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Galerie: Prototyp Renault Kangoo be bop Z.E.

Prototyp: Renault Kangoo be bop Z.E.

Hochspannend

24.09.2009

Der Countdown läuft: In 18 Monaten will Renault sein erstes Serien-Elektrofahrzeug auf den deutschen Markt bringen. Bis der Kangoo Rapid mit Stromantrieb an den Start geht, ist noch einiges an Vorbereitungen nötig. Doch mit dem Prototypen durften wir schon jetzt eine Runde drehen.

Der Versuchsträger basiert noch auf dem Kangoo be bop, der kurzen Lifestyle-Variante des praktischen Transporters, doch dem für März 2011 angekündigte Serienmodell wird Renault den Kangoo Rapid zu Grunde legen. Für die Nutzfahrzeug-Version sehen die Franzosen mehr Absatzchancen, da gerade Stadtkuriere, Handwerker und Flottenunternehmen für ein Elektrofahrzeug in Frage kommen.

Benzin-PS und Diesel-Drehmoment

Die Technik ist hingegen die gleiche: Anstelle eines Verbrennungsmotors wird ein Elektromotor verbaut, der von einem Lithium-Ionen-Akku mit Strom versorgt wird und so den Kangoo antreibt. Die Leistung des E-Motors liegt mit 60 PS (44 Kilowatt) auf dem Niveau eines kleinen Benziners, das Drehmoment dagegen entspricht schon eher einem Diesel. Denn der Elektromotor stellt ab der erste Umdrehung 190 Newtonmeter parat, was den Kangoo be bop Z.E. unverzüglich auf Gasbefehle reagieren lässt.

Galerie: Prototyp Renault Kangoo be bop Z.E.Doch trotz des spontanen Antritts wird der Kangoo auch mit Elektroantrieb nicht zum Rennauto, schließlich wiegt er rund 200 Kilogramm mehr, als ein herkömmlicher be bop. Dementsprechend bewegt er sich auch eher träge nach vorne und etwas schwerfällig um die Kurve. Umso intensiver ist dagegen die Motorbremse: Sobald man vom Gas geht verzögert der Kangoo deutlich, schließlich arbeitet der E-Motor dann als Generator und erzeugt Strom zum laden des Akkus.

Zwar mag der be bop Z.E. nicht der schnellste sein, doch ist er mit Sicherheit einer der leisesten im Straßenalltag. Frei von jeglichen Antriebsgeräuschen beschleunigt der Kangoo, in den Innenraum dringen nur die Wind- und Abrollgeräusche. „Passen Sie auf, die Fußgänger hören Sie nicht,“ ermahnt mich der Ingenieur, der mich auf der ersten Ausfahrt mit dem be bop Z.E. begleitet.

Für Pendler

Galerie: Prototyp Renault Kangoo be bop Z.E.Mit einer Kapazität von 15 Kilowattstunden liefert die derzeit eingebaute Lithium-Ionen-Batterie Strom für rund 100 Kilometer. Bis zur Markteinführung in eineinhalb Jahren will Renault den Aktionsradius auf 160 Kilometer ausdehnen. Angesprochen fühlen sollen sich demnach vor allem Pendler, die am Stadtrand oder in Stadtnähe wohnen und jeden Tag zur Arbeit fahren.

Diese könnten den Wagen zu Hause über Nacht laden, morgens damit ihren Weg zur Arbeit zurücklegen und das Fahrzeug dort wieder anstöpseln, damit abends die Akkus voll für den Rückweg sind. An einer herkömmlichen Haushalts-Steckdose dauert es bis zu acht Stunden, bis die Stromspeicher voll sind. Fixer gehts an speziellen Schnell-Lade-Stationen, dort können in einer guten halben Stunde die Akkus zu 80 Prozent geladen werden.

Einfach austauschen

Galerie: Prototyp Renault Kangoo be bop Z.E.Außerdem arbeitet Renault an einer dritten Möglichkeit, an volle Akkus zu gelangen. Das so genannten Quick-Drop-System soll den Austausch der leeren Batterie gegen eine geladene in nur drei Minuten ermöglichen. Solche Stationen planen die Franzosen allerdings vorerst nur in Israel, wo ebenfalls 2011 die ersten Elektrofahrzeuge auf den Markt kommen sollen.

Dort startet Renault mit dem Fluence Z.E., einer Stufenhecklimousine, die kurz darauf auch nach Deutschland kommen soll. Außerdem ist für das gleiche Jahr noch der Cityflitzer Twizy Z.E. geplant und für 2012 kündigen die Franzosen ein Kompaktmodell namens Zoe Z.E. an.   

Infrastruktur ist entscheidend

Galerie: Prototyp Renault Kangoo be bop Z.E.Doch steht und fällt die Elektromobilität weniger mit den Autos, denn die sind auf dem besten Weg, bald serienreif zu sein. Vielmehr ist die Infrastruktur der ungewisse Faktor, denn mit ein paar Versuchs-Ladestationen in Berlin ist es noch lange nicht getan. Und der Einsatz bei Pendlern ist noch eine der simpelsten Anwendungen, da diese in der Regel immer auf dem gleichen Parkplatz parken.

Was aber macht ein Großstadtbewohner, der mit seinem Wagen jeden Abend zehn Minuten einen Stellplatz suchen muss und kaum zwei Tage hintereinander an der selben Stelle parkt? Schließlich müsste er überall eine Steckdose vorfinden, um sein Fahrzeug fit für den nächsten Tag zu machen. Doch flächendeckende Einrichtung von Ladestationen wird sicher nicht bis 2011 abgeschlossen sein. Und ohne Quick-Drop-Stationen lassen sich auch weite Strecken nicht realisieren.

Galerie: Prototyp Renault Kangoo be bop Z.E.

 
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