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Galerie: Kurztest Saab 9-3 1.9 TTiD SportLimousine

Kurztest: Saab 9-3 1.9 TTiD SportLimousine

Nicht nur für Architekten

21.11.2008

Ein Klischee ist laut Duden eine „eingefahrene Vorstellung“. Ein Bild also, das sich auf eine häufig zugeschriebene gemeinsame Eigenschaft einer Menge von Personen bezieht.  Nehmen wir mal an, diese Menge seien Ärzte, Architekten und Psychologen. Welches Klischee kommt uns in den Sinn? Richtig: Sie fahren alle Saab!

Zugegeben, es gibt sicher auch Architekten, die Alfa, Volvo oder Citroen fahren. Und genügend Rechtsanwälte werden ihren Benz wohl kaum gegen einen Saab 9-3 tauschen wollen. Und trotzdem wird ihnen immer wieder der kühle Schwede nachgesagt.

Galerie: Kurztest Saab 9-3 1.9 TTiD SportLimousineDer Saab, so sagt es zumindest das Klischee, sei der in Blech gepresste Individualismus. Wie individuell nun die Häuslezeichner wirklich sind, spielt dabei keine Rolle. Schließlich reicht es schon, sich mit dem freigeistigen Charme der schwedischen Limousinen zu umgeben, um als Individualist zu gelten.

Kühl und schlicht

Seinen Ruf verdankt der Saab nicht zuletzt der kühlen Optik, die seine Herkunft nicht verleugnen will. Dass Design aus dem südschwedischen Trollhättan ist unverspielt, klar und sauber – wie die Luft in den skandinavischen Nadelwäldern. Mattes Chrom am Kühlergrill und rund um die Lufteinlässe unterstreicht die nordische Kälte ebenso wie die eiswürfelweißen Rückleuchten am schnörkellosen Heck. Und die eleganten Tagfahrlichtbänder tun ihr übriges.Galerie: Kurztest Saab 9-3 1.9 TTiD SportLimousine

Auch im Innenraum gilt: Form follows function in Reinform. Wer gern von vielen Tasten umgeben ist, sitzt im falschen Auto. Das Entertainmentsystem wird per Touchscreen bedient, drei Drehregler steuern die Klimaanlage. Nostalgiker erfreuen sich am Zündschloss, das, wie früher, hinter dem Schalthebel sitzt. Die weißen, einfach gestalteten Rundinstrumente sprechen für die schlichte Eleganz, die silberne Spange am Lenkrad bringt zusammen mit den übrigen, zahlreichen Alu-Dekoreinlagen etwas von der schwedischen Kälte ins Interieur.

Licht aus

Galerie: Kurztest Saab 9-3 1.9 TTiD SportLimousineWer nachts, auf dem Weg zum Polarkreis, stundenlang durch einsame Wälder rollt, wird die „Nightpanel“-Funktion zu schätzen wissen. Auf Knopfdruck schaltet sich die Beleuchtung aller Bedienelemente, der Instrumente und des Bildschirms ab, um den Fahrer möglichst wenig zu blenden. Nur der Tacho bleibt bis zur 140-km/h-Anzeige illuminiert. Erst wenn der Fahrer schneller fährt, der Tank leer wird oder sonst eine Funktion die Aufmerksamkeit des Fahrers erfordert, wird die entsprechende Anzeige wieder aktiviert.

Unser Testwagen wurde von einem 1,9-Liter-Diesel befeuert, mit dem die Limousine für die auf 110 km/h limitierten schwedischen Straßen eigentlich übermotorisiert ist. Seine180 PS treiben den 9-3 in 8,5 Sekunden auf Tempo 100, bis zu 400 Newtonmeter Drehmoment schieben ihn aus dem Drehzahlkeller heraus an. Damit kann der Saab doppelt so schnell fahren, wie die schwedische Polizei erlaubt.

Für schaltfaule

Galerie: Kurztest Saab 9-3 1.9 TTiD SportLimousineDer gemeine Individualist dürfte das ebenso wohlwollend zur Kenntnis nehmen, wie das gut austarierte Fahrwerk, die leichtgängige Lenkung und das präzise Getriebe. Nur die recht straffe Kupplung wird für leichtes Stirnrunzeln sorgen. Egal, dafür hat man ja ein Auto, dass man nicht an jeder Straßenecke sieht. Außerdem erlaubt der Diesel ohnehin schaltfaules Fahren.

Nicht nur auf der Straße, auch an der Tankstelle sieht man den ab 31.400 Euro erhältlichen Saab 9-3 1.9 TTiD eher selten. Wer in schwedischer Gangart unterwegs ist, hat gute Chancen, die versprochenen 5,6 Liter Diesel je 100 Kilometer zu realisieren. Doch auch bei deutschen Straßenverhältnissen hält sich die Limousine zurück: Unser Testverbrauch pendelte sich bei 6,3 Litern ein.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Saab 9-3 SportLimousine
Ausstattungsvariante   Aero
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.647 / 2.038 / 1.473
Radstand (mm)   2.675
Wendekreis (m)   11,4
Leergewicht (kg)   1.395
Kofferraum (Liter)   425
Bereifung Testwagen   235/45 R17
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.910 / 4, Reihe
Leistung (PS)   180
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   400 / 1.850 - 2.750
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,6
CO2-Emissionen (g/km)   149
AS24-Verbrauch (l/100km)   6,3
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   8,5
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   225
Preise    
ab (Euro)   36.800
Empfohlene Extras   Sichtpaket, u.a. mit Regensensor, automatisch abblendende Spiegel, adaptive Bi-Xenon-Scheinwerfer (660 Euro), Sitzheizung (340 Euro), Komfortpaket inkl. Parkassistent und Tempomat (570 Euro)
 
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Fazit

Man muss kein Architekt sein, um Saab zu fahren. Die 9-3 Limousine ist genau das Richtige, wenn man sich von der Masse abheben will. Das kühle Design wirkt elegant aber nicht protzig, der Innenraum aufgeräumt und trotzdem wohnlich. Und mit dem laufruhigen 180-PS-Diesel ist man schnell und sparsam zugleich unterwegs. Ein Schnäppchen ist der Saab dagegen nicht, zumal die Aufpreisliste großen Spielraum für kostenpflichtige Individualisierung lässt.

Galerie: Kurztest Saab 9-3 1.9 TTiD SportLimousine

 
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