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Galerie: Prototyp Audi RS 5 TDI Concept

Prototyp: Audi RS 5 TDI Concept

Jetzt kommt der TDI ohne Turboloch

31.07.2014

Um seinen selbstbewussten Marken-Claim „Vorsprung durch Technik“ wieder mit Inhalt aufzuladen, haben die Ingolstädter eine Kommunikationsoffensive gestartet und stellen Techniken vor, die in naher Zukunft in Serie gehen sollen. Mit dem RS5 TDI Concept zum Beispiel sagen sie dem Turboloch beim Diesel den Kampf an und geben zudem Ausblick auf das 48-Volt-Bordnetz sowie auf ein RS-Modell mit Dieselmotor.

Doch der Reihe nach: Fangen wir mit dem Kampf gegen das Turboloch an, welches Audi mit Hilfe eines elektrisch angetriebenen Verdichters auf ein Minimum reduzieren will. Im Prinzip handelt es sich bei diesem Verdichter um eine zusätzliche Turbolader-Stufe, doch will Audi in diesem Zusammenhang nicht von einem Tri-, sondern weiterhin nur von einem Biturbo sprechen. Für diesen hat die VW-Tochter im Fall des RS5 Konzeptfahrzeugs den bekannten Dreiliter-V6-Biturbo genommen und in einigen Details überarbeitet. Statt 313 PS und 650 Newtonmeter leistet der drehfreudige V-Motor nunmehr 385 PS und 750 Newtonmeter. Dieses gewaltige Drehmoment soll bereits bei 1.250 Umdrehungen anliegen.

Mit 70.000 Touren gegen das Turboloch

Galerie: Prototyp Audi RS 5 TDI ConceptDer Clou des vorne links hinter der Frontschürze montierten Verdichters ist die Minimierung des sonst bei Turbodieseln störenden Turbolochs. Und tatsächlich sorgt diese Technik in der Praxis bei kaum spürbarer Verzögerung für maximalen Schub quasi aus dem Stand, was dem Fahrverhalten eines elektrischen Fahrzeugs schon recht nahe kommt. Normalerweise nimmt der Abgasturbolader erst mit höherem Abgasdurchfluss so richtig Fahrt auf, um dann mit diesem Schwung die stark verdichtete Luft in den Verbrennungstrakt zu schaufeln. Mit dem Verdichter wird aber eben genau dieser Erwachungs-Moment überbrückt, denn nur einen kleinen Bruchteil einer Sekunde braucht es, bis der E-Verdichter, der beim Anfahren über eine Bypass-Klappe mit Abgasen versorgt wird, mit 70.000 Umdrehungen unabhängig von der Motordrehzahl verdichtete Luft in den Motor drückt.

Galerie: Prototyp Audi RS 5 TDI ConceptDas Ergebnis ist in der Praxis überzeugend, denn ein Turboloch spürt man in der Tat nicht mehr. Zu Demonstrationszwecken lässt uns Audi in der Nähe von Malmö ein paar Runden auf einer Rennstrecke in einem Prototypen drehen. Als Pacecar führt uns ein 560 PS starker RS6 durch den Track, der zudem für Ampelsprints als Referenzgegner für uns im RS5 TDI dient. Ein Audi-Instruktor zählt dabei von Drei runter und gibt uns und dem neben uns mit den Füßen scharrenden RS6 das Startsignal loszuballern: Zumindest auf den ersten Metern können wir sogar einen kurzzeitigen Vorsprung mit dem ja eigentlich deutlich schwächeren TDI herausfahren, geraten aber kurz danach ziemlich deutlich ins Hintertreffen. Die Fahrwerte des RS5 TDI sind in jedem Fall beeindruckend: Rund vier Sekunden dauert der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100, 280 km/h sollen maximal möglich sein.

Sofort Druck auch beim Beschleunigen aus Kurven

Galerie: Prototyp Audi RS 5 TDI ConceptDoch nicht nur bei der Sprintdisziplin, auch beim Beschleunigen aus Kurven raus bietet die Verdichter-Technik einen klaren Vorteil: Will man am Scheitelpunkt wieder mit Vollgas aus der Kurve rausballern, bleibt die sonst bei Dieseln meist störende Gedenksekunde aus und spürt man im Antriebsstrang ein nur minimales Verzögerungsmoment. Das kann auch auf der Autobahn, wenn man spontan maximalen Schub abrufen will, Vorteile bieten, zumal der sofort verfügbare Schub ein verzögerndes Herunterschalten überflüssig machen kann.

Galerie: Prototyp Audi RS 5 TDI ConceptSo gesehen lässt sich der RS5 mit Diesel sogar für eine Rennpistensause gut hernehmen. Natürlich ist der TDI-Bolide insgesamt etwas schwer und zudem kopflastig und das verbaute Automatikgetriebe auch nicht das Maß der Dinge, wenn es um zügige Gangwechsel geht. Ein reiner Heckantrieb wäre selbstredend auch was Feines. Doch das Mehrgewicht eines Diesels lässt sich nicht wegzaubern, und die hohen Drehmomente kann man einem Doppelkupplungsgetriebe nicht zumuten. Einen Heckantrieb gibt es bei Audi ohnehin nicht, doch dafür kann der Quattro-Antrieb in souveräner Weise die wilden Kräfte sauber in Vortrieb umzusetzen. Ob ein RS5 TDI allerdings Chancen für die Serie hat, will Audi beim Kunden prüfen. Das wohl überzeugendste Argument ist dabei der Verbrauch, denn in der Praxis wird man ein fast 400 PS starkes Kraftpaket mit 6 bis 7 Liter auf 100 Kilometer bewegen können. Der Sound stimmt zumindest, denn hier hat man das bereits coole und synthetisch erzeugte Klangdesign des SQ5 TDI übernommen und noch etwas verfeinert.

Vielleicht schon 2015 in Serie

Galerie: Prototyp Audi RS 5 TDI ConceptWas hingegen mit Sicherheit in Serie kommen wird, ist ein E-Verdichter. Audi spricht von einem Einsatz in naher Zukunft zunächst beim TDI, später könnte diese Technik auch für Ottomotoren interessant werden. Der Serienstart bei TDIs könnte bereits 2015 konkret werden, wenn nämlich die neue A4/A5-Generation kommt, spätestens aber wohl 2017 in der nächsten Generation des A6 sollten TDIs mit E-Verdichter Serienrealität werden.

Und spätestens dann wird man wohl auch bei Audi ein 48 Volt starkes Bordnetz realisieren. Beim RS5 TDI Concept ist ein 12-Volt-Bordnetz angesagt, welches speziell für den Betrieb des E-Verdichters über einen DC/DC-Wandler einen zusätzlichen 48-Volt-Kreislauf mit entsprechender Batterie bietet, der dann den richtigen Strom für den Verdichter liefert.

Galerie: Prototyp Audi RS 5 TDI ConceptMit dem 48-Volt-Teilnetz sind weitere Vorteile verbunden. Es kann die leistungsstarken, elektrischen Verbraucher der Zukunft – etwa thermoelektrische Heizelemente, elektromechanische Hinterradbremsen oder Motor-Nebenaggregate wie Öl- und Wasserpumpen – mit mehr Energie versorgen als das 12-Volt-Netz. Und es gibt weitere Vorteile: Die höhere Spannung bedeutet gleichzeitig niedrigere Ströme, was mit niedrigeren Kabelquerschnitten und weniger Gewicht einhergehen soll. Audi will auch das 48-Volt-Teilbordnetz schon bald in mehreren Modellreihen in den Markt einführen.

 
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