Auto Reimport

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Autokauf ist immer auch eine Preisfrage – oder: Gibt es das Wunschfahrzeug in Zeiten der Internationalisierung nicht irgendwo billiger? Oftmals ja. Denn Deutschland ist prinzipiell ein hochpreisiges Land, was sich auch auf die Kfz-Preise auswirkt.

Ein Blick über die Landesgrenzen lohnt sich daher oftmals und spart Ihnen mitunter richtig Geld. Was einfach klingt, benötigt jedoch ein wenig Erfahrung und Aufmerksamkeit. Mit diesen 8 Tipps zeigen wir Ihnen, wie Sie beim Autokauf im Ausland am besten vorgehen.

Tipp 1: im Ausland oft günstiger.

Speziell gebrauchte Kleinwagen werden im Ausland oftmals günstiger gehandelt. Das liegt daran, dass sie schon in der Anschaffung in einigen EU-Ländern 30 % billiger sind und es ein größeres Angebot auf dem Markt gibt. Als Deutscher müssen Sie im Ausland nicht die hohen Steuern und Abgaben bezahlen, die es in vielen EU-Ländern für Einheimische gibt. Sie zahlen dagegen „nur“ den Nettopreis und die deutsche Mehrwertsteuer, die ebenfalls oft günstiger ist als in anderen Ländern.

Tipp 2: AutoScout24 auch international nutzen.

Über 3 Mio. Gebrauchtwagen und mehr als 1 Mio. Neuwagen werden monatlich in Europa verkauft. Um den Überblick zu behalten und das eigene Wunschauto herauszufiltern, bietet AutoScout24 beste Möglichkeiten. Wir helfen Ihnen, sich einen umfassenden Eindruck zu verschaffen und Preise für die unterschiedlichsten Modelle in den verschiedenen Ländern zu vergleichen. Zudem finden Sie hier zahlreiche Adressen und Kontaktdaten ausländischer Händler. Die Europäische Kommission veröffentlicht außerdem einmal jährlich eine Tabelle, in der die Listenpreise der meistverkauften Neuwagen-Modelle in den EU-Ländern verglichen werden.

Tipp 3: Ausstattung je nach Land verschieden.

Verschiedene Länder, verschiedene Sitten und Vorlieben. Das zeigt sich besonders bei den Ausstattungen. Oft unterscheiden sich bereits die Grundausstattungen in den Ländern und häufig werden auch verschiedene Extras präferiert. Das heißt: Achten Sie bei ausländischen Fahrzeugen auf die Motorleistung, Emissionen, Grundausstattung und Sonderausstattung. Ältere Fahrzeuge sind in Sicherheitsaspekten oftmals nicht auf dem neuesten Stand und verfügen z. B. über keine oder nur wenige Airbags. Achten Sie auch darauf, dass einzelne Modelle unter Umständen technisch leicht umgerüstet werden müssen, um eine deutsche Zulassung zu erhalten, beispielsweise wenn sie aus den USA kommen.

Tipp 4: auf der sicheren Seite mit Kaufvertrag

Haben Sie Ihr Wunschauto gefunden und sind sich mit dem Verkäufer einig? Der nächste Schritt ist der Kaufvertrag: Achten Sie darauf, dass der Vertrag Preis, Ausstattungsdetails und den konkreten Übergabetermin enthält. Bei einem Neuwagen sollten Sie zudem darauf achten, dass der Begriff „Neufahrzeug“ ausdrücklich erwähnt wird. Wer sprachlich unsicher ist, sollte sich den Vertrag übersetzen lassen. Wichtig dabei: Zahlen Sie erst, wenn Sie Vertrag, Fahrzeugpapiere und Zündschlüssel in den Händen halten und vermeiden Sie Bargeldtransfers über Dienstleister.

Tipp 5: wichtige Dokumente bei Übergabe.

Nach der Vertragsunterzeichnung kommt es zur Fahrzeugübergabe. Als Käufer sollten Sie auf jeden Fall die Rechnung bzw. den Vertrag sowie die Fahrzeugpapiere – beides im Original - und alle Zündschlüssel erhalten. Fordern Sie zudem das sogenannte Certificate of Conformity, kurz CoC. Es gilt als Bescheinigung, dass das Fahrzeug der europäischen Norm entspricht und zugelassen werden darf.

Hat das Auto kein CoC, ist in Deutschland eine aufwändige Vollabnahme fällig. Bestehen Sie auch darauf, dass die Garantieunterlagen, also Serviceheft und Garantiekarte, abgestempelt und mit Fahrgestellnummer und Übergabedatum versehen sind. Gut zu wissen: Besteht für das Fahrzeug noch Herstellergarantie, muss jeder Händler in Europa Garantieleistungen erbringen.

Tipp 6: problemlose Überführung.

Nach der Übergabe des Fahrzeugs und der notwendigen Papiere kann es losgehen: am besten mit einem Ausfuhr- oder Überführungskennzeichen des Kauflands. Dafür gibt es in jedem Land andere Bestimmungen und Vorgaben. Fragen Sie am besten den Verkäufer, wie Sie eines bekommen. Am einfachsten ist die Abholung mit einem Anhänger: Dafür brauchen Sie keine Kennzeichen.

Tipp 7: erst Finanzamt, dann Zulassung.

Für Neufahrzeuge aus dem Ausland gilt: Spätestens 10 Tage nach dem Kauf müssen Sie zum Finanzamt. Dieses stellt Ihnen die üblichen 19% MwSt. in Rechnung. Dafür brauchen Sie eine „Umsatzsteuererklärung für Fahrzeug-Einzelbesteuerung“. Sie können das Formular auf der Internetseite des Finanzamts herunterladen. Bei Gebrauchtwagen fallen keine Steuern in Deutschland an, Sie müssen also dem Finanzamt auch nichts melden.

Für die Zulassung müssen bei Neu- und Gebrauchtwagen vorliegen: Personalausweis oder Reisepass, Versicherungsbestätigung, Originalrechnung oder Vertrag, ausländische Fahrzeugpapiere, das CoC (Certificate of Conformity), Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer und bei Neuwagen die Umsatzsteuererklärung vom Finanzamt. Bei Gebrauchten müssen Sie zusätzlich eine deutsche HU-Untersuchung vorlegen – es sei denn, das Fahrzeug ist jünger als drei Jahre.

Für Fahrzeuge aus dem nichteuropäischen Ausland muss bei der Zulassungsstelle eine Zollunbedenklichkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Die Bescheinigung dient als Nachweis für eine einwandfreie Einfuhr und prüft z. B. ob das Fahrzeug gestohlen oder die Mehrwertsteuer ordnungsgemäß beglichen wurde. Die Unbedenklichkeitsbescheinigung erhalten Sie direkt beim Zoll. Wichtig: Das einzuführende Fahrzeug muss vorher schriftlich oder online bei der Zollstelle angemeldet werden.

Tipp 8: Garantie gilt EU-weit.

Für Fahrzeuge aus dem EU-Ausland gelten die Garantiebestimmungen des Kauflands. Die Garantieleistungen sind innerhalb der EU nahezu identisch, zwischen den Herstellern gibt es jedoch Unterschiede. Wichtig sind nur die abgestempelten und vollständigen Garantieunterlagen. Laut EU-Recht sind alle Vertragshändler in der EU verpflichtet, Garantieleistungen zu erbringen, auch wenn Sie das Fahrzeug im Ausland gekauft haben. Die Sachmängel- haftung des ausländischen Händlers richtet sich aber nach dem Recht des Kauflandes. Das bedeutet, Sie müssen notfalls Ihr Recht im Ausland geltend machen.

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