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Zu Zeiten als schon nach zwei bis drei Jahren bei vielen Autos der Rostfraß einsetzte, war die Frage leichter zu beantworten. Heute sind die Unterschiede zwischen Neu- und guten Gebrauchtwagen oft marginal.
Autokäufer, die für fabrikneue Autos plädieren, weisen gerne auf die Werksgarantie hin. Zwei Jahre sind die Regel, doch die Liste der Ausnahmen wird immer länger. Oft werden Leasing- oder Finanzierungsverträge mit einer Garantieerweiterung kombiniert. Oder der Käufer kann die um ein oder zwei Jahre verlängerte Garantie für einen dreistelligen Eurobetrag wie eine Sonderausstattung einfach kaufen. Kia gewährt für einige Modelle sogar eine Fünf-Jahres-Garantie, an die sich weitere zwei Jahre für die Antriebseinheit aus Motor und Getriebe anschließen. Der Käufer eines neuen Autos kann also einige Jahre davon ausgehen, dass keine Reparaturkosten anfallen. Zumal nach der Garantiezeit auch Kulanzregelungen von Seiten der Hersteller möglich sind.
Ein weiterer Vorteil beim Neuwagenkauf ist die Chance, das Auto wirklich so auszustatten,
dass es den eigenen Wünschen voll entspricht. So soll es beim Fiat 500 über 500.000 Möglichkeiten geben,
das Fahrzeug individuell zu konfigurieren. Das Angebot reicht vom Aufkleber im Schachbrettmuster bis
zu Sport-Pedalen. Diesen Vorteilen beim Neuwagenkauf steht ein gravierender Nachteil gegenüber: Der
höchste Wertverlust ist in den ersten beiden Jahren eines Autolebens zu verzeichnen. Wer neu kauft,
muss innerhalb dieser Zeit eine stattliche Summe abschreiben. Bei großen, teuren Autos kann der Wertverlust
nach zwei Jahren bis zu 50 Prozent betragen.
> Neuwagensuche
Genau dieser hohe Wertverlust in den ersten Jahren ist es, der junge Gebrauchtwagen
so interessant macht. Mit einer Gebrauchtwagen-Garantie kann zusätzlich das Kostenrisiko minimiert werden.
Auch bei der Wahl von Motorleistung, Ausstattung und Farbe ist der Gebrauchtkäufer heute in einer ungleich
besseren Situation als früher. Bevor es große Gebrauchtwagen-Portale wie Autoscout24 gab, kamen in der
Regel nur Fahrzeuge in Betracht, die im regionalen Umfeld angeboten wurden. Und auch da war es schon
schwierig genug, genau das passende Modell zu finden. Manche werden sich noch erinnern an die unübersichtlichen
Kleinanzeigen mit den meist unzureichenden Angaben, bei denen oft sogar der Preis fehlte. Heute kann
das Wunschmodell über Suchmasken im Internet schneller und exakter denn je gefunden werden. Auch Preisvergleiche
sind viel einfacher geworden. Kein Wunder, dass neun von zehn Kaufinteressenten angeben, dass für sie
das Internet die wichtigste Informationsquelle beim Autokauf ist.
> Gebrauchtwagensuche
Eine ganz spezielle Sorte von Gebrauchtwagen sind die sogenannten Jahreswagen. Die Fahrzeuge von Werksangehörigen zählen schon lange zu den begehrten Angeboten am Markt. Der Grund: Sie gelten als top gepflegt. Werksangehörige erhalten beim Kauf eines Fahrzeuges einen Rabatt. Gehen sie pfleglich mit ihm um, verlieren sie beim Verkauf wenig Geld und können verlustfrei auf das nächste Modell umsteigen. Manche fahren sogar mit Schonbezügen über den Polstern. Außerdem entscheiden sie sich für besonders oft nachgefragte Farben und Ausstattungsdetails, um möglichst rasch einen Käufer zu finden. Jahreswagen kann man aber auch direkt vom Hersteller kaufen. In der Regel sind das Geschäftswagen, die Angestellten als Leasing-Fahrzeuge für sechs bis 18 Monate zur Verfügung standen. Diese Fahrzeuge werden fast immer mit ein- oder zweijähriger Garantie veräußert. Extratipp: Werksangehörige bieten manchmal sogar an, ein Auto ganz nach den Wünschen des späteren Käufers zu bestellen.
Mit einem guten Gebrauchten kann ein Autokäufer viel Geld sparen, ohne größere Risiken einzugehen.