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Galerie: Erster Test Kia Sorento 2.2 CRDi Automatik 4WD

Erster Test: Kia Sorento 2.2 CRDi Automatik 4WD

Lifting bis tief unter die Haut

16.10.2012

Häufig schon haben sich Autoexperten darüber gestritten, ob nicht manch vorgeblich neues Modell eigentlich ein Facelift ist, wenn unterm Blech alles beim Alten geblieben ist. Anders beim Kia Sorento, der nach drei Jahren offiziell nur ein Lifting erhält, dies optisch auch so nach außen trägt, unter seinem nur leicht veränderten Blechkleid aber eine völlig neue Plattform steckt. Das hat durchaus Neuauflagen-Charakter.

Galerie: Erster Test Kia Sorento 2.2 CRDi Automatik 4WDDie neue Plattform, auf die ein optisch weitgehend alter und nur stellenweise renovierter Sorento aufsetzt, ist also schon so etwas wie eine kleine Sensation. Kia bediente sich bei der Schwestermarke Hyundai und griff zur moderneren Santa-Fe-Architektur, die von einigen kleineren Anpassungen abgesehen auch für das Format des unverändert 4,69 Meter langen Sorento taugt. Im Fahreinsatz merkt man davon zwar wenig, dennoch bringt die neue Plattform einige handfeste Vorteile mit sich.

Doch zunächst zu den klassischen Facelift-Maßnahmen: Während die seitlichen Blechteile des Sorento mit denen des Vor-Facelift-Modells identisch geblieben sind, wurden Front und Heck offensichtlich modernisiert und dem aktuellen Kia-Look angepasst. Unter anderem schauen die neuen Scheinwerfer jetzt schärfer drein und verleihen LED-Tagfahrleuchten dem Gesicht eine markantere Optik. Größere Luftöffnungen im unteren Bereich der Frontschürze und vertikal stehende, rechteckige statt runde Nebelleuchten sorgen für leicht dynamischere Akzente.

Viele Feinheiten

Galerie: Erster Test Kia Sorento 2.2 CRDi Automatik 4WDDie Heckklappe strahlt mit neu gesetzten Lichtkanten und dem Verzicht auf die zuvor prominente Chromzierleiste ebenfalls etwas mehr Frische aus. Außerdem wurden die LED-Rück- und die Nebelschlussleuchten modifiziert und der lackierte Anteil im unteren Teil der Schürze vergrößert.

Neben einer moderneren Optik wurde auch auf eine bessere Aerodynamik geachtet und soll der cW-Wert von 0,38 auf 0,34 gesunken sein. Blinker in den Außenspiegel-Gehäusen, ein überarbeitetes Glas-Schiebedach, neue Lackierungen und neue Felgen, die jetzt sogar 19 statt bisher 18 Zoll Durchmesser haben dürfen, runden das optische Neuerungspaket ab.

Schöner wohnen

Galerie: Erster Test Kia Sorento 2.2 CRDi Automatik 4WDBeim Innenraum hat Kia ebenfalls nachgelegt. So gibt es mehr Softoberflächen, Chrom-Zierrat, ein schickes, hochauflösendes Farbdisplay im Kombiinstrument und ein schöner integriertes Touch-Screen-Navi in der Mittelkonsole. Außerdem wurde der Automatik-Wahlhebel haptisch angenehmer gestaltet und hat das Ablagefach daneben einen rollo-artigen  Schließmechanismus. Qualitativ vermittelt der geliftete Sorento einen deutlich besseren Eindruck als bisher, doch erreichen Materialgüte und Verarbeitung weiterhin kein Topniveau.

Unverändert gibt es den Sorento gegen Aufpreis auch als Siebensitzer. Die für Fahrgäste umständlich erreichbare dritte Sitzreihe ist aber weiterhin für Erwachsene nur im Kurzstreckeneinsatz zumutbar, während auf den vorderen Sitzreihen das Platzangebot üppig ist. Dank der neuen Plattform wurde der Kabinenboden leicht abgesenkt und die Kniefreiheit auf der mittleren Sitzreihe marginal vergrößert. Mit der dritten Sitzreihe bietet der Maximal-Kofferraum des Sorento 1.530 Liter Stauvolumen, 16 Liter weniger als bisher. Beim Fünfsitzer ist das Volumen von 1.582 auf 1.675 Liter gestiegen.

Mehr Sicherheit

Galerie: Erster Test Kia Sorento 2.2 CRDi Automatik 4WDDas neue Chassis soll laut Kia dank struktureller Änderungen und der Verwendung festerer Stähle auch für ein verbessertes Crashverhalten und entsprechend mehr Sicherheit sorgen. Das tun auch noch einige neue Helferlein: Neben einer serienmäßigen Berganfahrhilfe kann man einen Totwinkelwarner, einen Spurhalteassistent und ein semiautonomes Einparksystem für den Sorento bestellen.

Auch bei den Motoren hat sich ein wenig getan. Der für dieses Fahrzeug-Segment eher unbeliebte 2,4-Liter-Benziner trägt jetzt das Kürzel GDI, was auf seine neue Direkteinspritzung verweist. Damit einher geht eine Leistungssteigerung um 18 auf 192 PS und zugleich eine Verkürzung der Sprintzeit von 10,5 auf 9,8 Sekunden für die 2WD-Version. Die Höchstgeschwindigkeit liegt unverändert bei 190 km/h. Unzeitgemäß allerdings: Der Spritverbrauch stieg dabei um zwei Zehntel auf 8,7 Liter.

Motoren verfeinert

Alternativ gibt es den 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel, der es unverändert auf 194 PS bringt und in Kombination mit der Sechs-Gang-Automatik nun stramme 437 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stellt. Auf unserer Testrunde stand uns dieser potente Selbstzünder in Kombination mit dem Allradsystem zur Verfügung. Der Vortrieb ist bullig, doch als etwas unharmonisch haben wir die klassische Wandlerautomatik erlebt, die häufiger übermotiviert und dann auch gelegentlich in unpassenden Momenten die Gänge wechselte, was die Fahrfreuden trübte.

Galerie: Erster Test Kia Sorento 2.2 CRDi Automatik 4WDEbenfalls unschön wankte der Zwei-Tonner durchs kurvige Geläuf und die gefühllose Lenkung trug ebenfalls dazu bei, den Insassen querdynamische Freuden gänzlich zu verleiden. Trotz der neuen Plattform gehört der Sorento also weiterhin nicht zu den fahraktiven Vertretern seiner Zunft.

Anders hingegen der Eindruck auf der Autobahn: Hier schnurrte der massige Wagen mit hervorragend ruhiger Straßenlage und angenehm niedrigen Fahrgeräuschen sehr entspannt und ruhig dahin. Zeigt der Tacho 130 km/h, möchte man eine Geschwindigkeit von 100 vermuten. Für den Langstreckeneinsatz eignet sich der mit einem ausreichend komfortablen Fahrwerk gesegnete Koreaner also vorzüglich, zumal der Diesel mit einem Normverbrauch von 6,7 Litern sogar einigermaßen enthaltsam mit dem Sprit umgeht. Das sind übrigens 0,7 Liter weniger als bisher. Am sparsamsten ist der 2WD-Diesel übrigens mit manuellem Sechs-Gang-Getriebe, dessen Normverbrauch mit 5,8 Liter angegeben wird.

Weiterhin günstig

Galerie: Erster Test Kia Sorento 2.2 CRDi Automatik 4WDEnthaltsamkeit übt Kia auch weiterhin bei der Preisgestaltung, denn mit 29.900 Euro für die fünfsitzige 2WD-Benzinerbasis gehört das Schwergewicht zu den preislich attraktivsten Vertretern unter den mittelgroßen SUVs. Der Diesel kostet 2.300 Euro mehr.

Die Basisausstattung Attract ist zwar etwas mager bestückt, doch für moderate Preisaufschläge bietet Kia sehr attraktive Ausstattungspakete, mit denen der Sorento ein nahezu unschlagbar günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis erreichen kann. Und zur Leistung gehört auch weiterhin, wie bei Kia schon seit längerem üblich, eine Sieben-Jahres-Garantie.

 
Fazit

Mario Hommen

Egal ob nun als Facelift oder als Neuauflage verkauft: Kia hat den Sorento kräftig aufgemöbelt. Optisch bietet das SUV eine modernere Ausstrahlung und auch der Innenraum präsentiert sich erfrischend renoviert. Darüber hinaus wurden beide Motoren in einigen Details verbessert.

Die wohl radikalste Neuerung betrifft allerdings das völlig neue Chassis, welches für den Fahrer aber nur wenige erleb- und erfahrbare Innovationen mit sich bringt. Unter anderem ein leicht verbessertes Platzangebot und ein verbessertes Crash-Verhalten werten den Sorento auf.

Das wichtigste Kaufargument für den großen Koreaner bleibt sein weiterhin sehr niedriger Preis in Kombination mit einer überaus attraktiven Sieben-Jahres-Garantie.
 
 

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