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Kommentar: Blitzmarathon

Kommentar: Blitzmarathon

Von wegen Sicherheit

11.10.2013

Ich muss zugeben, der angekündigte bundesweite 24-Stunden-Blitzmarathon hinterlässt mich immer noch ratlos. Rund 15.000 Polizisten blitzten an tausenden Kontrollstellen bundesweit einen Tag lang rund um die Uhr. Die Blitzlocations werden vorab flächendeckend bekannt gegeben, es gehe schließlich um die Sicherheit. Und nein, man wolle nicht abkassieren, das sei keine Abzocke.
Von wegen!

Ein Ergebnis hatte der gestrige Tage jedenfalls. Sogar ein positives, wie wir in einem kurzen Meinungsaustausch in der Redaktion fest stellten. Der Verkehr sei auf den üblichen Einfallstraßen - bei konstant hoher Verkehrsdichte - spürbar flüssiger als sonst gewesen. Die Tempounterschiede waren geringer, weil die Mehrheit wohl einen leichteren Gasfuß hatte.

Es gab jedoch auch schnelle Übereinstimmung, dass - statt eines flüchtigen Blitzmarathons wie gestern - vielmehr regelmäßigere, unangekündigte und striktere Tempokontrollen mit weniger Toleranz (wie in der Schweiz) zu mehr Tempodisziplin führen würden, sie könnten durchaus ein effektives und probates Mittel zur Durchsetzung bestehender Tempolimits sein.

Doch die Praxis ist ja oft eine andere. Wenn es um die Sicherheit geht, kennt wohl jeder Autofahrer in seinem Umfeld besser geeignete Abschnitte, die es zu überwachen lohnte (zum Beispiel in Wohngebieten), als die, an denen dann tatsächlich die Ordnungsbehörden tätig werden (zum Beispiel an übersichtlichen Durchgangsstraßen ohne Unfallschwerpunkt).

Man könnte - wenn es tatsächlich um die Sicherheit ginge - auch Tempo 30 statt 50 innerhalb geschlossener Ortschaften umsetzen, um auf den Durchgangsstraßen mit hohem Verkehrsaufkommen Tempo 50 oder 60 zuzulassen.

Man könnte sich auch die Praxis des Führerscheinerwerbs kritisch ansehen und sich die Frage stellen, ob ein Fahrsicherheitstraining für alle Fahranfänger verpflichtend sein sollte. Und ob man das nicht alle fünf Jahre wiederholen sollte, damit die Autofahrer nicht nur besser im Auto sitzen statt dort herumzulümmeln sondern auch in der Lage sind eine echte Notbremsung durchzuführen. Die Versicherungswirtschaft hätte bestimmt ein paar Ideen zur Finanzierung.

Und ist es tatsächlich zu viel verlangt, Alkohol am Steuer einfach zu verbieten, statt dem Fahrer nach dem ersten Bier komplizierte Bruchrechnungen (mit Alkoholgehalt, Körpergewicht, Geschlecht und Essgewohnheiten) zuzumuten und ihm ein Hintertürchen in Form des Selbstbetrugs “Ich kann noch fahren” offen zu lassen?

 
Fazit
 

Thomas Weiss

Tempokontrollen funktionieren, doch nicht in der oftmals praktizierten Form und schon gar nicht durch einen Blitzmarathon. Der lenkt nur davon ab, dass bei uns keine nachhaltige Verkehrssicherheitspolitik stattfindet.
 
 

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