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Artikel veröffentlicht am: 11.05.2017

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Erster Test: BMW 5er Touring

Der fünfte Fünfer

Seit 1991 gibt es den 5er-BMW nun schon als Kombi – und das recht erfolgreich. Im Juni dieses Jahres rollt die fünfte Generation zu den Händlern: Verglichen mit dem Vorgänger kommt der Neue nun länger, breiter, höher und mit verlängertem Radstand vorgefahren, und als besonderes High-Light: noch leiser.

In der Länge wächst die neuste 5er-Touring-Generation um 36 Millimeter auf 4,94 Meter Höhe und Breite begnügen sich mit 8 respektive 10 Millimetern an Zuwachs. Das klingt zwar nicht nach viel, kommt aber den Fahrzeuginsassen zugute, die nun noch bequemer sitzen können. Aber auch das Gepäckabteil kann es nun mit noch mehr Ladung aufnehmen. Sind alle Plätze besetzt, gehen in den Kofferraum 570 Liter rein. Bei umgeklappten Sitzen wächst das Volumen auf 1.700 Liter. Das sind zwar immer noch 120 Liter weniger als bei der Mercedes-Benz E-Klasse, aber was nimmt man nicht alles in Kauf für ein optisch schönes Schrägheck. Außerdem: Das Platzangebot sollte für jeden Familienausflug reichen.

Die inneren Werte

Doch nicht nur bei den Abmessungen und dem Platzangebot hat sich einiges getan. Auch der Innenraum erstrahlt im schicken eleganten und zugleich sportlichen Glanz. Alle Materialien scheinen wie geschaffen für den Innenbereich des neuen BMW 5er Tourings. Nicht sichtbar, aber durchaus zu vernehmen ist die bessere Schalloptimierung. Hier haben die Münchner so lange an der Windschutzscheibe, dem Dachhimmel und in den Bereichen des Kofferraums weiterentwickelt, dass die Geräuschkulisse auf Limousinen-Niveau gesunken ist. Dem Nickerchen auf dem Beifahrerplatz oder auf der Rücksitzbank steht also nichts mehr im Wege – und das sogar weit jenseits der Richtgeschwindigkeit.

Damit das Reisen noch komfortabler wird, hat BMW die Ablagen in den Türfächern so vergrößert, dass auch 1-Liter-Flaschen problemlos verstaut werden können. Auch die Cupholder in der Mittelkonsole wurden noch mal vergrößert – jetzt hat also auch der praktische Liter Kaffee am Morgen endlich ein Plätzchen. Zudem lassen sich nun auf der hinteren Sitzreihe bequem bis zu drei Kindersitze befestigen. Das Cockpit und der freistehende Flatscreen des Navi-Infotainment-Systems unterscheidet sich nicht von dem in der 5er-Limousine.

Schnell voran

Zum Marktstart im Juni 2017 stehen vier Modellvarianten zur Verfügung – zwei Benziner, zwei Selbstzünder. Die beiden Ottos 530i und 540i verfügen über eine Leistung von 252 respektive 340 PS. Bei den Diesel-Modellen stehen 190 PS (520d) und 265 PS (530d) zur Auswahl. Die beiden Selbstzünder standen auch für unsere erste Ausfahrt bereit. Das Urteil vorab: Es muss nicht immer höchste Leistungsstufe sein, um möglichst schnell voran zu kommen. Außer man legt Wert auf Allradantrieb, den gibt für den 520d nämlich nicht.

  • Technische Daten – BMW 5er Touring

Länge: 4,94 Meter, Breite: 1,87 Meter (mit Außenspiegeln: 2,22 Meter), Höhe: 1,50 Meter, Kofferraumvolumen: 570 – 1.700 Liter

aa530i, 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner, 185 kW/252 PS, 8-Gang-Automatik, maximales Drehmoment: 350 Nm bei 1.450 – 4.800 U/min, 0-100 km/h: 6,5 s, Vmax: 250 km/h, Normverbrauch: 5,8 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 133 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A, Preis: ab 52.300 Euro

540i xDrive, 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Benziner, 250 kW/340 PS, 8-Gang-Automatik, Allradantrieb, maximales Drehmoment: 450 Nm bei 1.380 bis 5.200 U/min, 0-100 km/h: 5,1 s, Vmax: 250 km/h, Normverbrauch: 7,3 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 167 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis ab: 62.800 Euro

520d, 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, 140 kW/190 PS, 6-Gang-Handschalter (8-Gang-Automatik), maximales Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 – 2.500 U/min, 0-100 km/h: 8,0 (7,8) s, Vmax: 230 (225) km/h, Normverbrauch: 4,5 (4,3) Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 119 (114) g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A (A+), Preis: ab 47.700 (49.950) Euro

530d, 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Diesel, 195 kW/265 PS, 8-Gang-Automatikgetriebe, Hinterradantrieb (Allradantrieb), maximales Drehmoment: 620 Nm bei 2.000 – 2.500 U/min, 0-100 km/h: 5,8 (5,6) s, Vmax: 250 km/h, Normverbrauch: 4,7 (5,3) Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 124 (139) g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse A+ (A), Preis: ab 56.800 (59.400) Euro

Ansonsten aber muss sich der Vierzylinder nicht hinter dem Reihensechser verstecken. Der 520d Touring legt sein Drehmoment von 400 Newtonmeter zwischen 1.720 und 2.500 Umdrehungen an die Kurbelwelle, für den Standartsprint von 0 auf 100 km/h benötigt er gerade einmal 7,9 Sekunden – bei 225 km/h ist Schluss. Leichten Fußes sprintet der Einstiegsdiesel los und zeigt sich äußerst agil auf der Straße. In der Stadt, auf der Autobahn oder über Land, keine Strecke macht ihm zu Schaffen.

Mit der direkten Lenkung lässt sich jede kurvenreiche Ausfahrt angenehm meistern. Das Fahrwerk bügelt Unebenheiten auf der Straße weg wie die Mama die Falten aus dem weißen Hemd. Selbst im geschärften Sportmodus lässt sich bequem dahingleiten. Zudem ist er mit einem Normverbrauch von 4,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer sehr sparsam. Der 47.700 Euro teure Vierzylinder-Einstiegsdiesel wird allerdings als einziger serienmäßig mit einer Sechsgang-Handschaltung ausgeliefert wird. Die anderen Motorisierungen kommen immer mit einer Achtgang-Automatik, die optional für den 520d geordert werden kann.

Sicherheit und Fahrspaß

Alle BMW 5er Touring laufen mit einer Hinterachs-Luftfederung von Band. Doch BMW wäre nicht BMW, würden sie nicht ein optionales Sportfahrwerk im Angebot haben. Schließlich lautet der Werbeslogan „Freude am Fahren“. Wenn die Fahrt auf der Autobahn aber doch mal wieder zu langweilig wird, kann man das Überholen dem Auto überlassen und jedes Mal wieder staunen. Einfach am Blinkerhebel ziehen und schon überholt der BMW den Schleicher eigenständig.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Der neue BMW 5er Touring ist ein Auto für die Langstrecke, zumal auch der ruhige, abgestimmte Innenraum zum Verweilen einlädt. Besonders der Einstiegsdiesel überzeugt mit seiner Durchzugskraft und niedrigem Verbrauch. Mit seinen Innovationen steht er dem Konkurrenzmodell Mercedes E-Klasse T-Modell in keinster Weise nach. Und: Er ist sogar rund 3.000 Euro günstiger in der Anschaffung. (Verglichen mit dem Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell 220 d)