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Galerie: Prototyp Mercedes-Benz CLA

Prototyp: Mercedes-Benz CLA

Lust-Limousine nach Jetta-Art

06.12.2012

Ein Kompaktmodell mit angehängtem Kofferraum als eigenständige Limousine – so macht es VW seit Jahrzehnten mit dem Golf-Ableger Jetta. Jetzt setzt auch Mercedes auf eine deutliche Modellerweiterung seiner jungen MF-Architektur, auf der bereits A- und B-Klasse aufsetzen. 2013 folgt die Limousine CLA, die wir als noch getarnten Prototypen mit neuem 4Matic-Allradantrieb in den Motorvarianten 250 und 45 AMG auf dem Beifahrersitz erleben durften.

Nach den frisch eingeführten Baureihen B und A-Klasse kündigt sich bei Mercedes also gleich der nächste Ableger der neuen Frontantriebsarchitektur an: der CLA - eine viertürige, stark coupéartige Limousine, eine Art CLS in klein. Doch was heißt hier Frontantrieb? Die neue Architektur ist nicht nur beim AMG-Ableger mit Allradantrieb zwangsverheiratet, das leichte und hochvariable 4x4-System lässt sich künftig auch mit schwächeren Motorvarianten kombinieren.

Galerie: Prototyp Mercedes-Benz CLAKlingt verheißungsvoll, doch der erste optische Eindruck der Prototypen war etwas ernüchternd, nicht nur weil die auf einem Rundkurs des ÖAMTC in der Nähe von Innsbruck mit psychodelisch anmutender Zebra-Tarnung unterwegs waren, sondern ob dieser Verhüllung der CLA einen nur mäßig verheißungsvollen Körperbau andeutet. Ein wenig pummelig wirkt das viertürige Coupé aufgrund der hohen Schulterlinie und des hohen Blechanteils im Vergleich zum schmalen Fensterband. Doch sehr wahrscheinlich werden einige wohlakzentuierte Lichtkanten mehr Eleganz und Dynamik in den Wagen zaubern als das Tarnkleid es vermuten lässt. Die im April 2012 gezeigte Studie CSC gibt Anlass zu Hoffnung.

Eleganz verspricht der CLA auch angesichts des Dachverlaufs, was für eine ähnlich coupéartige Silhouette wie beim E-Klasse-Ableger CLS sorgt und eine Aura von sattsamer Strahlkraft garantieren dürfte. Bei der AMG-Version kommen eine leicht aufgeplusterte Karosserie und Seitenschweller hinzu, die mit ausdrucksstarken Felgen und Auspuffendrohren sowie einer aggressiveren Frontschürze die Sonderstellung markieren.

Knappes Platzangebot hinten

Galerie: Prototyp Mercedes-Benz CLAIm Innenraum der beiden uns vorgestellten CLA-Varianten herrscht ebenfalls verhangene Top-Secret-Tristesse. Geheimnisse verbergen sich hier allerdings nicht,  denn A- und B-Klasse haben bereits vorweggenommen, wie das Interieur-Design ausfallen dürfte. Einzig beim Fond stellt sich die Frage, wie generös der CLA seine Gäste empfängt? Für einen immerhin gut 4,60 Meter langen Viertürer eher beengt. Bereits beim Einstieg muss man sich tief in die wenig seniorenfreundliche Öffnung hinein beugen. Im ebenfalls nur mäßig dimensionierten Fond kann man zwar als durchschnittlich Erwachsener aufrecht sitzen, doch kommt man dem speziell überm Einzelsitz ausgeformten Dachhimmel mit dem Haupt verdächtig nahe.

Der CLA wird die etwa gleichgroße C-Klasse übrigens nicht ersetzen und insofern können Mercedes-Kunden alternativ auch weiterhin den im Fond etwas großzügiger geschnittenen Mittelklasse-Dauerbrenner wählen.

Anbieten wird Mercedes den CLA mit den bereits von A- und B-Klasse bekannten Motoren: Neben drei Diesel-Aggregaten mit 109, 136 und 170 PS gibt es noch drei Benziner, die 112, 156 und 211 PS leisten. Alle sechs Motoren schicken ihre Kraft entweder via manueller Sechs-Gang-Schaltung oder bei den stärkeren Versionen via Sieben-Gang-DSG an Räder, welche die bisweilen üppige Kraft zumindest bei A- und B-Klasse durchaus geschmeidig in Vortrieb umsetzen können.

Entwicklungspartner Magna

Galerie: Prototyp Mercedes-Benz CLAObwohl der neue, optionale Allradantrieb die bei Mercedes übliche Bezeichnung 4Matic erhält, handelt es sich um ein gänzlich neues 4x4-System, welches mit dem Zulieferer Magna entwickelt wurde. Anders als bei den im Mercedes-Konzern üblichen Allrad-Erweiterungen des Heckantriebs leitet bei der MF-Architektur ein zusätzlicher Antriebsstrang die Motorkraft an die Hinterradachse. Hier wurde kompakt in das Verteilergehäuse der Hinterachse eine Lamellenkupplung integriert, die darüber entscheidet, wie viel Kraft an die Hinterräder abgezweigt wird. Theoretisch wären sogar 100 Prozent möglich, praktisch sind es allerdings zwischen null bis 50 Prozent, abhängig davon, wie viel Schlupf an den Vorderrädern entsteht. Beim Anfahren zum Beispiel wird grundsätzlich 20 Prozent des Moments an die Hinterhand geführt.

Auf einem Rundkurs mit verschiedenen Reibwert-Oberflächen können wir uns auf dem Beifahrersitz von der Traktionskompetenz des Allradsystems überzeugen. Auf rutschigem Untergrund lässt sich der CLA in Kurven dank einer im Sportmodus hecklastigeren Momentenverteilung herrlich quer stellen. Wenn auch nicht ganz so dramatisch wie ein reiner Hecktriebler, keilt das Hinterteil ordentlich aus. Das Schöne: Beim Beschleunigen kommt der Wagen beeindruckend schnell wieder in ein stabiles und gut beherrschbares Fahrwasser. Der ambitionierte Fahrer kann dank dieser 4Matic im turbulenten Grenzbereich sogar Vorteile herausfahren, denn mit einem reinen Front- oder Hecktantrieb würde es auf rutschigem Untergrund mehr Probleme bereiten, mit maximaler Traktion schwungvoll aus Kurven heraus zu ballern.

AMG mit über 350 PS

Galerie: Prototyp Mercedes-Benz CLAWas beim CLA 250 bereits für eine eindrucksvoll spaßbetonte Fahrweise reicht, wird beim mindestens 350 PS und 400 Newtonmeter starken 45 AMG zur brutalen Pistensause, die dem Beifahrer bei vollständig deaktiviertem ESP (was nur beim AMG möglich ist) durchaus den Atem stocken lässt. Leistungseckdaten und Fahrwerte wollen die Mercedes-Verantwortlichen noch nicht verraten, doch der Zwei-Liter-Vierzylinder soll in der Kompaktklasse eine neue Bestmarke setzen. Völlig klar, dass ein derartiges Kraftpaket nicht allein über die Vorderräder herfallen kann und der Allradantrieb hier zur Serienausstattung gehören muss, was das Gesamtgewicht glücklicherweise mit nur 70 zusätzlichen Kilos belastet. Eine neuer Tiefstwert in der Allradwelt.

Ebenfalls zur Serienausstattung gehört beim AMG ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe, welches kompakt in einer Einheit den Antrieb zur Hinterachse integriert. Das Schöne: Ohne Kraftschlussunterbrechung lassen sich die Gänge nahezu unmerklich wechseln, würden da nicht markige Zwischengas-Fanfaren vor allem Außenstehenden von der Schaltarbeit künden. Fahrer von Audis S3 und BMWs 1er M Coupé müssen sich auf was gefasst machen.

Kein billiges Vergnügen

Während der Allradantrieb beim AMG ein Muss ist, wird er vermutlich bei mehr Motoren als nur dem 250 eine Option sein, die allerdings nicht vordergründig der Performance zuträglich sein soll (aber kann), sondern vielmehr im Sinne einer aktiven Traktionshilfe als Sicherheitsplus vor allem auf rutschigem Untergrund dienen soll. Sicherlich über 2.000 Euro Aufpreis und einen Mehrverbrauch von 0,5 bis einem Liter sollte das dem Kunden schon Wert sein, wirklich nötig wäre diese Investition wohl nicht. Anderseits wird der CLA selbst ganz sicher kein Schnäppchen sein und eher anspruchsvolle als auch kaufkräftige Kunden ansprechen, die eine solche Mehrinvestition locker verkraften sollten.

Wohl knapp unter 30.000 Euro wird die limousinenartig gestreckte A-Klasse in der Basismotorisierung kosten, wohl um 50.000 Euro muss man für den CLA 45 AMG rechnen. Und selbst für diese dann schon serienmäßig gut bestückte Starkversion werden noch preistreiberische Options-Orgien noch Zusatzkosten in fünfstelligen Euro-Regionen verursachen.

 
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