Genfer Autosalon 2009
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Galerie: Sitzprobe BMW 5er GT

Sitzprobe: BMW 5er GT

Außen Coupé, innen GT

13.02.2009

Neue Fahrzeugkonzepte machen Arbeit. Erstmal den Herstellern, die das immer gleiche Grundmuster (außen vier Räder, innen eins) irgendwie neu erfinden müssen. Und uns Autojournalisten, die solche Ansätze wieder auseinander nehmen und erklären sollen.
Im Falle des BMW 5er GT ist das noch mehr Arbeit als sonst.

Sowohl die Produktentwickler als auch die Kommunikationsprofis von BMW stehen vor einer unlösbaren Aufgabe: Die Autofahrer werden immer älter und erwarten vermehrt Fahrzeuge, die ihnen auch jenseits der 50 und im Alltag Spaß machen. Doch andererseits will diese Zielgruppe der „best-ager“, wie sie die Marketing-Kollegen nennen, sich nicht als ältere Menschen fühlen oder gar als solche angesprochen werden.
Kniffig.

Bei BMW vermeidet man es daher tunlichst, die Zielgruppe des 5er GTs als „älter“ zu bezeichnen. Und obwohl das Auto durchaus eine interessante Nische besetzt, wird es dann doch von der Klientel im gesetzten Alter bevorzugt werden. Die Gründe dafür fangen beim Einstieg an und hören mit dem Preis (den es noch nicht gibt) nicht auf.

Galerie: Sitzprobe BMW 5er GT5er für die Alten?

Doch ganz so einfach ist es nicht. Fangen wir mit dem an, was der 5er GT nicht ist. Er ist kein Kombi (vom kommenden neuen 5er - ab 2010 - wird es wieder einen eigenen Touring geben). Er ist auch kein SUV, das ist schnell klar. Ein Van ist er schon gar nicht und die Begriffe Limousine oder Coupé sind irgendwie auch unpassend.

Doch von den genannten Fahrzeugsegmenten borgt sich der GT Eigenschaften, die ihn zu etwas Neuem machen sollen. Als erstes ist der sehr große Innenraum zu nennen. Der liegt auf 7er-Niveau, die Beinfreiheit ist sogar zwischen dem Basis-7er und der Langversion angesiedelt. Auch die Kopffreiheit hat Luxusklasse-Niveau. Der Einstieg liegt dagegen deutlich höher als bei üblichen Limousinen ohne in eine bei SUV benörgelte Kletterei auszuarten.

Details sind anders

Galerie: Sitzprobe BMW 5er GTUnd dann geht es schon in die Details, die den Gran Turismo von jedem anderen Auto unterscheiden. Hinter den Rücksitzen sitzt eine mehrere Zentimeter starke Trennwand, die das Kofferraum-Abteil vom Fahrgastraum trennt. Das verspricht eine Geräuschdämmung, wie sie in Limousinen üblich ist. Gleichzeitig sind die Rücksitze flexibel und längs verschiebbar, die Rückenlehnen in der Neigung einstell- und sogar ganz umklappbar. Das macht die Limousine wieder zum Kombi, der der GT nicht sein will.

Auto mal anders

Galerie: Sitzprobe BMW 5er GTZudem ist der Kofferraum auch von außen über einen normalen Kofferraumdeckel erreichbar, was die Insassen vor allem bei starker Hitze oder Kälte freuen wird -  sie bleiben im wohltemperierten Innenraum vom widrigen Außenwetter verschont – bei einer Kombi-Heckklappe nicht machbar. Doch die große Ladeluke hat der 5er GT und ist so bei Bedarf auch für größeres Gepäck aufnahmebereit.

Der Innenraum des Konzeptautos besticht durch ein bisher von BMW nicht gewohntes Wohlfühlambiente. Das liegt vor allem an den matten Holzeinlagen und dem aus Rosshaar gefertigten Sitzbezügen. Auf den Fotos sieht letzterer zwar ein wenig nach Retro aus, doch in Wirklichkeit können Haptik und Optik überzeugen.

Galerie: Sitzprobe BMW 5er GTInnenwerte

Die Armaturen borgen sich vom 7er die Black-Panel-Instrumentierung und auch die Bedienungselemente in der Mittelkonsole. Dabei ist gerade die Gestaltung des Mitteltunnels überzeugender als beim 7er.

Das Raumgefühl auf allen vier Sitzen ist überragend (was nicht zuletzt am großen Panorama-Glasdach liegt), die Sicht nach hinten aber – wie schon beim X6 - deutlich eingeschränkt.

Galerie: Sitzprobe BMW 5er GTVon außen wird der 5er GT mit Sicherheit am meisten polarisieren. Mit der vorderen Hälfte habe ich persönlich meine geringsten Probleme und freue mich schon auf den neuen 5er, den wir 2010 erwarten können. Doch die hintere Hälfte ist tatsächlich, nun ja, … neu. Doch wie bei so vielen Präsentationen wirkt der Wagen in echt wesentlich ausgewogener als auf Fotos. Was für ein nachhaltiges Design spricht, das sich auch in mehreren Jahren noch nicht abgenutzt haben wird. Erfahrungsgemäß wird der Wagen auf der Strasse nochmals besser wirken, das ging uns schon beim 7er so.

Galerie: Sitzprobe BMW 5er GTFazit

Auch wenn die Erklärungsversuche für dieses neue Fahrzeug-Konzept ein wenig zu kopflastig erscheinen mögen – der 5er GT hat was. Zumindest hat er den Mut, einer traditionellen Klientel eine überraschende und zudem durchdachte und praktische Alternative anzubieten. Dabei werden sowohl 5er-, Touring-, X5-, X6- und sogar 7er-Kunden angesprochen werden können.

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Nach der Vorab-Präsentation im kleinen Kreis wird das Konzeptauto einem breiteren Publikum erstmals auf dem Genfer Salon im März 2009 vorgestellt. Das Serienfahrzeug steht dann im Herbst 2009 auf der IAA und geht kurz darauf in den Verkauf.

Dann wird der Markt entscheiden, ob die aufwendige Marktforschung im Vorfeld richtig lag. Denn für den aktiven Autofahrer, dem die bisherigen und die gerade genannten Autos schlicht zu gewöhnlich oder einfach nur unpassend waren, bietet der GT ein edle und praktische Alternative.

Und eines ist klar: Nach dem SUV- kommt sicher ein anderer Auto-Trend.

Galerie: Sitzprobe BMW 5er GT

 
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