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Galerie: Grenzbereich Peugeot 3008 Hybrid4

Grenzbereich: Peugeot 3008 Hybrid4

Wirklich sparsam?

21.02.2012

Ein hochbeiniger, SUVartiger Kompaktvan mit Allradantrieb und stolzen 200 PS – eigentlich möchte man hier eine Ausgeburt der Verschwendung erwarten, doch das Gegenteil ist der Fall: Peugeot hat als erster Hersteller der Welt einen Diesel-Hybridantrieb im Angebot, der im 3008 für einen bescheidenen Normverbrauch von 3,8 Liter sorgen soll. Wir haben uns auf praktische Spritspartour begeben.

Bereits vor einigen Monaten hat uns Peugeot zu einem ersten Fahrtermin mit dem 3008 Hybrid4 geladen, der in Hinblick auf das praktische Sparpotenzial allerdings noch wenig aufschlussreich war. Bei der Anfang Februar 2012 angesetzten deutschen Präsentation in Frankfurt wollten wir, verbunden mit der Hoffnung, dass wir viel Zeit mit dem Testwagen verbringen können, nochmal genauer nachtesten.

Diesen Plan mussten wir allerdings spontan an den Gegebenheiten anpassen: Rund 40 Journalisten waren an diesem Tag anwesend, doch nur sieben Testexemplare standen zur Verfügung. Ganz klar: Der Dieselhybrid weckt Interesse, denn er verbindet zwei Antriebstechniken, die jeweils für gehobene Effizienz sorgen. Einerseits die vor allem von Toyota vorangetriebene Hybridtechnik, bei der ein zusätzlicher elektrischer Antrieb Bremsenergie rekuperieren kann. Andererseits der Diesel, der grundsätzlich effizienter als ein Benziner arbeitet.

Flotter Antritt

Galerie: Grenzbereich Peugeot 3008 Hybrid4Im Fall des Peugeot-Systems übernimmt ein bereits 165 PS starker Vierzylinder-Diesel die Hauptvortriebsleistung, während an der Hinterachse ein Elektromotor Bremsenergie in elektrischen Strom wandelt und in eine Batterie speichert und beim Beschleunigen diese Energie wieder zum Vortrieb nutzt. Und das nicht nur, um die Effizienz zu erhöhen, sondern auch den Fahrspaß, denn dank der 200 PS Systemleistung kann der 3008 in 8,5 Sekunden den 100-km/h-Sprint abhaken.

Doch statt das längsdynamische wollten wir vielmehr das Effizienz-Potenzial dieser Technik ausloten. Dabei haben wir uns auf einen gut 50 Kilometer langen Loop mit hohem Stadtverkehr- und Landstraßenanteil beschränkt – den testhungrigen Kollegen zuliebe. Angesichts der deutlichen Minusgrade blieb die Klimaanlage eingeschaltet und ging es mit kaltem Motor und einer nur knapp halbvollen Batterie los, im Blick stets die Bordcomputer-Verbrauchsanzeige.

Erst mit voller Batterie beginnt das Sparpotenzial

Galerie: Grenzbereich Peugeot 3008 Hybrid4Und dieser Blick blieb für uns lange eine Enttäuschung: Noch nach 15 Kilometern lag der Spritkonsum auf gehobenem zweistelligen Niveau, immerhin mit fallender Tendenz. Es folgte viel Stop-and-Go-Verkehr und viele Ampeln – Frankfurt zeigte sich von seiner besten Seite und auch das Auto selbst bot uns gewisse Härten. Das Fahrwerk gab sich übertrieben holprig, während der E-Motor zunächst noch sehr heftig beim Ausrollen vor Ampeln das Fahrzeug ausbremste. Erst als wir jenseits der Stadtgrenze etwas flotter dahingleiten konnten, sank der Verbrauchswert auf ein einstelliges Niveau, rekuperierte der E-Antrieb dezenter.

Auf dem Rückweg purzelte dann der Durchschnittsverbrauch immer weiter nach unten, so dass wir nach der gut 90minütigen Tour mit einem Bordcomputer-Verbrauchswert von knapp über fünf Liter ankamen. Chapeau. Angesichts der Bedingungen (Außentemperatur, Nebenverbräucher, Streckenprofil) ein schlussendlich doch bemerkenswert niedriger Wert.

Galerie: Grenzbereich Peugeot 3008 Hybrid4Es handelt sich hier um einen zwar vorläufigen Befund, doch könnte die Technik vor allem im Sinne der Effizienz funktionieren. Praxiswerte um die vier Liter scheinen angesichts unserer ersten Erfahrung durchaus machbar, und das bei 1,8 Tonnen Gewicht, hoch bauender Karosserie, 200 PS und Allradantrieb. Angesichts dessen scheint der Basispreis von 34.000 Euro nicht einmal unverschämt, denn der Mehrpreis von rund 4.000 Euro im Vergleich zum 3008 mit konventionellem Dieselantrieb dürfte sich auf lange Sicht sogar rechnen.  

Das Interesse am Diesel-Hybrid ist groß, sein Spritsparpotenzial nach unseren ersten Erfahrungen ebenfalls. Noch wird der Antrieb zeigen müssen, wie er sich im Autoalltag bewährt, doch nach unseren ersten Erfahrungen gibt er Sparnaturen die Technik für eine besonders effiziente Fahrweise an die Hand, während gleichzeitig verschwenderisch orientierten Fahrern ein hohes längsdynamisches Potential geboten wird.

Eine durchaus attraktive Mischung, die ihren nicht unerheblichen Mehrpreis rechtfertigen dürfte. Der 3008 wird übrigens nicht der einzige Peugeot mit dieser Technik bleiben, schon bald folgen 508 RXH und 508, und auch bei der Konzernschwester-Marke Citroën setzt man auf die Kombination aus Diesel- und E-Motor, wie zum Beispiel im neuen DS5.

 
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