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Galerie: Prototyp Mazda 3

Prototyp: Mazda 3

Besser als 6

12.07.2013

Mazdas Flaggschiff 6 sorgte 2013 für Furore: Mit feiner Optik und vielen Technik-Innovationen gehört er zu den derzeitigen Gewinnern in der Mittelklasse. Doch bald schon bekommt er Konkurrenz aus eigenem Haus, denn mit der Neuauflage des 3 gibt es die vielen Innovationen für weniger Geld. Und dann kann der Kleine sogar noch einiges besser.

Optisch steht die Kompaktausgabe dem großen Bruder in nichts nach. Auch hier hat sich Mazda augenscheinlich Mühe gegeben, dem Blechkleid eine ansehnliche Linie zu verpassen und so vermag auch der 3 aus vielen Blickwinkeln dem Betrachter zu gefallen und mit einigen fein ausgearbeiteten Details zu entzücken. Dynamik und Eleganz, schicke Leuchten, eine prominente Front – die Gesamtkomposition wirkt so, als könnte sie in vielen Jahren noch ansehnlich sein. Das ist Mazda schon einmal mit den Xedos-Modellen in den 1990er Jahren gelungen.

Ansonsten ist es fast egal, ob man nun das 4,46 Meter lange und bei den Kunden beliebtere Steilheck oder die um 18 Zentimeter längere Stufenheckversion nimmt, denn beide Karosserie-Varianten des 3 umweht eine Aura, mit der schon der 6 zu gefallen weiß. Angesichts der üppigen Fahrzeuglänge ist es vor allem die Limousine, die das übliche Maß im Kompaktsegment deutlich sprengt und sich rein längenmäßig in die Segment-Region des 6 vortastet.

Prädikat ordentlich

Galerie: Prototyp Mazda 3Innen allerdings kann man den Größenunterschied dann doch feststellen, denn der Fond, der in der 6 Limousine überragend viel Beinfreiheit bietet, verdient im 3 nur noch das Prädikat ordentlich. Wie auch der Kofferraum, der beim Steilheck 350 Liter (Limousine: 419 Liter) fasst und durch Umlegen der Rückbank auf 1.250 Liter wächst. Über Platzmangel braucht man sich im 3 allerdings an keiner Stelle stören.

Darüber hinaus hat Mazda dem kleinen Bruder des 6 noch ein fesches Interieur verpasst, mit einem schicken, organischen und fahrerorientierten Cockpit-Design. Statt mit übertrieben viel Chrom- und Hochglanzflächen hat man das Interieur recht zurückhaltend aufgehübscht, ohne jedoch mit einer zu sachlichen Atmosphäre für Langeweile zu sorgen.

Mit Sport-Cockpit und Head-up-Display

Galerie: Prototyp Mazda 3Vielmehr hat der 3 ein paar echte Höhepunkte zu bieten, wie zum Beispiel das übersichtliche Kombiinstrument mit zentralem Drehzahlmesser und digitaler Geschwindigkeitsanzeige, das an ein praktisches Head-up-Display gekoppelt ist. Diese Lösung ist allerdings allein der Top-Ausstattung vorbehalten. Und bei dem Head-up-Display handelt es sich um eine nicht ganz so schöne Ausführung mit kleiner vorgelagerter Scheibe, in die dann Geschwindigkeit und weitere fahrrelevante Infos projiziert werden - direkt ins Blickfeld des Fahrers.

Ebenfalls schick und funktional ist ein gänzlich neues Infotainment-Navisystem mit einem im Vergleich zum 6 verbesserten Bedienkonzept. Vor allem Internet-affinen Zeitgenossen dürfte diese Lösung gefallen. Als Anzeige dient ein zentral auf dem Armaturenbrett feststehender 7-Zoll-Touchscreen, der zusätzlich noch über einen griffgünstig positionierten und haptisch ansprechenden Dreh-Drück-Knopf in der Mittelkonsole bedient werden kann. Die Darstellung der Bedienoberfläche wirkt sehr übersichtlich und intuitiv. Es gibt sogar die Möglichkeit der Sprachsteuerung. Testen konnten wir das System in den fahrbaren Prototypen leider noch nicht, doch an einem Demonstrator wurde uns ein erster, vielversprechender Eindruck gewährt.

Twitter, Facebook, Internet-Radio

Galerie: Prototyp Mazda 3Neben klassischen Audio- und Navi-Funktionen bietet der bluetoothfähige Multimedia-Vielkönner noch eine Reihe von Internet-Funktionen. Sofern man über ein internetfähiges Smartphone und am besten noch über eine Datenflatrate verfügt, kann man sich per App Internet-Radio mit über 30.000 Sendern, Facebook oder Twitter ins Auto holen. Wer also unterwegs nicht aufs Internet verzichten möchte, hat künftig bei Mazda ein interessantes Paket im Angebot. Zunächst allerdings nur im 3, denn andere Mazda-Modelle werden wohl erst später von dieser Innovation profitieren. Wann genau das sein wird, behält der Hersteller noch für sich.

Bei den Motoren des 3 hat man zunächst die Wahl zwischen den bekannten Skyactiv-Motoren, die mit vergleichsweise großen Hubräumen einen dennoch herausragend guten Spagat zwischen Dynamik und wenig Verbrauch ermöglichen. Eine Wucht ist der 150 PS und 380 Newtonmeter leistende 2,2-Liter-Diesel mit manuellem Sechsgang-Getriebe. Kultiviert und druckvoll schiebt der Antrieb den mit Fahrer gut 1,4 Tonnen schweren 3 vehement und mit verzeihbaren Antriebseinflüssen auf die Lenkung nach vorne. Glatt acht Sekunden dauert der Sprint mit der Limousine, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 213 km/h liegen. Etwas langsamer ist die Steilheckversion. Obwohl etwas spritziger, verbraucht die Limousine auch noch weniger: 3,9 gegenüber 4,1 Liter lautet der Prüfstandwert für den nach Euro-6-Norm zertifizierten Selbstzünder.

Stark, groß und dennoch sparsam

Galerie: Prototyp Mazda 3Alternativ hat Mazda noch einen Zwei-Liter-Benziner, den es allein für die Steilheckversion in einer Starkversion mit 165 PS gibt und alternativ für beide Karosserievarianten noch mit völlig ausreichenden 120 PS. Letztere Leistungsstufe ist insbesondere in Kombination mit der schnell und komfortabel die Gänge wechselnden Automatik ein harmonischer Antrieb, der einen Standardsprint in knapp über zehn Sekunden ermöglicht und den 3 fast 200 km/h schnell werden lässt. Der Verbrauch lag nach einer gut einstündigen Fahrt rund um Frankfurt laut Bordcomputer bei glatt sieben Litern und damit um 1,4 Liter über dem Prüfstandwert. Ein angenehm niedriger Verbrauch und das ohne die sonst übliche Hubraumverkleinerung in Kombination mit Turboaufladung.

Mit 100 PS nicht mehr ganz so spritzig geht es mit dem völlig neuen 1,5-Liter-Benziner voran, der ebenfalls über das Technik-Arsenal der neuen Skyactiv-Generation verfügt und entsprechend mit fünf Litern Normverbrauch ein noch genügsameres Naturell verspricht.

Konzentrierter Fahrspaß

Galerie: Prototyp Mazda 3Etwas mehr Leistung darf es im Fall des Mazda 3 dann aber doch sein, denn der kleine aber feinere Bruder des 6 ist ein besonders dynamischer Vertreter seiner Zunft. Obwohl ein Fronttriebler, wähnt man sich fast schon auf dem Fahrspaßniveau des BMW 1er. Der 3 bietet ein spontanes Einlenkverhalten, eine satte Straßenlage und der Wagen setzt die Lenkbefehle präzise um; der Kurvenstrich geht routiniert und sauber von der Hand. Verblüffend komfortabel ist dabei noch das Fahrwerk, welches bei der Vorgänger-Generation des 3 vielfach noch als zu hart gescholten wurde. Zwar vermittelt auch der neue 3 noch eine gewisse Grundstraffheit, doch versetzt er die Insassen nicht in einen Dauerhoppelzustand und kann man fast schon von einer ausgewogenen Abstimmung sprechen. Das trifft übrigens stärker noch auf den Diesel zu, der aufgrund des schwereren Motors auch ein etwas komfortableres Setup bietet.

Fairer Preis

Galerie: Prototyp Mazda 3Beim Fahrwerk bietet Mazda übrigens für alle Motorvarianten die gleichen Achsen an, während zum Beispiel Toyota beim Auris oder VW beim Golf für die schwächeren Versionen auch einfachere Hinterachsen verbaut werden. Und auch sonst ist die immerhin 17.000 Euro teure Basisversion des 3 ein absolut konkurrenzfähiges Angebot. Immerhin bekommt man neben den 100 PS noch vier Einstiegstüren, vierfach elektrische Fensterheber, ein Start-Stopp-System, eine Klimaanlage, ein Audio-System mit Radio und USB-Anschluss sowie eine vollständige Sicherheitsausstattung. Ein vergleichbarer Golf käme da deutlich teurer.

Noch attraktiver wird der Mazda 3 mit seinen Ausstattungspaketen. Die Prime-Line genannte Basisversion gibt es allein in Kombination mit dem Basisbenziner, während man den Zwei-Liter-Benziner mit 120 PS erst ab der mittleren Ausstattung Center-Line bekommt. Hier werden dann mindestens 20.300 Euro abgerufen und ein Ausstattungspaket geschnürt, welches das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zum Golf weiter zugunsten des Mazda 3 verschiebt. Und auch zum großen Bruder 6 kann der kleinere 3 als unbedingte Sparalternative gesehen werden, wenn man denn bereit ist, auf einige Zentimeter Außenlänge zu verzichten.

 
Fazit

Mario Hommen

Mazda hat derzeit einen Lauf. Nach den erfolgreichen Einführungen von CX-5 und 6 kommt nun mit dem 3 das dritte Modell der Japaner, welches von der innovativen Skyactiv-Technologie und der neuen Design-Linie profitiert. Beides verleiht auch dem kompakten 3 einen gehörigen Attraktivitätsschub, mit dem Mazda verlorenen Boden wieder gut machen kann. Der neue 3 ist schöner, dynamischer, komfortabler und sparsamer als bisher.

Dabei ist nicht nur für Golf oder Auris ein starker Mitbewerber angetreten, das übergroße Kompaktmodell macht auch seinem großen Bruder 6 Konkurrenz, denn bis auf das Platzangebot ist der 3 in so ziemlich allen Disziplinen besser als sein großer Bruder und hat zudem noch mit dem völlig neuen Konnektivitäts-Konzept, einem moderneren Cockpit-Design und dem Head-up-Display ein paar handfeste Vorteile zu bieten, auf die ein Käufer des 6 vorläufig verzichten muss. Und dann ist der 3 auch noch deutlich günstiger als sein stellenweise fast schon wieder veraltet anmutender großer Bruder.
 
 

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