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Galerie: Vergleichstest Opel Adam gegen Opel Karl

Vergleichstest: Opel Adam gegen Opel Karl

Kleine Autos, großer Unterschied

07.01.2016

Wer sich auf der Suche nach einem Kleinwagen zum Opel-Händler begibt, hat die Qual der Wahl: Gleich zwei 3,70-Meter-Zwerge, beide benannt nach Mitgliedern der Opel-Familie, warten dort auf einen Fahrer. Allerdings könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Der eine chic und Lifestyle-orientiert, der andere deutlich praktischer veranlagt, aber auch schlichter gezeichnet. Wir haben beide gegeneinander antreten lassen.

Karosserie und Platzangebot

Galerie: Vergleichstest Opel Adam gegen Opel KarlMit 3,68 Metern misst der schnörkellos gestalte und übersichtliche Karl zwei Zentimeter weniger als sein Bruder Adam, dessen Knutschkugel-Blechkleid mit zahlreichen Kanten, Linien und Rundungen aufwartet. Dank seiner Fondtüren bietet der Karl den deutlich leichteren Zugang zur Rückbank – entweder für Passagiere, oder um schnell mal die Handtasche auf die hinteren Sitze zu werfen. Und während sich im Karl auch mal drei Leute in der zweiten Reihe tummeln können, fährt der stets zweitürige Adam immer nur als Viersitzer vor. Dafür müssen Fahrer und Beifahrer im Karl etwas enger zusammenrücken, doch finden auch Großgewachsene eine kommode Sitzposition. Sogar längere Strecken sind dank ordentlicher Sessel – mit beiden – kein Problem.

In Sachen Kofferraum hat der Adam eindeutig das Nachsehen. 170 Liter sollen reingehen, die müssen allerdings durch eine schmale, flache Öffnung bugsiert und – das stört noch mehr – über eine hohe Kante gehievt werden. Außerdem ist die Hutablage ständig im Weg: Sie geht beim Öffnen des Kofferraumdeckels nicht mit nach oben, und wer sie händisch hochklappt, vergisst gern das Umgekehrte; was man erst beim Blick in den Rückspiegel merkt. Das Problem besteht auch im Karl, doch wartet der dafür mit einem um 36 Liter (das sind über 20 Prozent!) größeren Gepäckabteil auf, das zudem deutlich besser nutz- und beladbar ist.  

Galerie: Vergleichstest Opel Adam gegen Opel KarlLegt man die Rückbank flach – beim Adam ist sie immer, beim Karl ist sie nur in den höheren Ausstattungen geteilt – schluckt der Karl 1.013 Liter; dafür müssen allerdings erstmal die Sitzpolster im Fond weggeklappt werden. Beim Adam lässt sich das Ladevolumen mit einem Handgriff erweitern, aber maximal auf 663 Liter. Eine störende Kante im Ladeboden lässt sich bei beiden nicht vermeiden.

Motoren und Fahrwerk

Die Qual der Wahl geht bei den Motoren weiter – zumindest, wenn man sich für den Adam entscheidet: Sechs Drei- und Vierzylinder-Benziner mit Leistungswerten zwischen 70 und 150 PS stehen bereit, dazu kommt ein 87 PS starker Flüssiggasantrieb. Beim Getriebe kommt je nach Antriebsaggregat eine Fünf- oder Sechsgang-Handschaltung oder ein automatisiertes Schaltgetriebe zum Einsatz.

Galerie: Vergleichstest Opel Adam gegen Opel KarlLetzteres steht auch für den Karl als Alternative zur serienmäßigen Fünfgang-Box zur Verfügung. Dafür gibt es nur einen einzigen Motor; einen Ein-Liter-Dreizylinder mit 75 PS. Der hat aber mit dem leer deutlich unter einer Tonne schweren Karl leichtes Spiel, und selbst vollbepackt kann der kleine Opel noch problemlos im Verkehr mitschwimmen. Wer mehr auf Dynamik denn auf schlichtes Vorankommen legt, der muss zum Adam greifen. Vor allem das Top-Modell S mit 150 PS starkem 1,4-Liter-Turbo hat Fahrspaß serienmäßig an Bord und zieht mit 220 Newtonmeter Drehmoment kräftig durch; sowohl beim Ampelstart als auch auf der Geraden hängt der S alle seine Brüder ab.

Der Karl nimmt sich laut EU-Norm viereinhalb Liter Benzin je 100 Kilometer, beim Adam steigt dieser Wert je nach Antrieb auf bis zu 6,9 Liter an. Für manche Modelle und Motoren können spezielle Spritsparpakete und eine Start-Stopp-Automatik geordert werden, die den Konsum noch um ein paar Zehntel zügeln. Und in der Praxis? Mit sechs Litern lässt sich der Karl problemlos im Alltag fahren, das dürfte auch für die ähnlich starken Adams gelten; der Adam S lässt aber auch gern mal an die zehn Liter pro 100 Kilometer durch die Benzinleitung rauschen.

Galerie: Vergleichstest Opel Adam gegen Opel KarlAusgesprochene Komfort-Kutschen sind beide nicht, doch ist der Karl spürbar weicher gefedert als der Adam, der straff über alle Unebenheiten hoppelt und die Insassen direkt an der Bodenbeschaffenheit teilhaben lässt. Wer es sportlich mag, wird diese Abstimmung lieben, zumal in Verbindung mit der direkten Lenkung auch der flotten Kurvenhatz nichts im Wege steht. Auch der Karl lässt sich mit Schwung ums Eck werfen, ihm liegt aber mehr das gemütliche Dahingleiten. Für beide bietet Opel einen City-Modus an, der die Lenkung noch leichtgängiger macht und beim Rangieren und Einparken helfen soll – wirklich nötig ist der allerdings nicht.

Ausstattung und Preise

Galerie: Vergleichstest Opel Adam gegen Opel KarlSchon der Karl lässt sich mit klassenunüblichen Extras aufrüsten: Sitzheizung und Lenkradheizung sind in einem Kleinstwagen längst nicht alltäglich, ebenso gibt es Digitalradioempfang, Opels Online-Assistent OnStar und bald auch ein Navigationssystem. Für den Adam steht all das ebenfalls zur Wahl, dazu gibt es aber noch Luxus-Extras wie ein Faltdach oder einen beleuchteten Sternenhimmel, den man sonst nur bei Rolls-Royce findet. Außerdem kann der Adam mit diversen optischen Dekor-Paketen und auch als Rocks geordert werden und kommt dann im Abenteuer-Look mit etwas höherem Fahrwerk und robusten Plasteplanken.

Galerie: Vergleichstest Opel Adam gegen Opel KarlDas alles gibt es aber natürlich nicht umsonst. Zwar lockt der Karl mit einem Einstiegspreis von nur 9.500 Euro, wer es sich aber hübsch machen will, muss locker noch mal einige Tausender drauf legen. Die Einstiegs-Preise für den Adam beginnen deutlich höher, bei 11.950 Euro und klettern für das Pseudo-Cabrio auf über 15.000 und für den Adam S sogar auf fast 19.000 Euro.

 
Fazit
 

Jan Menno Schmidt

Zwei Autos, zwei Zielgruppen: Wer einen praktischen Wagen für den Alltag sucht, greift am besten zum Karl. Der Kleine sieht ordentlich aus, bietet reichlich Platz und genügend Komfort. Sein Motor ist für fast alle Lebenslagen ausreichend und mit etwas Extra-Geld lässt er sich gut ausstatten. Soll es aber etwas ausgefallener sein, muss der Adam her: Er sieht deutlich schicker aus und bietet zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten und außergewöhnliche Extras; seine breitere Motorenpalette hält zudem Alternativen für Fahrspaß-Suchende bereit. Aber: Mit dem Adam kauft man auch das deutlich straffere und unpraktischere Auto.  
 
 
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