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Galerie: Bericht Autohersteller auf der CES 2016

Bericht: Autohersteller auf der CES 2016

Ins Netz gegangen

14.01.2016

Noch vor dem ersten großen Treffen der Automobilbranche in Detroit zieht es viele Hersteller inzwischen nach Las Vegas, wo stets wenige Tage nach dem Jahreswechsel die Consumer Electronics Show (CES) stattfindet. Auf der weltgrößten Multimedia-Messe sind inzwischen auch die Autobauer heimisch, schließlich wird das Auto immer mehr zum Bestandteil des Internets und ist schon heute bestens vernetzt. Wir haben uns im Spielerparadies die neuesten Spielereien der Hersteller angesehen.

Einen ganz großen Auftritt hat BMW hingelegt, die nicht nur einen Ausblick auf den offenen i8 gegeben haben, sondern mit der Studie gleichzeitig neueste Vernetzungs- und Bedienungstrends demonstrierten. Die aus dem 7er BMW bereits bekannte Gestensteuerung wurde erweitert, neben den Wischgesten soll zukünftig auch ein „Tastendruck in der Luft“ möglich sein. AirTouch nennt BMW diese Technik des berührungslosen Touchscreens, mit deren Hilfe sich noch deutlich leichter durch die Menüs des Infotainmentsystems navigieren lässt.

Galerie: Bericht Autohersteller auf der CES 2016Natürlich beherrscht die Spyder-Studie auch das autonome Fahren, zumindest auf der Autobahn kann der BMW das Steuer übernehmen und gibt dem Fahrer damit die Möglichkeit, zum Beispiel ein Videotelefonat zu führen. Dass dieser Autobahnpilot funktioniert, hat uns BMW schon vor einiger Zeit mit einem 5er-Prototyp in München demonstriert und spätestens in der kommenden 7er-Generation wird das System als Sonderausstattung erhältlich sein.

BMW hält den Spiegel vor

Die Münchner haben aber noch mehr Spielereien mitgebracht: Neben dem BMW Mirror, ein Infodisplay für den Hausflur, dass allerlei Daten rund um das Auto bereitstellt, und dem andererseits ganz ohne Außenspiegel auskommenden i8 Mirrorless haben sie auch einen neuartigen Motorradhelm im Gepäck. Das Besondere: Im Visier ist ein Head-up-Display integriert, so dass wichtige Informationen direkt in das Sichtfeld des Fahrers projiziert werden können. Für gute Sicht in die Ferne sorgen dagegen die Laser-Scheinwerfer aus 7er und i8, die BMW nun erstmals auch in einem Motorrad-Prototypen verbaut hat und die bis zu 600 Meter weit leuchten. Ob die Lampen in Serie gehen, wird derzeit aber noch geprüft.

Volkswagen hat zwei Studien mit in die Sin City gebracht: Der e-Golf Touch ist eine Weiterentwicklung der letztjährigen Golf-R-Touch-Studie und verfügt über eine nochmals verbesserte Gestensteuerung und ein großes, teilweise individuell anpassbares Infotainment-Display: Zwei Kacheln können je nach persönlicher Vorliebe mit Inhalten frei belegt werden, zum Beispiel der Radiosteuerung oder der Telefonfunktion. Außerdem verfügt das Showcar vorne und hinten über Ladeschalen zum induktiven Auftanken des Handyakkus und ist bereits mit einem USB-Anschluss des Typ C ausgestattet, der bald branchenweit zum Standard werden soll. Eine neue Gegensprechanlage, die das Freisprechmikrofon und die Lautsprecher nutzt, soll die Unterhaltung zwischen dem Fahrer oder Beifahrer und den Fondgästen deutlich erleichtern.

Aus dem Bulli wird der Budd-e

Galerie: Bericht Autohersteller auf der CES 2016Während die meisten Neuheiten des e-Golf Touch noch in diesem Jahr in Serie gehen sollen, blickt der moderne VW-Bus Budd-e ein paar Jahre weiter in die Zukunft. Aber: Schon 2019 kann sich VW vorstellen, manche der Techniken den Käufern anzubieten. Unter anderem lassen sich beim Budd-e die Türen per Handgeste oder auch per Sprache öffnen und schließen, und vor dem Fahrer thronen drei überdimensionale Displays, die noch deutlich individueller anpassbar sind als im CES-Golf. Ob die Käufer auch nach den kunterbunten LED-Lichtern fragen, die den Budd-e von außen erstrahlen lassen, bleibt abzuwarten.

Die sogenannte Drop Box dürfte dagegen zum Renner werden: Eine Schublade in der Heckschürze, die der Paketbote mit einem speziellen Code öffnen kann, um dort die bestellte Lieferung abzulegen. Kann man es nicht erwarten, das Paket auf der Heimfahrt gleich auszupacken, kann man auch dem Budd-e das Fahren überlassen und den Fahrersitz in den Lounge-ähnlichen Innenraum drehen. Außerdem soll sein Akku, der Strom für über 500 Kilometer Reichweite bereit hält, in nur 15 Minuten zu 80 Prozent aufladbar sein.

Audi und Mercedes halten sich zurück, Kia überrascht

Galerie: Bericht Autohersteller auf der CES 2016Audi und Mercedes brachten zwei bekannte, schon auf der IAA gezeigte Studien mit und Mercedes zusätzlich das Cockpit der neuen E-Klasse, die wenige Tage darauf in Detroit Premiere feiert. Die Stuttgarter setzen dabei auch auf große Displays und vor allem auf Touchpads am Lenkrad, die die Bedienung deutlich einfacher machen sollen. Audi betonte erneut, dass das Cockpit des h-tron quattro concept größtenteils dem des nächsten A8 entspricht. Auch die empfindlichen OLEDs sollen bis dahin serienreif sein.

Überraschen konnte dagegen Kia. Die Koreaner hatte man bislang in Sachen autonomes Fahren nicht auf dem Bildschirm, doch testen sie mit dem Soul das Selberfahren inzwischen auf öffentlichen Straßen in Kalifornien und Nevada. Unter anderem parkt der Kia - per Schlüssel oder Smartwatch gestartet - selbstständig ein, führt auf dem Highway Spurwechsel durch, fährt allein durch die Stadt und hält autark am Standstreifen an, wenn der Fahrer manövrierunfähig erscheint, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt.

Chevrolet punktet mit neuem Bold

Galerie: Bericht Autohersteller auf der CES 2016Keine Studie, sondern ein neues Serienmodell hatte Chevrolet vorzuweisen: der neue Bolt. Der Elektro-Kompaktwagen soll rund 320 Kilometer weit kommen und in nur einer Stunde die üblichen 80 Prozent Strom tanken. Überzeugen kann vor allem der Preis: Nur rund 30.000 Dollar soll der Chevy in den USA kosten. Nach Deutschland wird er - leicht modifiziert - als Opel kommen und den erfolglosen Ampera beerben. Ob wir bei uns so nette Spielereien, wie ein Display mit Kamera am Heck statt des klassischen Rückspiegels sehen werden, ist allerdings noch offen.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Das Internet of Things wird Realität - im Auto hat das Netz der Netze schon längst Einzug gehalten und in den kommenden Jahren werden wir viele neue Funktionen im Serieneinsatz sehen. Neben Spielereien wie der Möglichkeit, verschiedene Musikplaylisten der einzelnen Passagiere im Auto zu einer zusammenzuführen, oder einem eigenen Twitter-Account des Autos, über dem es selbstständig zum Beispiel Stauwarnungen absetzt, wird es auch so praktische Erfindungen wie die Drop Box geben oder die Anbindung an das Smart Home, über die der Wagen automatisch aus der Garage fährt, wenn man das Haus verlässt.
 
 

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