Genfer Autosalon 2009
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Sitzprobe Lexus RX 450h

Sitzprobe: Lexus RX 450h

Es lebe Crossover

18.02.2009

Lexus ist derzeit der einzige Fahrzeughersteller, der in Deutschland ein SUV-Hybrid anbietet. Ab Juni 2009 wird daraus ein Crossover-Hybrid, wie die Japaner betonen. Zugleich soll der RX 450h das Modell mit dem niedrigsten Verbrauch und der höchsten Leistung eines Sechszylinders im Segment sein.

Ja, das Meilenwerk in Düsseldorf ist ein adäquater Rahmen, um Pressevertretern einen ersten persönlichen Eindruck vom neuen Lexus RX 450h zu geben. Und nein, das böse Kürzel SUV kommt Lexus-Deutschland Chef Selzer und seinen Kollegen in diesem Zusammenhang nicht über die Lippen. Zu negativ besetzt ist es in den Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Crossover heißt der Ersatz, klingt leichter, moderner und zeitgemäßer.

Verbrauch eines VW Golf

Denn genau das soll der neue RX 450h sein. Zeitgemäß, trotz seiner rund 4,80 Meter Länge und mehr als zwei Tonnen Gewicht? Immerhin ist er das einzige SUV oder Crossover, welches mit einem Hybridantrieb aufwarten kann.

Galerie: Sitzprobe Lexus RX 450h

So gewappnet soll der optisch nicht wirklich revolutionär veränderte 450h auf dem Prüfstand vor allem die deutsche Diesel- und Benzinkonkurrenz meilenweit abhängen. Das dürfte klappen, denn schon der noch aktuelle RX 400h stellt seine Mitbewerber mit nur 8,1 Litern Benzinverbrauch und 192 Gramm CO2 an die Wand. Einer, der bislang noch irgendwie in diese Regionen kommt, ist der BMW X5 30d mit 8,2 Litern Diesel, was einem CO2-Ausstoß von 217 Gramm entspricht. Nach inoffiziellen Aussagen soll der neue RX 450h die Acht-Liter-Marke deutlich unterbieten und lediglich gut 160 Gramm emittieren. Ein Wahnsinnswert für ein Fahrzeug, das deutlich über zwei Tonnen Leergewicht auf die Waage bringt.

Grundgerüst für den Sparerfolg stellt ein 166 Kilogramm schwerer, 249 PS starker 3,5-Liter-V6-Benziner, der an eine stufenlose CVT-Automatik gekoppelt ist. Neu beim 450h ist die Möglichkeit, bei Bergabfahrten die Motorbremse so zu nutzen, dass möglichst viel Schubenergie rekuperiert wird.

Zwei Elektromotoren

Für die Umsetzung der Rekuperation sorgen zwei Elektromotoren die getrennt Vorder- und die Hinterachse mit Stromkraft versorgen. Beide Systeme wurden im Vergleich zum Vorgänger modifiziert, die Leistungsdaten bleiben nahezu identisch.

Galerie: Sitzprobe Lexus RX 450hDie Vorderachse wird von einem 123 Kilowatt starken Modul angetrieben, das 335 Newtonmeter produziert. Hinten arbeitet ein 50 KW-Elektromotor. Zusammen mit dem Ottomotor bringt es der Allradler auf kumulierte 299 PS, was laut Lexus den stärksten Sechszylinder im Segment ausmachen soll. Egal welches Segment Lexus nun meint (SUV oder Crossover), die Landsleute von Infiniti haben da noch ein Wörtchen mitzureden, denn der EX 37 und FX 37 schaffen es auf 320 PS, ohne Hybrid oder Aufladung.

Rein elektrisch fahr

Weitere Neuheiten des RX 450h: Gekühlte Abgasrückführung, Abgaswärmenutzung um den Verbrennungsmotor schneller auf Betriebstemperatur zu bringen, Verringerung der Reibungsverluste im Hybridsystem. Das neue Hybridsteuergerät mit integriertem Spannungswandler sorgt dafür, dass der gespeicherte Strom zum Antrieb der E-Motoren von 288 Volt Gleichstrom auf 650 Volt Wechselstrom gewandelt wird. Das Volumen des Steuergerätes konnte von 30 Liter auf gut 18 und gleichzeitig um acht auf 22 Kilogramm reduziert werden.

Galerie: Sitzprobe Lexus RX 450hWeitere Modifikationen: Ein ECO-Modus, der Getriebe- und Motorsteuerung verbrauchsoptimierend beeinflussen soll. Der vielleicht wichtigste Punkt ist jedoch die EV-Taste. Sie ermöglicht rein elektrischesFahren. Das ist vor allem in Park-Garagen, Schrittempo-Zonen und im Stadtverkehr sinnvoll. Neu ist außerdem die Unterbringung der drei jeweils mit Lüfter versehenen, insgesamt 69 Kilogramm schweren Nickel-Metallhydrid-Akkus, die unter der Rückbank sitzen und Platz für ein Notrad im Kofferraum bringen.

Interessant ist, dass sich an der Batterietechnologie bei Lexus auch in den kommenden Jahren nichts ändern wird. Lithium-Ionen-Akkus seien zu teuer, aus Kapazitätsgründen nicht notwendig und die Lebensdauer für die Anwendung im Hybridsektor noch nicht hinlänglich untersucht, lässt Dirk Breuer, Lexus-Technikexperte, verlauten.

Drei Fahrwerke

Besonderes Augenmerk haben die Entwickler dafür auf das Fahrwerk gelegt. Aus drei Lösungen können Kunden ihren Liebling wählen. Ab Werk kommt der RX 450h mit einer herkömmlichen Stoßdämpfer-Federlösung zum Kunden, die laut Lexus Produkttrainer Peter Tiehle straff ausgelegt ist.

Galerie: Sitzprobe Lexus RX 450hOptional kann man eine angeblich sehr komfortable Luftfederung wählen, die allerdings keine verschiedenen Modi bietet. Lediglich die Fahrzeug-Standhöhe kann manuell beeinflusst werden, was bei soften Geländefahrten – die ein Crossover noch meistert – von Vorteil sein kann. Ab Tempo 110 km/h senkt sich die Karosserie aus der Nulllage selbsttätig um 20 Millimeter an der Vorder- und fünf an der Hinterachse ab, um den Cw-Wert auf 0,32 zu drücken. Für SUV und Crossover ist das ein respektabler Wert und wird vom Infiniti EX 37 ebenfalls erreicht wird.

Als zweite Option stehen die aktiven Stabilisatoren bereit, die eine geringere Seitenneigung und damit mehr Sportlichkeit garantieren sollen. Innerhalb von Millisekunden passen sich die Stabis an die Fahrsituation an und beeinflussen damit die Wankneigung. Das System ist selbstverständlich nur mit dem Stahlfahrwerk kompatibel.

Top Verarbeitung, aber…

Der Innenraum des RX 450h überzeugt im Vergleich zum Vorgänger mit frischem Design. Die Sitze vorne sind sehr bequem und lassen sogar die Verlängerung (oder Verkürzung) der Sitzfläche zu. Im Fond geht es gemessen an der Fahrzeuggröße nicht unbedingt üppig zu. Der Kofferraum konnte aufgrund der komplett erneuerten Hinterachse dezent vergrößert werden. Dennoch passen nur rund 450 Liter rein. Der Tankinhalt beträgt weiterhin magere 65 Liter.

Die Verarbeitung ist top, keine Frage. Die Materialanmutung und Gestaltung (Digitaluhr) entspricht aber nach wie vor eher japanischem und US-amerikanischem Geschmack. So sind Armaturenbrett, Lenkrad und Fahrertür mit Schaltern überfrachtet, die zudem oft mit Mini-Beschriftung aufwarten.

Galerie: Sitzprobe Lexus RX 450hDabei wäre das nicht unbedingt notwendig, denn dass neue Bedienkonzept überzeugt (zumindest dann, wenn das Auto steht). Ähnlich wie bei einer Computermaus liegt die Hand auf dem etwas improvisiert wirkenden Bedienelement. Vorne gibt es eine Hauptmenü-Taste und einen Druckknopf, der direkt zum Navi führt. Dahinter befindet sich der bewegliche Scroll-Fingertaster und seitlich jeweils eine Bestätigungsfeld. Dirigiert mittels Scroller fliegt nun ein stilisierter Finger über das große Display und lässt sämtliche Kleinigkeiten des Fahrzeugs an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Touch-Screen war gestern.

Live-Stream

Neu ist auch eine Art Live-Stream zwischen Mobiltelefon und Entertainment-System. So wird die auf dem Handy gespeicherte Musik via Bluetooth ohne Umwege vom Bordsystem abgespielt. Ein Herunterladen der Musik auf die integrierte Festplatte ist hingegen nur von einer CD oder DVD möglich.

Zum Preis gibt es noch keine Infos. Ab April 2009 gibt es die Ottoversion RX 350, ab Juni kommt der Hybrid RX 450h in den Handel. Mit rund 55.000 Euro für den neuen Hybrid-Crossover sollte man rechnen.

Galerie: Sitzprobe Lexus RX 450h

 
5
278

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.