Auto Salon Genf 2010
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Interview: Im Gespräch mit Dr. Zetsche

Interview: Im Gespräch mit Dr. Zetsche

Daimlers China-Pläne

03.03.2010

Den Hybrid-Antrieb haben BMW und Mercedes gemeinsam entwickelt, eine weiterreichende Kooperation bekommen die beiden deutschen Premiumhersteller allerdings nicht auf die Reihe. Selbst mehrere Treffen der Vorstandsvorsitzenden Zetsche und Reithofer brachten keine Ergebnisse. Jetzt orientiert sich Daimler neu und will mit Renault und dem chinesischen Hersteller BYD neue Allianzen eingehen.

Mit Renault will Daimler vor allem bei der Kleinwagenentwicklung zusammen arbeiten. Schließlich planen die Stuttgarter, ihr Angebot im Kompaktsegment, also unterhalb der C-Klasse auszubauen. „Wir werden uns in diesem Bereich breiter aufstellen“, erläuterte Daimler-Vorstand Dr. Dieter Zetsche bei einem Gespräch auf dem Genfer Auto Salon. „Für die vor der Ablösung stehende A- und B-Klasse wird es vier Nachfolger geben.“

Vier Kompakte

Ab Ende 2011 soll die neue Kompakt-Familie auf den Markt kommen, dafür baut Mercedes derzeit extra ein neues Werk in Ungarn. Wie die vier Modelle genau aussehen werden, ist noch offen. Einen ersten optischen Eindruck vermittelt zumindest die ebenfalls in Genf gezeigte Studie F 800 Style.

Welchen Anteil Renault an Daimlers neuen Kompakten haben wird, ist noch nicht bekannt. Laut Zetsche könne man sich auch eine Kooperation bei den Triebwerken vorstellen, „bei Aggregaten unterhalb des Mercedes-Portfolios“. Konkret könnte das bedeuten, dass Mercedes - wie auch BMW - zukünftig die in den kleineren Baureihen verwendeten, quereingebauten Motoren nicht mehr selbst entwickeln will.

Smart ja, Elektroauto vielleicht

Als wahrscheinlich gilt auch die Zusammenarbeit beim Nachfolger des Smart. Demnach planen beide Hersteller einen zweitürigen und -sitzigen Kleinwagen, etwa auf Renault Clio Plattform, zusammen zu entwickeln, der dann in ein paar Jahren auch den Smart beerbt. Damit rückt auch eine viertürige Variante wieder in den Bereich des Möglichen. „Wir müssen uns genau überlegen, ob es für den Smart einen oder zwei Nachfolger geben wird“, philosphiert Zetsche.

Ob es dagegen auch eine Kooperation im Bereich der Elektrofahrzeuge gibt, ist noch offen. Renault plant in der Zukunft eine Fertigungskapazität von 500.000 Elektrofahrzeugen bereitzustellen, die am Ende sicher nicht alle mit Renault- oder Nissan-Logo vom Band laufen werden, aber auch nicht unbedingt einen Stern tragen müssen.

Elektro-Kooperation mit China

Denn auf dem Elektrosektor will Mercedes zukünftig auch mit dem chinesischen Autobauer BYD (steht für „Build Your Dreams“) zusammen arbeiten, wie auf dem Genfer Auto Salon bekannt gegeben wurde. Daimler sei eine der am schnellsten wachsenden Marken in China, so Zetsche, und BYD einer der bedeutensten Batteriehersteller. Eigenen Angaben zur Folge ist das Unternehmen größter Handy-Akku-Hersteller der Welt.

Zusammen wollen die beiden Hersteller ein massentaugliches Elektroauto entwickeln und produzieren. Zetsche schwärmt „von einer perfekten Kombination“, und hegt insgeheim den Anspruch „Weltmarktführer bei Elektromobilität zu sein“. Positioniert werden sollen die Kooperationsfahrzeuge über den BYD-eigenen Autos, aber unterhalb der Mercedes-Modelle.

BYD mit eigenem E-Auto

BYD selbst plant übrigens auch ein Elektrofahrzeug auf den Markt zu bringen. Der Elektromotor des in Genf präsentierten e6 wird von einer 600 Kilogramm schweren Lithium-Eisenphosphat-Batterie gespeist, die rund 2.000 bis 4.000 Mal geladen werden kann. An einer haushaltsüblichen Steckdose dauert ein Ladevorgang allerdings rund 20 Stunden. In den USA soll der e6 für rund 40.000 Dollar Ende 2010 an den Start gehen.

Im Rahmen der geplanten Kooperation würde BYD vor allem von Daimlers Know-How im Fahrzeugbau profitieren. Denn die Chinesen mögen zwar auf dem Elektrosektor vorne mitspielen, ihre Autos sind dagegen derzeit noch nicht auf westlichem Niveau - nicht zuletzt im Bereich der Sicherheitstechnik.

Dritte E-Partnerschaft

Kommt die Zusammenarbeit zustande, würde Daimler damit die dritte Elektro-Partnerschaft eingehen. Schon jetzt arbeiten die Stuttgarter mit dem kalifornischen E-Sportwagenhersteller Tesla zusammen und gemeinsam mit Evonic sind sie Teilhaber am Batteriehersteller Litec. Mit Tesla und BYD könnte Daimler sowohl das hochpreisige Sportwagensegment als auch den günstigeren Massenmarkt bedienen.

 

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