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Galerie: Kurztest BMW 640i

Kurztest: BMW 640i

Auf die schnelle Art

31.10.2012

Lang und sexy ist die zweite Auflage des 6er Coupés von BMW. Da scheint es doch nur recht und billig, wenn unser Testbericht zum Einstiegsmodell 640i kurz und knackig ausfällt. Hier also ein paar Eindrücke – kompakt, schonungslos.

Optik Der 640i fasziniert mit seiner von höchster Eleganz beseelten Außenhaut. Kurios: Die Heckansicht verdeutlicht den pyramidalen Aufbau, denn das Coupé verjüngt sich von unten nach oben deutlich.

Beim Einparken können allerdings die gewaltigen Außenabmessungen nerven. Zumal man oft unter Beobachtung steht, denn außerhalb Münchens konnte der im Frühjahr 2012 noch jungfräuliche, zweitürige Feger bei vielen Passanten reichlich Aufmerksamkeit erregen. Die optionalen, mächtigen Riesenfelgen mit Monsterschlappen dürften ihren Teil dazu beigetragen haben.

Galerie: Kurztest BMW 640iInnenraum Vorne Oberklasse, hinten Holzklasse. Zumindest das Platzangebot ist im Fond unterirdisch schlecht, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Fast-Fünf-Meter-Trumm handelt. Immerhin ist der Kofferraum für 460 Liter gut dimensioniert und dank umklappbarer Rückbanklehne sogar erweiterbar. Materialien, Verarbeitung und Ausstattung sorgen im Palazzo Prozzo für ein gediegenes Erste-Klasse-Ambiente und zwar überall.

Großartig Das Riesendisplay des Navi-Multimedia-Alleskönners und das Head-up-Display, welches den Blick ins Kombiinstrument als auch den Navibildschirm erübrigt. Hier hat man immer alles perfekt im Blick.

Fahrverhalten Unglaublich gut, vor allem wenn man einen flotten Fahrstil pflegt. Nie zuvor hat mir ein Auto ein derart entspanntes Gefühl bei 250 km/h vermittelt. Der 320-PS-Benziner sorgt zudem für Durchzug in allen Lebenslagen, die schnell schaltende Acht-Gang-Automatik jongliert äußerst geschickt mit ihren vielen Übersetzungen. Weltklasse. Ein Achtzylinder? Angesichts des neuen Biturbo-Reihensechsers überflüssig.

Galerie: Kurztest BMW 640iDie Kehrseite Man wird zu Express-Fahrten provoziert, bei denen die Tanknadel der Reserve im Sturzflug entgegeneilt wie einst Felix Baumgartner der Erde beim Stratos-Sprung. Die 7,6 Liter Normverbrauch kann man locker verdoppeln. Eine ruhigere Fahrweise wird praktisch mit neun Litern quittiert. Im Schnitt waren es dann 10,5 Liter. Ein Öko-Ansinnen hat der 640i ohnehin nicht.

Im Gegenteil Atemberaubend ist die Kurvenperformance des 6er Coupés, der trotz seiner 1,7 Tonnen Kampfgewicht irrsinnige Tempi bei höchster Präzision möglich macht. Die Technik nimmt mir dabei gelegentlich das Gefühl, noch selbst Kontrolle über das Auto zu haben. Was genau sich zwischen Reifen und Asphalt abspielt, kann man zeitweilig nur erahnen. Die Kontrolle hat hier vielmehr das hochgerüstete Rechenzentrum, was in vielen Situationen aber von Vorteil sein dürfte.

Galerie: Kurztest BMW 640iBrillant Man hat per Knopfdruck die Wahl zwischen einer sportlichen oder komfortablen Fahrwerkseinstellung, mit jeweils deutlich spürbaren Unterschiede. Die Komforteinstellung, die diesen Namen absolut verdient, ist allerdings nur in der Stadt erträglich.

Preis Abartig. Ganz einfach. Eigentlich handelt es sich um einen 5er, der aber bei weniger Alltagsnutzen deutlich teurer ist. Der 6er ist als Oberklasse-Modell positioniert, was bereits der Basispreis von 75.000 Euro verdeutlicht. Wobei noch reichlich Spielraum nach oben ist: 4.000 Euro für das adaptive Fahrwerk, 3.000 Euro für die 19-Zöller, LED-Scheinwerfer für 2.200 Euro - die 100.000-Euro-Marke lässt sich mit Leichtigkeit nehmen.

 
Fazit

Mario Hommen

Das 6er Coupé ist kein Auto der Vernunft. Im Gegenteil: Der schönen Außenhaut wegen wird man sich diesen verschwenderischen Zweisitzer zulegen, bei dem Alltagstauglichkeit eher nachrangig ist.

Fahrtechnisch und beim Komfort bietet der 640i dafür das ganz große Kino. Der angesichts der Fahrleistungen sogar halbwegs genügsame Sechszylinder ist dabei völlig ausreichend, um souverän in allen Lebenslagen unterwegs zu sein. Achtzylinder-Jünger müssen nicht traurig sein.

Preislich ist der 640i, also das „Basis“modell der Baureihe, allerdings für viele in unerreichbare Regionen abgedriftet. Allein für die reichlich angebotenen und begehrenswerten Extras könnte man auch einen gut ausgestatteten VW Golf bekommen.
 
 

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