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Galerie: Bericht Frauen als Autokäufer

Bericht: Frauen als Autokäufer

Mit Vergnügen eine Nummer größer

01.01.2016

Nach wie vor werden die meisten Pkw-Kaufverträge von Männern unterschrieben, doch die innerfamiliären Macht- und Entscheidungsbefugnisse spiegelt diese Feststellung nicht wider: Autoverkäufer sollten sich darüber im Klaren sein, dass in 80 Prozent der Fälle die Frau im Hintergrund nicht nur bei der Lackfarbe ein Mitspracherecht hat, sondern die Wahl entscheidend beeinflusst.

Die restlichen Erkenntnisse der Automarkt-Beobachter zum Thema Frau und Auto lassen sich in einem Satz zusammenfassen: Egal ob „Sie“ in beratender Funktion oder als Käuferin in Erscheinung tritt: Ihre Vorstellungen sind weitgehend deckungsgleich mit denen eines männlichen Kunden. Soweit sich überhaupt Abweichungen im Kaufverhalten feststellen lassen, sind sie kaum der Erwähnung wert. Vor allem das Klischee, dass das typische Frauenauto rosarot oder sonstwie bonbonfarben, klein, glubschäugig und der Spiegel in der Sonnenblende das wichtigste Ausstattungsdetail ist, sollten sich Werbebranche, Marketingleute und Verkäufer ganz schnell abschminken. „Frauen wollen keine Barbie-Autos“, stellt Mandy Lee vom europäischen Nissan-Technik-Center klar. Heutzutage gilt: Was Männer mögen, gefällt auch Frauen – selbst für PS-starke Sportwagen kann sich das angeblich schwache Geschlecht begeistern. Speziell die deutschen Führerscheinbesitzerinnen sehen Autofahren als Vergnügen an, während in anderen europäischen Ländern der Transportmittel-Aspekt im Vordergrund steht.

Frauen brauchen keine Sonderbehandlung

Galerie: Bericht Frauen als AutokäuferEine Sonderbehandlung der weiblichen Kundschaft ist noch aus einem weiteren Grund überflüssig: Mehr noch als das Geschlecht entscheiden die aktuelle Lebenssituation und der finanzielle Spielraum darüber, was die nächsten Jahre die Garage der Kaufinteressenten füllt oder vor deren Haustür parkt. Geben die Umstände und der Füllgrad des Geldbeutels etwas Extravagantes oder Höherklassisches her, üben sich auch die Frauen nicht mehr in Bescheidenheit und stören sich erst recht nicht daran, dass das größere Format das Einparken erschwert und passende Parkplätze knapp sind.

Allerdings agieren Frauen bei der Modellwahl einen Tick praxisorientierter als Männer, hat man bei Nissan beobachtet: Sie bestellen beispielsweise statt einer Limousine eher einen Kombi oder SUV mit besser zugänglichem Kofferraum. Beim Nissan Juke haben die Frauen prompt die eigentlich auf junge Männer ausgerichteten Marketingstrategien ignoriert: In dieser Baureihe wird derzeit in mehr als der Hälfte der neu ausgegebenen Fahrzeugbriefe ein weiblicher Vorname eingetragen. Lediglich beim Einsteigermodell Micra verzeichnet Nissan mit 71 Prozent eine noch höhere Frauen-Quote.

Bei der Farbenwahl herrscht ebenfalls weitgehend Einigkeit, auch wenn Frauen tendenziell ein bisschen mutiger sind: Bei Nissan finden immerhin zehn Prozent der Frauen Gefallen an einem gelben Juke, während der Männer-Anteil sechs Prozent nicht übersteigt. Noch geringer sind die Unterschiede bei den Sonderausstattungen. Nur bei Panorama-Glasschiebedächer wie auch Interieur- und Exterieur-Paketen greift die weibliche Kundschaft etwas häufiger zu als die männliche. Sicherheit wiederum steht bei allen Autokäufern ganz oben auf der Prioritätenliste, und eine höhere Sitzposition wissen beide Geschlechter gleichermaßen zu schätzen.

Galerie: Bericht Frauen als AutokäuferDass Frauen beim Autokauf kühlen Kopf bewahren und nicht aus dem Bauch heraus entscheiden, lässt sich auch noch aus einer anderen Beobachtung der Verkäufer herauslesen: Ihre weibliche Kundschaft fragt häufiger nach Verbrauch und anderen Unterhaltskosten und hält ziemlich konsequent ihren zuvor festgelegten Budgetrahmen ein. Vor diesem Hintergrund wird - ein weiteres Ergebnis der Nissan-Marktbeobachtungen - verständlich, warum sich Frauen eltener als Männer für die Topmotorisierungen und deutsche Marken entscheiden - und es vermutlich gut fänden, würden mehr Hersteller als bisher sinnvolles Zubehör wie Einparkhilfen, leicht verschieb- und zusammenklappbare Rücksitze wie auch flexible Gepäckraumeinteilungen oder schlüssellose Türöffnungssysteme serienmäßig einbauen und nicht als Extras teuer verkaufen.

In der Werkstatt: Service einfordern

Wenn es überhaupt einen Unterschied gibt, dann zeigt er sich, wenn der Wagen in die Werkstatt muss. Detlev Rosinski, der bei Nissan für die Mitarbeiterschulung zuständig ist, fordert Frauen dazu auf, auch dort selbstbewusst aufzutreten. Anstatt einfach nur Schlüssel aus der Hand zu geben, sollten sie beispielsweise ausreichend Zeit für eine gründliche Bestandsaufnahme mitbringen und auf dieser Basis den Auftragsumfang festzulegen. Dazu sei die Werkstatt verpflichtet: Zu einem guten Kundendienst gehöre, den Kunden vorab genau zu sagen, welche Kosten auf sie zukommen, und Frauen sollten genauso wenig wie Männer davor zurückscheuen, diesen Service einzufordern.

 
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