Geldwäsche – ohne Sie!

Fahrzeugkäufe dienen Kriminellen oft als Mittel zur Geldwäsche – also dazu, Gewinne aus kriminellen Machenschaften in den legalen Wirtschaftskreislauf einfließen zu lassen. Um dies zu verhindern, hat der Gesetzgeber das Geldwäschegesetz (GwG) geschaffen. Wie Sie die Bestimmungen des Gesetzes einhalten? Darüber erhalten Sie hier einen ersten Überblick.

Warum sind Sie unter Umständen betroffen?

Das GwG gilt u. a. für Personen und Unternehmen, „die gewerblich mit Gütern handeln (Groß- und Einzelhandel)“. Vor allem so genannte Güterhändler, bei denen oft große Summen Bargeld fließen, sind potenziell Zielgruppe der Geldwäscher. Also auch Sie als Fahrzeughändler.

Wann müssen Sie als Fahrzeughändler Ihre Sorgfaltspflichten erfüllen?

Sie müssen nur in bestimmten Fällen – auch Auslösetatbestände genannt – gemäß dem GwG tätig werden. Der für Fahrzeughändler wichtigste Fall ist die Annahme von Bargeld im Wert von mehr als €°15.000,-. Vorsicht: Elektronisches Geld, wie u. a. auf Geldkarten, gilt im Gegensatz zu EC- oder Kreditkartenzahlungen als Bargeld.

Welche Sorgfaltspflichten müssen Sie dann beachten?

Sie müssen den Geschäftspartner – also den Fahrzeugkäufer – identifizieren und die entsprechenden Daten aufzeichnen. Ihr potenzieller Kunde handelt für einen anderen – z. B. ein Unternehmen? Dann sind sie verpflichtet, die Identität des wirtschaftlich Berechtigten zu überprüfen.

Welche Daten müssen Sie bei einer Identifizierung erheben?

  • Name, Geburtsort, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Anschrift bei natürlichen Personen als Geschäftspartner.
  • Firma, Name oder Bezeichnung, Rechtsform, Registernummer soweit vorhanden, Anschrift des Sitzes oder der Hauptniederlassung und Namen der Mitglieder des Vertretungsorgans oder der gesetzlichen Vertreter bei juristischen Personen als Geschäftspartner.

Welche weiteren Pflichten müssen Sie einhalten?

Der Gesetzgeber sieht vor, dass Sie die gesammelten Informationen schriftlich oder digital dokumentieren und mindestens 5 Jahre aufbewahren. Und: Sie müssen die Maßnahmen im Einzelfall ergriffen haben, rechtfertigen können. Zusätzlich empfehlen sich interne Sicherungssysteme und stichprobenartige Kontrollen. Mitarbeiter, die neue Kundenbeziehungen im Namen Ihres Unternehmens eingehen, sollten Sie über die Bestimmungen des GwG informieren.

Was tun, wenn Sie den Verdacht auf Geldwäsche haben oder Sorgfaltspflichten wie die Identifikation nicht erfüllt werden können?

Dann sollten Sie die Geschäftsbeziehungen beenden und kein Fahrzeug verkaufen. Zudem sollten Sie Ihren Verdacht den Behörden anzeigen. Wichtig: Informieren Sie den Geschäftspartner nicht von der Anzeige. Das wird mit hohen Bußgeldern bis €°500.000,- geahndet.

Was passiert, wenn Sie gegen das GwG verstoßen?

Die Nichtbeachtung des Gesetzes kann für Sie sehr teuer werden: Es drohen Bußgelder bis zu €°100.000,- Euro.

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