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Artikel veröffentlicht am: 01.09.2017

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Erste Infos: TU München aCar

Auf leisen Sohlen durch Afrika

Die TU München arbeitet zusammen mit Partnern aus mehreren afrikanischen Staaten an einem Billig-Nutzfahrzeug mit Elektroantrieb speziell für den Einsatz in ländlichen Regionen armer Länder. Jetzt haben die Wissenschaftler erste Bilder eines Erprobungs-Prototypen und weitere technische Details zum aCar genannten Einfach-Mobil veröffentlicht.

Wie bereits erste Skizzen angedeutet haben: Eine Schönheit ist das aCar nicht. Doch mehr als ein einfaches Pragmatismus-Design ist angesichts des modularen Aufbaus auch nicht drin. Dafür bietet der Stromer auf kleinem Raum viel Nutzwert. Hinter der offenen, zweisitzigen Fahrerkabine des nur 3,70 Meter kurzen E-Mobils befindet sich eine größere Ladefläche, die Platz für Ladegut oder mehrere Personen bietet. Die Zuladung soll eine Tonne betragen. Dank des modularen Konzepts ist die offene Ladefläche mit Sitzbänken nur eine von vielen denkbaren Heckaufbauten. Andere Module können das Auto alternativ in eine mobile Arztpraxis oder eine Wasseraufbereitungsstation verwandeln.

Low-Tech mit E-Antrieb

Beim 48-Volt-Elektroantrieb kommt pro Achse ein kleiner 8 kW/11 PS-Motor zum Einsatz. Die Gesamtleistung des Allradantriebs beträgt also 16 kW/22 PS, was eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erlauben soll. Die 20-kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweite von 80 Kilometer. Das Aufladen der Batterie an einer Haushaltssteckdose soll gut 7 Stunden dauern. Solarmodule auf dem Dach können zusätzlichen Strom zum Laden der Batterie liefern.

Trotz des fortschrittlichen E-Antriebs handelt es sich beim aCar um ein Low-Tech-Fahrzeug. Doch das ist ein erklärtes Ziel dieser Konstruktion. „Durch die Reduktion auf das Wesentliche entstand ein modernes und somit langlebiges Design“, erklärt Prof. Fritz Frenkler, Leiter des Lehrstuhls für Industrial Design der TUM.

Erwatungen übertroffen

Seit einigen Wochen befindet sich ein solcher aufs Wesentliche reduzierter Prototyp in Ghana im Praxiseinsatz. Nach Angaben der TU München erwies sich die Technik bisher als zuverlässig. „Was man bereits sagen kann, ist, dass alle Anforderungen erfüllt und unsere Erwartungen sogar übertroffen wurden.“, so ein vorläufiges Resümee des Diplom-Ingenieurs Sascha Koberstaedt, der das aCar-Projekt am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik leitet.

Im September wird die TU München auf der IAA in Frankfurt einen neuen Prototypen enthüllen. Wann so etwas wie eine Serienproduktion in einem afrikanischen Land anlaufen wird, steht noch nicht fest. Das aCar soll zwar vor Ort montiert werden, doch vorläufig rechnen die Verantwortlichen damit, dass Komponenten wie etwa die Motoren zunächst importiert werden müssen. Der Preis für das Basisfahrzeug soll dennoch langfristig unter 10.000 Euro liegen. (sp-x/mh/jms)