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Galerie: Erster Test Lexus RX

Erster Test: Lexus RX

Ein SUV für die Stadt

10.12.2015

Die Toyota-Edeltochter Lexus schickt die vierte RX-Generation auf die Straße. Mit dem neuen will man das Image der verschwenderischen SUVs ein wenig aufpolieren und gibt ihm, wie auch seinen älteren Geschwistern, die elektronische Unterstützung mit auf den Weg. Mit der Doppelherztechnologie soll sich der ab Januar 2016 erhältliche Japaner mit nur 5,2 Liter Benzin pro einhundert Kilometern begnügen. Für den elektrisierten Koloss muss der Käufer dann 58.900 Euro auf den Tisch legen – das sind 9.000 Euro mehr, als die Asiaten für den herkömmlichen Benziner verlangen. Wir haben uns ein Bild vom stark überarbeiteten RX gemacht und geprüft, ob er sein Verbrauchsversprechen halten kann.

Galerie: Erster Test Lexus RXMarkanter und athletischer bei gleichbleibender Ergonomie und luxuriösem Charakter waren die Ziele, die man beim Lexus RX der vierten Generation realisieren wollte. Nachdem die bereits vor kurzem vorgestellten Modelle NX und RC deutlich geschärft worden sind, war es an der Zeit, auch den bulligsten Japaner zum Schönheitschirurgen zu schicken. Dieser hat reichlich Arbeit geleistet und dem RX den markentypischen Diabolo-Kühlergrill mit Chromeinfassung sowie L-förmige LED-Scheinwerfer (mit dynamischen Blinkern, die von innen nach außen aufleuchten) implantiert. Zusammen mit den neu gezeichneten LED-Nebelscheinwerfern konnten die Fernost-Designer eine elegante und zugleich futuristische Ausstrahlung realisieren. Und da das Diabolo-Design an der Front so hervorragend funktioniert, hat man die Philosophie an der Rückseite mit bis in die Seite gezogenen Rückleuchten weiter gesponnen. Ebenfalls neu im RX sind das Panorama-Dach, eine Dachreling und beleuchtete Türgriffe mit Smart Entry System – der Schlüssel kann also in der Tasche bleiben.

Zwei Versionen

Wer den neuen Lexus RX sein Eigen nennen will, muss für die Einstiegsvariante 200t – ein Zwei-Liter-Turbo-Benziner mit 238 PS und wahlweise mit Front- oder Allradantrieb – mindestens 49.900 Euro auf den Tisch legen. Bei Lexus allerdings rechnet man damit, dass sich circa 90 Prozent der Käufer für den 9.000 Euro teureren Hybriden 450h entscheiden werden. Dieser kommt mit zwei Elektromotoren (vorn und hinten) und einem 3,5-Liter-V6-Ottomotor auf insgesamt 313 PS und soll sich mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 5,2 Liter Benzin begnügen. Damit ist er auf dem Papier zwei Liter sparsamer als der Nur-Otto. Während unserer Testfahrt lag der Verbrauch beim Doppelherz-SUV bei 8,5 Liter, was für ein Benzin-SUV dieser Gewichtsklasse immer noch gut ist.

  • Technische Daten

Länge: 4,89 Meter, Breite: 1,90 Meter, Höhe: 1,69 Meter, Radstand: 2,79 Meter, Kofferraumvolumen: 539 bis 1612 Liter  

RX 450h

3,5-Liter-Sechszylinder-Benziner, 193 kW/262 PS bei 6.000 U/min, maximales Drehmoment: 335 Nm bei 4.600 U/min, E-Maschine vorne 123 kW/167 PS, max. Drehmoment 335 Nm, E-Maschine hinten 50 kW/68 PS, max. Drehmoment 139 Nm. Systemleistung: 230 kW/ 313 PS, 0-100 km/h: 7,7 s, Vmax: 200 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,2 Liter, CO2-Ausstoß: 120 g/km, Abgasnorm: Euro 6,

Preis: ab 58.900 Euro

RX 200t

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 175 kW/238 PS bei 5.600 U/min, maximales Drehmoment: 350 Nm bei 1.650-4.000 U/min, 0-100 km/h: 9,2 s, Vmax: 200 km/h, Durchschnittsverbrauch: 7,8 Liter, CO2-Ausstoß: 154 g/km, Abgasnorm: Euro 6,

Preis: ab 49.900 Euro

Leise und laut

Galerie: Erster Test Lexus RXKraftvoll fährt der Lexus RX an, denn das Drehmoment der durchzugsstarken Elektromotoren steht ab der ersten Sekunde voll zur Verfügung. Damit wird dem Otto die Aufgabe des Anfahrens, welches den höchsten Verbrauch ausmacht, abgenommen. Somit liegt die Stärke des Hybrids im Stadtverkehr, wie Lexus-Produktmanagerin Linda Schlösser erklärt. Und: Wenn dem SUV beim  Bremsen die Fahrt genommen wird, lädt sich der Akku wieder auf. Auch das spricht für den Stadtverkehr.

Wer dagegen vorwiegend auf der Autobahn unterwegs ist, der sollte zu einem anderen Fahrzeug greifen. Auf diesem Gebiet kann der doppelt motorisierte Lexus kaum mit einem Diesel mithalten. RX-Fahrer müssen außerdem zusehen, wie ihnen die meisten Konkurrenten davon eilen, denn der Japaner schafft maximal 200 km/h. Und bei starker Leistungsabfrage nervt der an ein stufenloses Getriebe gekoppelte Benziner die sonst so ruhig reisenden Passagiere mit einem gequälten Motorensound. Auch der neue Soundgenerator kann akustisch nicht über die hohen Drehzahlen hinwegtäuschen.

Ein Lexus am Arm

Also lieber zurück in die Stadt, die sich der RX mit vielen anderen Hausfrauenpanzern teilt. Gegenüber denen will der Japaner bei ausgedehnten Shopping-Touren mit einer Neuheit punkten: Wer nach einer Einkaufstour vollbepackt keine Hand mehr zum Öffnen des Kofferraums frei hat, braucht sich nur mit dem Arm dem Lexus-Emblem am Kofferraum nähern, und schon öffnet sich der Deckel wie von Zauberhand und gibt je nach Bestuhlung 539 bis 1.612 Liter Stauraum frei; eine dritte Sitzreihe gibt es übrigens nicht, den Platz brauchen die Hybrid-Akkus.

Galerie: Erster Test Lexus RXDie neue Arm-Öffnung soll deutlich besser funktionieren, als die inzwischen beliebten Fußschwenksensoren – und man muss nicht auf einem Bein balancieren. Allerdings folgte das System nicht immer unseren Befehlen – vielleicht fehlte uns aber auch die Übung. Einer gewissen Übung bedarf es übrigens auch bei der Bedienung des Infotainment-Systems, welches nach wie vor mit dem Lexus-typischen Joystick hinter dem Gangwahlhebel gesteuert wird. Und noch ein Tipp an alle, denen Hosengröße Zero nicht passt: Wir können von den Sportsitzen der F-Sport-Ausstattung nur abraten. Diese werden mit ihren straffen, engen Seitenwangen schon nach wenigen Kilometern wahre Folterinstrumente für die Oberschenkel.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Wer den Lexus RX als das kauft, was er ist, der wird bestimmt nicht enttäuscht. Ein SUV mehr für die Stadt als fürs Gelände. Denn im urbanen Umfeld liegen seine Stärken. Dank des elektronischen Antriebs hängt man zumindest an der Ampel die meisten Fahrer ab und wer es ruhig angeht, kann auch auf längerer Autobahnstrecke bequem ans Ziel kommen. Die Idee der Kofferraumöffnung mittels Arm am Lexus-Emblem ist definitiv eine gute Idee, wenn wieder alle Hände voll sind und sich Balancieren auf einem Bein als schwierig erweist. Da nimmt Mutti doch gleich noch ein Stück mehr aus der Boutique mit.
 
 

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