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Artikel veröffentlicht am: 10.03.2017

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Erster Test: Audi A5 Cabrio

Schallschutz für alle

Um festzustellen, dass das neue Cabrio auf A4-Basis ein optischer Leckerbissen ist, genügt ein Blick. Es bringt daher mehr, an dieser Stelle die unsichtbaren Verbesserungen zu beschreiben, die Audi dem neuen Modell angedeihen ließ, allem voran das jetzt serienmäßige Lärm- und Schallschutz-Faltdach, das früher aufpreispflichtig war.

Zusammen mit einer Verglasung, die einen Millimeter dicker ist als bisher, schirmt es Umgebungsgeräusche wirksam ab. Ist das Dach offen und das Tempo gemäßigt, fällt die Verständigung auch nicht schwer. Für mögliche Kommunikationsprobleme mit der Außenwelt oder auch nur mit dem bordeigenen Infotainmentsystem, hat Audi überdies Mikrofone in die Sicherheitsgurte integriert. Auch diese Neuerung gehört zur Serienausstattung – zusammen mit Xenonscheinwerfern, Kunst-/Echt-Leder-Sitzen, einem WLAN-Hotspot und etlichen Assistenzsystemen.

Mal eben kurz ziehen

Dass der Schalter fürs Öffnen und Schließen des Akustikverdecks nur noch kurz betätigt und nicht mehr 15 bzw. 18 Sekunden festgehalten werden muss, während sich die Haube ent- bzw. zusammenfaltet, dürfte Fahrer wie Beifahrer ebenso erfreuen wie die Tatsache, dass das Ganze bis Tempo 50 km/h funktioniert. Windschott und dreistufige Kopfraumheizung verstärken den Cabrio-Genuss an Tagen, an denen die Außentemperatur nicht ganz auf der Höhe ist. Der Windabweiser ist serienmäßig an Bord, die den Nacken wärmende Neuerung kostet hingegen 490 Euro. Dafür wird das Offen-Fahren angenehmer, zumindest bei einer Geschwindigkeit im Genuss-Bereich von Augen und Ohren, die beim A5 Cabrio in etwa bei Top-Tempo-Halbe liegt. Beii soviel Gelassenheit wird die Frisur wird garantiert nicht vom Fahrtwind zerzaust, und auch die Windgeräusche halten sich in Grenzen.

Mehr Platz im Innenraum

Den Radstand-Zuwachs von 1,8 Zentimeter hat Audi genutzt, um allen vier Passagieren etwas mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Im Fond sind 1,8 Zentimeter Kniefreiheit, auf Schulterhöhe in der ersten Reihe 2,6 Zentimeter hinzugekommen. Der Kofferraum fasst 380 Liter, wenn das Dach geschlossen ist, und 320 Liter, wenn das Faltverdeck sich ins Heck zurückzieht und den Himmel freigibt.

In puncto Verwindungssteifigkeit hat das neue Cabrio laut Audi 40 Prozent zugelegt, obwohl das Gesamtgewicht des Fahrzeugs um eben diesen Wert in Kilogramm gesunken ist. Ausschlaggebend sei eben nicht die Menge des eingebauten Stahls, erläutern die Experten, sondern die Materialwahl, eine geschickte Formgebung und das ausgeklügelte Zusammenfügen der einzelnen Komponenten. Und weil sie gute Arbeit geleistet haben, knarzt die Karosserie selbst dann, nicht, wenn die Reifen mal einen größeren Absatz überwinden.

Bummeln oder Brausen

Die Motorenauswahl macht deutlich, dass den offenen A5 nicht nur laue Lüftchen durchströmen werden und genüssliches Bummeln nur eine Form der Nutzung ist: Weniger als 190 PS sind derzeit nicht im Angebot, und am oberen Ende der Skala steht mit dem S5 Cabrio ein Hochleistungssportler. Aus drei Litern Hubraum holt der Sechszylinder-Turbobenziner 354 PS heraus - wenn es der Fahrer darauf anlegt mit Dynamik-Soundbegleitung. Nach gerade mal 5,1 Sekunden ist die Tachonadel des (wie der nicht von Anfang an erhältliche 286 PS starke Top-TDI) serienmäßig mit Allradantrieb und Acht-Stufen-Automatik antretenden Sport-Gerät von 0 auf 100 gebraust. Und wer möchte, kann ausprobieren, ob seine Haarpracht auch noch bei Tempo 250 in Form bleibt.

Den 190 PS-Benziner liefert Audi ausschließlich mit Vorderradantrieb aus, während der gleich starke Diesel auch in Quattro-Ausführung bestellt werden kann. Die Kraftübertragung erfolgt beim Ottomotor wahlweise über ein Sechsgang-Schalt- oder ein Siebengang-Direktschaltgetriebe, der TDI wird aktuell nur mit dem bei Audi S-Tronic genannten DSG offeriert. Der Spaß-Faktor dürfte beim 44.000 Euro teuren Basismotor, der für Testfahrten nicht bereit stand, wohl genauso groß sein wie beim 190 PS-Diesel, für den – einschließlich DSG – 49.350 Euro zu zahlen sind. Ihn kann man mit größter Gelassenheit bewegen, aber wenn einem der Sinn zügigem Überholen steht oder schnellem Vorankommen, ist das auch kein Problem. Noch flotter sind der 218-PS-TDI und der 252-PS-Benziner unterwegs. Für die Gangwechsel ist auch hier ein DSG zuständig; optional sind diese Varianten mit Allradantrieb erhältlich.

Die Zahl aller verfügbaren Assistenzsysteme beziffert Audi mit 30. Ein Großteil kostet extra Geld, beispielsweise der Querverkehrsassistent am Heck, die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung oder die adaptive Geschwindigkeitsregelung, die im Stop&Go-Verkehr und Stau ein Teil der Fahraufgaben erledigt, die viele Fahrer kribbelig machen.