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Galerie: Kurztest Lexus IS F

Kurztest: Lexus IS F

Mehr Kraft in der Mittelklasse

09.06.2008

Potente Motoren gehören zu Lexus wie Sushi zu Japan. Weniger als 177 PS hat Toyotas Nobel-Tochter gar nicht im Angebot und der deutsche Durchschnitts-Lexus leistet stolze 278 PS. Allerdings verbindet man Lexus eher mit gediegenem Komfort statt sportlicher Dynamik. Der neue IS F soll das Image auffrischen, und zugleich die PS-Statistik ein wenig nach oben korrigieren.

Was für Mercedes AMG ist, bei Opel als OPC bezeichnet wird und BMW kurz M nennt, sollen für Lexus zukünftig die F-Modelle sein: hochmotorisierte Ableger der Serienmodelle. Die Bezeichnung F bezieht sich auf den Fuji Speedway, die japanische Formel-1-Strecke am Fuße des gleichnamigen Bergs. Der Rundkurs gehört Toyota und dort sitzt auch das Ingenieurszentrum, dass unter anderem die F-Versionen zu verantworten hat. Erster Botschafter der schnellen Abteilung ist das Mittelklassemodell IS F.

Schnell zugreifen

Galerie: Kurztest Lexus IS FDoch zunächst die schlechte Nachricht: Lexus plant 2008 insgesamt nur 5.000 IS F zu produzieren, die weltweite Nachfrage liegt bereits jetzt bei 25.000. Wer sich die Hochleistungs-Limousine sichern will, muss schnell sein. Für Deutschland sind gerade mal 200 Einheiten vorgesehen, 18 gingen davon in den letzten Tagen in Kundenhand.

Was aber macht den IS F so begehrenswert, dass jemand bereit ist, für eine Mittelklasselimousine 69.600 Euro auf den Tisch zu legen? Die Antwort verrät ein Blick unter die Motorhaube: Dort wartet ein fünf Liter großer Achtzylinder nur darauf, losgelassen zu werden - und auf Kundenfang zu gehen. Schließlich will Lexus mit dem potenten IS im Revier von Mercedes C63 AMG und BMW M3 wildern.

Starkes Heck

Galerie: Kurztest Lexus IS FÄußerlich zeigt der IS F vor allem am Heck, was in ihm steckt. Die Designer spendierten ihm je zwei ovale Endrohre pro Seite, die von seiner Kraft zeugen. Eine Spoilerlippe am Heckdeckel schärft die markante Optik und sorgt zusätzlich für Abtrieb. Vorne fallen große Lufteinlässe auf, in der Seitenansicht bestechen 19 Zoll große Schmiederäder von BBS. Nichts Neues dagegen im Innenraum: Das elegante Interieur unterscheidet sich nicht von dem der Serienmodelle, lediglich ist der IS F nahezu komplett ausgestattet. So gehören Sportsitze mit festem Seitenhalt ebenso zur Serie wie das schlüssellose Zugangssystem.

Galerie: Kurztest Lexus IS FDer Hochleistungsmotor im IS F stammt aus der Oberklasselimousine LS 600h, wurde aber von Yamaha gründlich überarbeitet. Dort hat man das Aggregat abgespeckt und unter anderem den kompletten Zylinderkopf ausgetauscht. Das Resultat: Während der im LS mit einem Elektromotor gekoppelte Achtender „nur“ 394 PS leistet, entwickelt er im IS F satte 457 Pferdestärken.

Kraftvoller Sound

Galerie: Kurztest Lexus IS FDas er genug Kraft hat, um den deutschen Konkurrenten das Leben schwer zu machen, daraus macht der Lexus keinen Hehl. Per Startknopf wird der Motor angelassen, der V8 quittiert es mit lauten Grollen und geht dann in ein kraftvolles Grummeln über. Im Leerlauf versteht sich.

Denn sobald der Fahrer aufs Gaspedal tritt, ist Schluss mit sanft. Als hätte sie nur darauf gewartet, schnellt die Nadel des Drehzahlmessers nach oben, schließlich liegen erst bei 5.200 Touren die vollen 505 Newtonmeter an der Kurbelwelle an. Es dauert keine fünf Sekunden, schon hat der heckgetriebene Lexus Tempo 100 erreicht. Mit diesem Wert liegt der Japaner mittig zwischen dem schwächeren BMW M3 und dem etwas potenteren Mercedes C63 AMG.

Immer weiter

Galerie: Kurztest Lexus IS FIm Gegensatz zu den deutschen Flitzern ist der Japaner aber nicht bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Lässt man ihm freien Lauf, beschleunigt er ohne nennenswerte Schwierigkeiten bis Tempo 270 - und laut Tacho sogar ein bisschen mehr. Die hohe Leistung verlangt natürlich nach einer ebenbürtigen Bremsanlage. Vorne verbaut Lexus entsprechend innenbelüftete Bremsscheiben mit 360 Millimeter Durchmesser und Sechskolben-Bremszangen, hinten kommen Scheiben der Dimension 345 Millimeter und Doppelkolben-Sättel zum Einsatz. Eingekauft wurden die Stopper übrigens bei Brembo.

Wie in der Luxuslimousine LS, so arbeitet auch im IS F ein achtstufiges Automatikgetriebe und erfüllt seine Aufgabe mit Bravour. Für den Fahrer kaum spürbar werden die Gänge gewechselt, zielsicher sucht der Automat die passende Übersetzung. Im Multifunktionsdisplay kann man ablesen, welcher Gang gerade eingelegt ist. Um einen kraftvollen Antritt sicher zu stellen, ist die erste Fahrstufe sehr kurz übersetzt, die achte dagegen besonders lang, um bei hohem Tempo den Verbrauch niedrig zu halten.

Gar nicht so durstig

Galerie: Kurztest Lexus IS FSo schafft es der IS F - zumindest laut Datenblatt - nur 11,4 Liter je 100 Kilometer zu konsumieren und liegt damit ein bis zwei Liter unter der deutschen Konkurrenz. In unserem Test zeigte der Bordcomputer bei schneller Fahrt einen Wert von knapp unter vierzehn Litern an. Das passt zwar nicht wirklich zur Spar-Philosophie des Hybrid-Vorreiters Toyota, ist in Anbetracht der Leistung aber ein akzeptabler Wert.

Wer sich der Gangwechsel lieber selbst annimmt, kann in den manuellen Modus schalten. Über Wippen am Lenkrad kann der Fahrer dann die acht Stufen durchschalten. Mit einer Reaktionszeit von 0,1 Sekunden stellt das System selbst den geübtesten Autofahrer in den Schatten. Wer will, kann die Gänge bis 6.800 Touren ausdrehen und so dem Motor eine wahre Sinfonie entlocken. Herrlich tief bollert der Achtzylinder und jault beim Gasstoß herzzerreißend auf. Daran ist nicht zuletzt der zweite Ansaugkanal schuld, der bei 4.200 Umdrehungen automatisch zugeschaltet wird.

Mehr Spaß

Gegenüber den herkömmlichen IS-Limousinen verfügt der F über das weiterentwickelte Fahrdynamik-Management Sport-VDIM. Sowohl ABS, die Antriebsschlupfregelung als auch das Stabilitätsprogramm VSC wurden geschärft und sollen den IS F so noch ein Stück weiter in den Grenzbereich vordringen lassen. Vor allem auf der Rennstrecke soll das System sein Potential ausspielen: Während herkömmliche Sicherheitssysteme die Rundenzeit gegenüber einem Wagen ohne elektrische Helfer deutlich verlängern, soll das Sport-VDIM nur wenige Sekundenbruchteile kosten.

Galerie: Kurztest Lexus IS FDoch auch im Straßenverkehr profitieren ambitionierte Fahrer davon: Das System lässt genügend Spielraum für eine forcierte Fahrweise. Dem Heckantrieb sei dank, können geübte Piloten den IS F mit einem Gasstoß elegant um die Kurve bewegen, ohne dass das Stabilitätsprogramm einen Strich durch die Rechnung macht. Es greift aber früh genug ein, um den Lexus samt Insassen vor einem Abflug zu bewahren.

Mittels Tastendruck kann der Fahrer den Lexus noch ein wenig schärfen: Im Sportmodus dreht der Automat die Gänge länger aus, das sonst komfortable Fahrwerk wird härter und die Lenkung arbeitet deutlich direkter und präziser. Im Normalmodus nämlich ist sie eher teigig und für die engagierte Kurvenhatz etwas zu ungenau. Apropos Kurvenhatz: Damit dem Achtzylinder bei schnellen Richtungswechseln nicht der Schmierfilm abreißt, verbaut Lexus eine Extra-Ölpumpe. Ein Zusatztank sorgt zudem dafür, dass auch bei größter Querbeschleunigung stets genug Brennstoff in die Zylinder komtm.

Fazit

Der Lexus braucht sich nicht hinter den deutschen Sportlern in der Mittelklasse zu verstecken. Sowohl leistungs- als auch komforttechnisch kann der Japaner mithalten. Der potente V8 macht aus dem IS eine Rennmaschine, die sich auf dem Rundkurs am wohlsten fühlt. Allerdings kann sich der Lexus auch benehmen, er drängt seinen Fahrer nicht zum Rasen, taugt auch zum entspannten Gleiten. Dann halten sich auch die Spritkosten im erträglichen Rahmen.

Galerie: Kurztest Lexus IS F

 
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