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Artikel veröffentlicht am: 30.03.2007

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Test: Nissan Qashqai 1.6/1.5 dCI

Weniger ist mehr

Es ist eine Unsitte: Nahezu jeder Hersteller bringt zur ersten Präsentation eines neuen Modells lediglich die stärksten Motorisierungen mit. Damit ja nirgends zu lesen steht, Auto XY fahre sich fade. Auch Nissan hatte bei der internationalen Vorstellung nur die großen Vierzylinder dabei. Und ein Einsehen: Nun duften die volumenträchtigen Basisaggregate gestestet werden.

Fährt sich der Almera-Nachfolger mit den kleinen Motoren also fade? Immerhin handelt es sich beim Qashqai um ein 4,31 langes und 1,5 Tonnen schweres Gerät. Auch steht der japanische Kompaktwagen mit dem iranischen Namen ordentlich im Wind. Die Höhe von 1,60 Meter ist der Preis für die an ein SUV erinnernde Karosserieform.

Da klingen 114 PS aus 1,6 Liter Hubraum beim Basisbenziner nicht eben nach Fahrspaß. Die Praxis straft uns Lügen. Der Motor ist ausgesprochen lebendig, dreht locker flockig hoch und macht dem Qashqai ordentlich Beine. In zwölf Sekunden spurtet er auf Tempo 100 und auf der Autobahn schafft er Tempo 175. Im Schnitt soll der Motor mit weniger als sieben Liter Super auf 100 Kilometer auskommen. Das setzt allerdings sehr gemütliches Fahren voraus.

Durchzugsstarker Diesel

Naturgemäß noch sparsamer ist der kleine Selbstzünder 1.5 dCi: 5,4 Liter Diesel wird als genormter Durchschnittsverbrauch angegeben, was einem CO2-Ausstoß von 145 g/km entspricht. Der Vierzylinder-Turbodiesel spritzt den Kraftstoff direkt in die Brennräume, mobilisiert so aus 1,5 Liter Hubraum 105 PS und ein maximales Drehmoment von 240 Nm bei 2.000 U/min.

Doch bereits bei knapp über 1.000 Touren nimmt der von Renault stammende Motor sauber Gas an. Laufruhe und Drehfreude sind vorbildlich, die Performance überdurchschnittlich. Beim Spurt und der Maximalgeschwindigkeit liegt der 1,5er Diesel auf dem Niveau des kleinen Benziners, beim Durchzug ist er meilenweit überlegen.

Agil und komfortabel

Geschaltet wird der 1.5 dCi per manuellem Sechsganggetriebe, der Benziner muss mit fünf Gängen auskommen. Beide Getriebe bereiten dank ihrer kurzen, präzise geführten Schaltwege viel Spaß. Das trifft im Großen und Ganzen auch auf die angenehm straffe Lenkung zu - nur um die Mittellage könnte sie etwas direkter sein.

Das Fahrwerk des Qashqai ist ausgewogen abgestimmt, tendenziell eher komfortabel denn sportlich. Nur die mitunter lauten Poltergeräusche fallen negativ auf. Besonders weil sich der Nissan sonst als stiller Zeitgenosse präsentiert, Abroll- und Windgeräusche weitgehend vor den Passagieren verbirgt.

Fazit

Es muss nicht immer das Topmodell sein. Die Basismotorisierungen im Nissan Qashqai beweisen, dass kleinere Motoren nicht notgedrungen weniger Fahrspaß bieten. Sowohl der 1,6er Benziner, als auch der 1,5er Diesel überzeugen. Einzige Einschränkung: Die kleinen Motoren sind ausschließlich mit Frontantrieb zu haben, der optionale Allradantrieb bleibt den 2,0-Liter-Aggregaten vorbehalten.