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Galerie: Kaufberater Renault Avantime

Kaufberater: Renault Avantime

Seiner Zeit voraus

02.05.2012

Renault bezahlte den mutigen Versuch in der Oberklasse etwas Neues zu etablieren mit einem Misserfolg. Das Van-Coupé Avantime wurde in knapp drei Jahren lediglich 8.545 mal gebaut und avancierte vom Jahreswagen direkt zum Klassiker. Derzeit ist der zweitürige Raumriese noch ein Geheimtipp unter Autoliebhabern und Anlageexperten.

Was soll das denn sein, fragte sich so manch ein Betrachter beim Anblick der ersten Exemplare des Renault Avantime. Groß wie einVan, aber mit nur zwei Türen ausgerüstet und in seiner Erscheinung so divenhaft, das das Auto kaum als graue Maus auf den Vorstandsparkplatz passte. Der Preis dagegen schon, denn Renault schrieb an den Avantime zunächst eine Summe, die das Auto zwangsläufig nur den vielzitierten gutverdienenden Freiberuflern zugänglich machte.

Aus Tradition

Mit der Oberklasse haderten die Franzosen seit den 1960er Jahren. Die Versuche, Schrägheckautos in diesem Segment zu etablieren, durften mit der letzten Ausgabe des Renault Safrane als gescheitert betrachtet werden und auch konventionelle Fahrzeuge wie der selige Peugeot 604 rosteten eher auf den Höfen der Händler weg, als das sie den Weg zum Kunden fanden.

Die Idee der Regie' de Renault, mit dem Avantime ein futuristisches Design anzubieten und es dazu mit Hightech aus der Bell-Etage des Automobilbaus zu garnieren, hätte also zumindest theoretisch funktionieren können.

Fertigung bei Matra

Galerie: Kaufberater Renault AvantimeRenault setzte zur Realisierung auf die Fabrik des ehemaligen Sportwagenherstellers Matra in Romorantin-Lantheney. Dort, wo auch die Basis des Avantime, der Espace, vom Band lief, kannte man sich aus mit Thermoplasten, einem leicht zu verarbeitendem Material, aus dem auch der Body des Avantime ist.

Als Besonderheit kreierte das Designteam um Thierry Metroz zwei riesige Türen mit einem speziellen Klappmechanismus und rahmenlosen Scheiben. Die rund 1,40 Meter langen und 60 Kilogramm schweren Pforten hingen an Doppelgelenkscharnieren, die beim Öffnen dreidimensional schwenkten und so einen besonders großen Öffnungswinkel für einen bequemen Einstieg freigaben.

Das Raumschiff

Galerie: Kaufberater Renault AvantimeDer dann zu erklimmende Innenraum bot Raumschiff-Enterprise-Atmosphäre pur. Das Armaturenbrett wies neben einem digitalem Kombiinstrument im Zentrum auch ein, für damalige Verhältnisse hochmodernes, Navigationsgerät von Philips auf. Zahlreiche Spielereien inklusive einer leistungsfähigen HiFi-Anlage rundeten das Angebot ab.

Wer mochte, konnte mit einer zweifarbigen Lederausstattung, deren Material jedoch eher an Gummi erinnerte, das Innenraumambiente noch verbessern. Der Clou am Avantime war jedoch der Frischluft-Effekt: In seiner Basisversion ließen sich beim Avantime sämtliche Seitenscheiben mit einem Fingerschnipp herabsenken, wodurch, dank fehlender B-Säule, ein Cabriolet-Feeling entstand. Das gegen Aufpreis lieferbare Glasschiebedach erhöhte den Effekt noch und machte die Fahrt im Renault Avantime über die sommerliche Landstraße zum echten Erlebnis.

Großserientechnik sichert Zuverlässigkeit

Zu diesem Reisecharakter passten auch die angebotenen Motoren. Neben einem leistungsmäßig zurückhaltenden 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 163 PS und einem etwas langweiligen, weil mit dem hohen Gewicht bisweilen überforderten, 150 PS starken Turbodiesel, war es vor allem der V6, der den Avantime zum echten Grand Coupé qualifizierte.

Galerie: Kaufberater Renault AvantimeDas in seinen Grundzügen aus einer Gemeinschaftsentwicklung mit Volvo stammende 3,0-Liter-Aggregat leistete dank Vierventiltechnik und moderner Einspritzung immerhin 207 PS und sorgte mit einem üppigem Drehmoment von 285 Newtonmeter für muntere Fahrleistungen. In Verbindung mit dem Fünfgang-Automatikgetriebe wurde der 1.816 Kilogramm schwere Avantime V6 dann zum perfekten Cruiser: Genug Kraft, um häufig im vierten Gang dahin zu rollen, aber auch ausreichend Dampf, um auf der Autobahn gut mitzuhalten.

Dann allerdings stieg der Verbrauch von bleifreiem Super in exorbitante Höhen und der 80 Liter große Tank zwang nach nur 350 Kilometern zur Pause. Eine Möglichkeit, die aber auch heute noch gern genutzt wird, bietet sie doch Gelegenheit, die staunenden Fragen der Passanten nach diesem Exoten in aller Ausführlichkeit zu beantworten und sich bei der Rückkehr an der modernen Designikone zu erfreuen.

+

avantgardistische Form mit großen Glasflächen

gutes Raumangebot

mechanische Zuverlässigkeit

hohes Spekulationspotential

nur mäßige Verarbeitung

teurer Unterhalt (V6)

bisweilen störanfällige Elektrik

Lackprobleme durch Kunststoffkarosse   

 
Fazit
 

Sven Jürisch

Der Renault Avantime ist etwas für Individualisten mit Gespür für die richtige Geldanlage. Einst ein hochpreisiges Oberklassemodell, dümpelt der schicke Zweitürer derzeit völlig unterbewertet vor sich hin. Die einst verschmähten Vierzylinder machen ihn für Vielfahrer gerade heute interessant, während der durstige aber komfortable V6 etwas für den Genießer ist.

Zu zimperlich sollten die Interessenten im Hinblick auf die Verarbeitung nicht sein – der Avantime ist auch in dieser Hinsicht etwas für den französischen Lebensstil.

Stöbern Sie doch einfach auf AutoScout24 nach gebrauchten Renault Avantime.
 
 
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