E10
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Kommentar: Probleme mit E10-Superbenzin

Kommentar: Probleme mit E10-Superbenzin

Sind wir eigentlich alle doof?

28.02.2011

Mehr Bio im Benzin. Damit wirbt ein Flugzettel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Zu haben: An immer mehr Tankstellen die E10-Sprit anbieten. Doch die Verunsicherung der Auto- und Motorradfahrer ist groß, und wissen nach ADAC-Umfragen nur wenige, ob ihr Fahrzeug für den Gebrauch von E10-Superbenzin zugelassen ist. Probleme macht der Sprit unter Umständen auch bei modernen Motoren.

Die EU macht ein Gesetz und alle müssen sich daran halten. Deutschland prescht mal wieder voran und will seinen Biokraftstoffanteil bis 2014 auf 6,25 Prozent anheben. Um das durchzusetzen, werden die Auflagen für die Mineralölkonzerne verschärft. Diese müssen den Absatz nämlich erbringen. Egal wie.

Preiserhöhung

Am einfachsten geht so etwas, indem man den Autofahrern den neuen E10-Sprit unterjubelt und das Ganze subtil über den Preis regelt. So geschieht es derzeit an immer mehr Tankstellen, dass E10-Super zum bisherigen Preis von Super 95 angeboten wird.

Aufgrund des Bestandsschutzgesetzes sind die Mineralölkonzerne verpflichtet, Super 95 auch weiterhin anzubieten. Zu welchem Preis wurde freilich nicht geregelt. So kommt es, dass in vielen Zapfsäulen wo Super 95 draufsteht oft Superplus drin, denn Super 95 wird meist gar nicht mehr ausgeliefert. So kommt es dann auch, dass E10-Benzin meist fünf bis sechs Cent günstiger ist als Super und SuperPlus, die derzeit häufig auf einem Preisschild geführt werden.

Update

Massive Absatzprobleme haben dazu geführt, dass die Mineralölindustrie die E10-Einführung vorläufig gestoppt hat und die Biosprit-Produktion zurückgefahren wurde; der Käuferstreik führte zu Versorgungsengpässen bei anderen Benzinsorten, die E10-Tanks der Raffinerien laufen dagegen über. Bislang ist E10 vor allem im Osten und Süden der Republik erhältlich, als nächstes wäre Nordrhein-Westfalen an der Reihe gewesen. Die Mineralölindustrie will nun abwarten, ob die Verbraucher den neuen Sprit in den nächsten Tagen besser annehmen. Erst dann könne E10 in den restlichen Regionen Deutschlands in den Handel kommen.

- Spiegel: Biosprit-Einführung vorerst gestoppt
- Zeit: Raffinerien drosseln E10-Produktion
- Automobilwoche: Ausweg aus E10-Debakel gesucht

Mindestens drei Millionen dürfen nicht

Laut ADAC gibt es in Deutschland rund drei Millionen Autos, die kein E10-Super tanken dürfen, bei Motorrädern ist die Situation undurchsichtiger. Diese nicht unerhebliche Zahl an Verkehrsteilnehmern wird nun abermals geschröpft und muss das teure Superbenzin (das übrigens schon seit längerem fünf Prozent Ethanol beinhaltet) tanken.

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Und genau diese Autofahrer sind es auch, die den in der Herstellung teuren E10-Sprit subventionieren. Die Mineralölkonzerne, die letztes Jahr wieder zweistellige Milliardengewinne eingefahren haben, schlagen so zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen werden sie mittelfristig die von der EU vorgegebene Menge E10-Sprit absetzen können und zum anderen die Mehrkosten gleich wieder auf die Autofahrer umwälzen. Argumentiert wird seitens der Mineralölwirtschaft damit, dass die Logistik eines zusätzlichen Benzinangebots groß und damit teuer ist und, natürlich ganz aktuell, mit Libyen.

Wird der vermeintliche Biosprit, der den CO2-Ausstoß verringern soll, doch getankt, kann bereits einmaliges Tanken zum Motorschaden führen. Daher ist Vorsicht angebracht.

Kleine, freie Tankstellen suchen, groß Konzerne meiden

Die Frage ist aber nun: Was können Autofahrer tun? Derzeit in jedem Fall die Tankstellen meiden, die E10-Sprit anbieten und die Tankstellen anfahren, die herkömmliches Superbenzin mit 95 Oktan zum E10-Preis anbieten. Doch wie lange das noch so gehen wird, ist ungewiss.

Das Schlimmste an der Misere: Der Nutzen für die Umwelt, also das Pro-Argument der EU, ist laut BUND und laut Umweltinstitut München e.V. nicht zu erkennen und auch nicht zu erwarten. Denn unter anderem kann der Verbrauch bei einzelnen Modellen um bis zu fünf Prozent ansteigen und ist die Anbausituation des regenerativen Sprits umstritten.

Schreiben Sie uns Ihre Probleme/Erfahrungen mit E10-Sprit. Email an: redaktion@autoscout24.com

 
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