei schnellen Gaswechseln. Es schaltet im bestmöglichen Moment hoch. Es lässt sich spielerisch mit dem Gasfuß kontrollieren. Es liefert immer die passende Drehzahl. Und es schaltet mit Zwischengas vor den ganz harten Kurven dreimal so saftig zurück, dass man gleich umkehren und dieselbe Kurve noch mal mit offenem Fenster nehmen möchte.

Was man angesichts der Faszination kaum bemängeln möchte sind Kleinigkeiten. Der Beifahrerspiegel ist für meine Körpergröße nutzlos aber zum Parken reicht’s. Die Gangwechselanzeige wird von Lenkrad verdeckt aber man kann auch nach Gehör schalten. Der Kofferraum ist klein und heiß aber… was soll’s.

Fazit

Am meisten begeistert am Mercedes SLS AMG die Konsequenz des Sportwagenbaus. Das überraschendste ist jedoch, dass es sich dabei gleichzeitig um einen wirklich guten Mercedes handelt. Er ist die Erfüllung der AMG Black-Series Modelle, die in SLK, CLK und SL Stück für Stück gezeigt haben, dass schnelle Mercedes nicht nur schnell geradeaus können.

Die Konsequenz als Sportwagen ist es, die den SLS nicht nur als Nachfolger einer Rennlegende wie den 300 SL antreten lässt. Sondern ihn auch in eine Reihe mit einem Ferrari 365 GTB Daytona und Jaguar E-Type stellt. Und das lässt sich nun wirklich nicht steigern.

Wieso wir trotz des hohen Tempos keine Ärger mit der Polizei bekamen lesen Sie im Blog.

Galerie: Grenzbereich Panamericana im Mercedes SLS

 
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