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Artikel veröffentlicht am: 30.06.2017

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Erster Test: BMW 4er Cabrio

Ein guter Drive

Dass sich BMW im Golfsport engagiert, dürfte vor allem Golf-Profi Florian Fritsch sehr entgegenkommen. Fritsche hat nämlich Flugangst und fährt Jahr für Jahr Tausende von Kilometern quer durch Europa – von Turnier zu Turnier. Doch ob er seinen BMW 3er Touring gegen das aufgefrischte 4er Cabrio, dass der Hersteller jetzt im Rahmen seines Heimspiels, den BMW International Open in Eichenried vor den Türen Münchens, vorgestellt hat, ist fraglich.

Sicherlich würde Fritsch sich auf seinen Reisen auch gerne die Sonne ins Gesicht scheinen lassen, aber ob ihm das Platzangebot zusagt? Denn mit Golfbesteck und Reise-Gepäck wird es eng im 4er Cabrio. In den Kofferraum passen gerade einmal 370 Liter. Zwar kann man die Sitze umlegen, doch ist auch das nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber schließlich soll ein Cabrio in erste Linie auch nicht Ladewunder sein, sondern Spaß machen – und das kann der 4er auf jeden Fall!

Bekannte Motoren

Während BMW den offenen 4er optisch nur ganz vorsichtig überarbeitet hat – zu den Neuheiten zählen modifizierten Lufteinlässe, eine leichte Straffung des Hinterteils, die noch mal an das neue BMW-Familiengesicht angepassten Scheinwerfer sowie ein paar neue Chromelemente und das Touchdisplay im Innenraum –, hat sich bei den Motoren gar nichts getan. Für unsere Testfahrt vor dem ersten Abschlag bei den BMW Open stand der bekannte 420d zur Verfügung: Der kleinste Vierzylinder-Diesel im Angebot mobilisiert 190 PS und schickt 400 Newtonmeter Drehmoment zwischen 1.750 und 2.500 Umdrehungen an die Hinterräder. Das reicht aus, um den 1,8 Tonnen schweren Münchner in rund acht Sekunden auf Tempo 100 km/h zu beschleunigen. Den Motor kennt auch Fritsch aus seinem 320d Touring.

Dieselkrise hin oder her – der ein oder andere hat sich sicher schon zuvor gefragt, wie Cabrio und Diesel zusammen gehen? Klare Antwort: Wunderbar! Selbst der kleine Selbstzünder sorgt mit seinem Punch für Fahrspaß, über einen niedrigen Verbrauch freuen sich auch Cabrio-Fahrer und die Entwickler in München haben alles gegeben und den Motor so hervorragend gedämmt, dass man schon zwei Mal hinhören muss, um ihn nicht mit einem Otto zu verwechseln. Selbst bei beherzter Leistungsabfrage bleibt das Aggregat ruhig und verrichtet artig seine Arbeit.

Für einen gemütlichen Drive

Anders als bei Cabrio und Grand Coupé haben die Entwickler das Fahrwerk beim Cabrio nicht straffer ausgelegt. Wer Cabrio fährt, will schließlich lieber gemütlich Cruisen und nicht über schlechten Asphalt dahinhoppeln. Kein Wunder also, dass das überarbeitete 4er Cabrio Bodenunebenheit ohne große Probleme wegzaubert. Das Thema Verwindungssteifigkeit ist dagegen heutzutage sowieso schon längst von der Agenda: Kein Zittern, kein Vibrieren, der offene 4er liegt genauso stabil auf der Straße, wie seine geschlossenen Brüder.  

Apropos gemütliches Cruisen: Dazu trägt auch das formidable Achtgang-Automatikgetriebe seinen Teil bei, das sich ohne Fehlentscheidungen durch die Gänge arbeitet und diese immer präzise und unmerklich einlegt.  So kommt der Golfer entspannt am Platz an und kann sich am ersten Abschlag auf den perfekten Drive konzentrieren. Trotz der komfortorientierten Grundeinstellung des 4er Cabrios kommen Dynamiker aber auch auf ihre Kosten, wer will, kann Kurven auch recht flott durchpfeilen – an die Sportlichkeit des Coupés kommt das Cabrio aber nicht ganz ran.