Auto-Salon Genf 2012
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Galerie: Sitzprobe Audi A3

Sitzprobe: Audi A3

Scharf gemacht

05.03.2012

Bereits ein erster Blick auf das noch verhüllende Tuch verrät: Dieser Audi wird scharfkantiger als alles bisherige im Autobau daherkommen. Als wir uns nach der Enthüllung dann beim Inspizieren des Kofferraums mit der Hand an der C-Säule abstützen, schrecken wir unweigerlich zurück, aus Angst uns zu schneiden. Obwohl der neue A3 auf den ersten Blick wenig überraschen mag, sorgt eine genaue Inaugenscheinnahme von Außenhaut und Interieur für viele Überraschungen.

Galerie: Sitzprobe Audi A3Seine offizielle Premiere feiert die dritte, von Grund auf neue A3-Generation eigentlich auf dem Genfer Autosalon (6. bis 18. März 2012), doch Audi hat einigen Journalisten eine Vorab-Gelegenheit zum ersten Probesitzen in einem Fotostudio bei Ingolstadt ermöglicht. Und diese intime Inspektion hat sich gelohnt, denn viele der neuen Details hätten wir bei einer Sitzprobe in der Hektik des Messebetriebs sicherlich übersehen.

Der wie bisher 4,24 Meter lange Dreitürer gibt sich optisch ganz in der Tradition der beiden Vorgänger der Kompaktbaureihe. In ihren Grundproportionen bietet auch die 2012er-Version einen hohen Wiedererkennungswert, wurde die Außenhaut ähnlich behutsam weiterentwickelt wie beim Technikbruder VW Golf über viele Generationen hinweg. Doch würde man einen Vorgänger des A3 direkt neben den Neuen stellen, würden sich auch enorme Unterschiede offenbaren und der Alte ziemlich alt aussehen.

Volle Kante

Galerie: Sitzprobe Audi A3Wesentlichen Anteil an seiner moderneren und strafferen Optik haben die eingangs erwähnten, besonders prägnanten und fein herausgearbeiteten Lichtkanten. Audi selbst spricht von einer revolutionären Fertigungstechnik, die es erst möglich macht, das Stahlblech derart fein und präzise zu formen. Die wohl prominenteste Kante verläuft in der Flanke auf Höhe der Schulterlinie vom Frontscheinwerfer bis in die nunmehr zweigeteilten Heckleuchten.

In der Seitenansicht betont eine von vorne nach hinten zwischen den Radhäusern leicht aufsteigende Sicke knapp oberhalb vom Schweller den dynamischen Auftritt zusätzlich. Zusammen mit dem langen Radstand (2,60 Meter), den kürzeren Fahrzeugüberhängen, dem flacher bauenden Vorderwagen und schicken 19-Zoll-Rädern steht der A3 knackiger und stämmiger als seine Vorgänger da. Für die Serienversion sind übrigens vorläufig nur maximal 18 Zoll große Räder vorgesehen.

Prominentes Gesicht

Galerie: Sitzprobe Audi A3Hinzu kommt ein prominentes, forderndes Gesicht, ganz im Stile der jüngeren Mitglieder der stetig wachsenden Audi-Familie. Betrachtet man allein die Front, fühlt man sich an deutlich größere Baureihen der Ingolstädter erinnert, insofern vermittelt das A3-Gesicht durchaus auch das Prestige höherer Baureihen. Plastisch besonders gut herausgearbeitet ist der von einer nunmehr sechseckigen Alu-Zierleiste eingerahmte  Kühlergrill, bei dem das Nummernschild nicht mehr auf einem breiten Querbalken, sondern quasi freischwebend auf den Querlamellen ruht. Überragend windschnittig ist der A3 übrigens nicht, denn mit einem Cw-Wert von 0,31 markiert die Karosserie keine Bestmarke im Segment.  

Flankiert wird der Kühlergrill von scharf dreinblickenden Scheinwerfern, die dank einer feinen LED-Lichtleiterlinie am oberen Rand einen wertigeren Eindruck und eine individuelle Nachtrafik bieten. Das LED-Tagfahrlicht gibt es allerdings nur für Kunden, die sich Bi-Xenon-Scheinwerfer oder gleich noch die LED-Vollscheinwerfer leisten wollen, die Audi erstmalig in der Kompaktklasse anbieten wird. Scharfe Lichtkanten auf der Motorhaube, die auf den Türschultern montierten Außenspiegel und die schicke LED-Rückleuchtengrafik gehören zu den weiteren Designfinessen der neuen A3-Generation.

Deutlich modernisierter Innenraum

Galerie: Sitzprobe Audi A3Ebenfalls völlig neu und in vielen Details deutlich aufgewertet wurde der Innenraum. Manchmal möchte man sich fast wundern, was Audi bei seinen durchgestylten Arbeitsplätzen noch verbessern kann, doch ist den Entwicklern im Fall des A3 erstaunlich viel dazu eingefallen. Grundsätzlich baut das Armaturenbrett etwas flacher, wirkt dadurch luftiger und leichter. Darüber hinaus hat Audi die Bedieneinheiten in der Mittelkonsole entfrachtet.

Auffällig ist eine auf ganzer Breite das Armaturenbrett mittig teilende Querstrebe. Die mit einer dreidimensional wirkenden Zierleiste aufgehübschte Horizontale wird im Bereich der Mittelkonsole durch eine breite Schalterbatterie unterbrochen. Unterhalb dieser Schalter befindet sich eine neue Bedieneinheit für die Klimaautomatik, darüber die neuen Belüftungsdüsen mit integriertem Chromeinstellring und einer neuen, einfach zu bedienenden Luftzerstäuber-Funktion.

Phonebox fürs Handy

Ein LED-Ambientelicht für die Getränkehalter und das Weglassen des Handbremshebels (jetzt elektrisch per Knopfdruck aktivierbar) sorgen für mehr Schick im unteren Bereich der schmaleren Mittelkonsole. Zudem findet dort eine neue Phonebox Platz, in der sich auf einer Ladematte geparkte Handys drahtlos mit der Bordantenne verbinden lassen, um so eine bessere Empfangsqualität beim Mobiltelefonieren zu gewährleisten. Bei Audi  kann man sich sogar vorstellen, diese Phonebox in den nächsten Jahren um die Funktion des induktiven Ladens zu erweitern.

Etwas mehr Platz soll der A3 für die vorderen Passagiere bieten, während der Einstieg nach hinten weiterhin als ziemlich unbequem getadelt werden muss. Auch die Platzverhältnisse sind im Fond keineswegs großzügig, obwohl sich die Kniefreiheit dort leicht verbessert hat. Auch der Kofferraum ist marginal gewachsen: Hier lassen sich normal bis zu 365 Liter einladen, bei umgelegter Rückbank sind 1.100 Liter möglich.

Topfebener Laderaum

Galerie: Sitzprobe Audi A3Der Kofferraumboden hat übrigens eine zweistufige Arretierung, in der oberen Stufe schließt der Boden dann bündig mit der umgelegten Rückbanklehne ab. Unterm Boden befindet sich noch zusätzlicher Stauraum, an dem man bequem ran kommt, da sich der Kofferraumboden in der hochgeklappten Stellung ebenfalls arretieren lässt. Praktisch auch: Das Warndreieck befindet sich unabhängig vom Beladungszustand stets leicht erreichbar in der Heckklappe.

Ein besonderer Höhepunkt des neuen A3 ist sein optionales Multimedia-System. Oben auf der Armaturenbrettmitte befindet sich ein kleiner Schlitz mit Klappe, aus dem blitzschnell das neue sieben Zoll große und nur 11 Millimeter dünne Farbdisplay herausschießt. Der schicke Bildschirm bietet neben einer spektakulären Ein-und-Ausfahr-Choreografie noch eine brillante Auflösung und ein kontrastreiches und scharfes Bild mit detaillierter 3D-Grafik. Für diese verantwortlich zeichnet der Tegra-2-Prozessor von Nvidia, der derzeit in vielen namhaften Tabs (z.B. Samsung Galaxy) und auch im Tesla Model S zum Einsatz kommt.

Mit Touchpad

Galerie: Sitzprobe Audi A3Um das MMI genannte Infotainment-System  zu steuern, wurden um einen neuen Dreh-Rückstell-Knopf noch acht Kurzwahltasten gruppiert, die den Weg in manche Untermenüs sehr vereinfachen. Als besonderer Clou wurde das im A8 eingeführte Touchpad in den Drehknopf integriert. Hierüber lässt sich zum Beispiel der Cursor auf der Navigationskarte bewegen und ein Zielpunkt direkt anwählen, oder man kann den Ortsnamen einfach per Zeigefinger Buchstabe um Buchstabe in das System eingeben. Verblüffend eindeutig erkennt der Rechner selbst krakeligste Buchstabierversuche.

Neben der aktuellen Fülle von zahlreichen Multimedia-Funktionen des MMI und einem optionalen Surround-Soundsystem von Bang & Olufsen bietet der neue A3 weitere, optionale Assistenzsysteme, die bislang höheren Modellen vorbehalten waren. So wird es einen radarbasierten Abstandstempomaten geben, einen Kollisionsverhinderer (bis 30 km/h), einen Spurhalteassistenten, eine Verkehrsschilderkennung oder einen Einparkassistenten, der angemessene Lücken anzeigt und das Fahrzeug sogar hinein lenkt. Ein jüngst bei Audi eingeführtes Head-up-Display ist hingegen für den A3 nicht vorgesehen.  

Austauschbare Hardware

Galerie: Sitzprobe Audi A3Die gesamte Infotainment-Technik des A3 wurde übrigens neu entwickelt und baut, erstmals in einem Audi, auf einem kompakten modularen Infotainmentbaukasten mit Steckmodul auf. Der Clou: Hardware-Komponenten der Elektronikeinheit lassen sich nach ein paar Jahren durch einfachen Austausch aktualisieren.

Apropos Baukasten: Unter der Karosserie des A3 kommt erstmals der modulare Querbaukasten zum Einsatz, auf dem auch der VW Golf VII (ab Ende 2012 ) aufbauen wird. Eine für den neuen A3 ganz entscheidende Verbesserung bietet hierbei die deutlich leichtere Konstruktion, die hilft, etliche Kilos einzusparen. So soll im Fall der Basisversion des A3 die Gewichtsminderung stolze 80 Kilogramm betragen. Neben dem neuen Chassis hat Audi durch den Einsatz von Alublechen (Motorhaube, vordere Kotflügel) ein paar Extrakilo eingespart. Zum Vergleich: Beim neuen SL hat Mercedes mit enormen Aufwand und massiven Einsatz von Aluminium das Gewicht um 90 Kilogramm reduziert, während BMWs neuer 1er im Vergleich zum Vorgänger sogar leicht zugelegt hat.

Neue Motoren, mehr Dynamik

Galerie: Sitzprobe Audi A3Völlig klar, das der künftig mindestens 1.175 Kilogramm leichte A3 zusammen mit neuen Motoren hinsichtlich Fahrdynamik und Effizienz deutliche Vorteile bieten dürfte. Zunächst kündigt Audi lediglich fünf Aggregate an, die erstmalig in der Kompaktbaureihe zum Einsatz kommen. So gibt es zwei TFSI-Benziner mit 1,4 beziehungsweise 1,8 Liter Hubraum, die 122 respektive 180 PS leisten. Das vorläufige Top-Aggregat soll den kompakten Bayern-Express in knapp über sieben Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 wuchten und über 230 km/h schnell machen. Trotz dieser fulminanten Dynamik soll der Normverbrauch bei lediglich 5,6 Litern liegen

Später im Jahr soll noch der neue 1.4 TFSI mit Zylinderabschaltung nachgereicht werden, der bei 140 PS mit rund fünf Litern Benzin auf 100 Kilometer auskommen soll. Als Diesel gibt es wie bisher einen 1,6er und ein 2,0-Liter-Aggregat, die 105 beziehungsweise 143 PS leisten. Der 1.6er-Diesel wird mit 3,8 Liter Normverbrauch das vorläufig sparsamste Modell der Baureihe sein, der stärkere Diesel soll sich mit 4,1 Liter bescheiden. Später will Audi noch Hybrid-, Erdgas- und Audi-e-Gas-Versionen nachschieben.

Allrad und S-Tronic

Neben manuellen Fünf- und Sechs-Gang-Getrieben wird Audi selbstverständlich wieder Doppelkupplungsgetriebe (S-Tronic) für den A3 anbieten. Für den 1.8 TFSI ist das selbst schaltende Getriebe sogar serienmäßig an Bord. Später im Jahr 2012 will Audi außerdem noch den Allradantrieb Quattro anbieten, bei dem es sich allerdings um die Haldex-Variante mit zentraler Lamellenkupplung handeln wird.

Nach seiner Genf-Premiere ist nur noch ein wenig Geduld gefragt, denn bereits im anschließenden Sommer kommt der neue A3 in den Markt, Detaillierte Preise wurden bislang nicht verraten, lediglich den Basispreis von 21.600 Euro für den 122 PS starken Benziner hat Audi bereits jetzt rausgerückt. Doch so viel ist jetzt schon sicher: Mit stärkeren Motoren und viel Ausstattung wird man den Preis für dem Golf-Klasse-Audi jenseits der 50.000-Euro-Schallmauer treiben können. Das mag schon fast unverschämt klingen, ist aber letztlich auch dem Umstand geschuldet, das Audi für den A3 enorm viele Ausstattungsoptionen anbietet. Wer viel will, kann bei Audi auf Wunsch auch viel bekommen.

 
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