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Galerie: Sitzprobe Mercedes-Benz CLC

Sitzprobe: Mercedes-Benz CLC

Alter Wein in neuen Schläuchen

31.01.2008

Wann ist ein Auto neu? Hersteller neigen dazu, schon bei kleinen Änderungen von einem neuen Modell zu reden. Keine Frage: Die Grenzen zwischen Facelift und Neuauflage sind fließend. Zum Glück, denn nur so lässt sich trefflich über Mercedes jüngste Kreation streiten.

Daimlers gesamte PR-Garde ist extra vom Neckar an die Spree gereist, um im Rahmen der Fashion Week, die natürlich von Mercedes gesponsert wird, den neuen CLC vorzustellen. Glaubt man deren Reden, ist das Coupé nicht nur das dritte Derivat der C-Klasse-Baureihe, sondern der neue Star am Sternenhimmel. Schließlich soll der Nachfolger des wenig geliebten C-Klasse Sportcoupés quasi die Einstiegsdroge für die Marke mit dem Stern sein.

Kein Bestseller

Galerie: Sitzprobe Mercedes-Benz CLCMit nur knapp 320.000 verkauften Fahrzeugen weltweit zählt das alte Modell wahrlich nicht zu den Bestsellern im Portfolio. Die Eroberungsrate von 70 Prozent spricht dagegen für das Konzept. Mehr als zwei von drei Sportcoupé-Käufern saßen zuvor nicht hinterm Stern, wiederum zwei Drittel derer haben sich beim nächsten Autokauf erneut für einen Daimler entschieden. Grund genug, um den Kundenfänger neu aufzulegen.

Aber ist der CLC wirklich neu? Hier fängt der Streit um die Definition dieses kleinen Wörtchens an, denn: Was in einer fulminanten Show - umrahmt von rausgeputzten Models - der versammeltem Öffentlichkeit nebst A- und B-Prominenz präsentiert wurde, basiert auf der gleichen Plattform wie das bisherige Modell. Wenngleich Mercedes von über 1.100 Neuerungen spricht, sind es doch vor allem der Name und die Optik, die beide Generationen unterscheiden.

Familiengesicht

Galerie: Sitzprobe Mercedes-Benz CLCDie Front passt sich dem Rest der Familie an, vorbei die Zeit der geschwungenen Rundungen. Die bauklotzförmigen Scheinwerfer fassen einen überdimensionalen Kühlergrill ein, der wie bei der Avantgarde-Version von Kombi und Limousine den suppentellergroßen Stern trägt. Zusammen mit der neuen Schürze verhilft es dem CLC zu einem stattlicheren Antlitz als dem Sportcoupé.

Allerdings lässt der ausdrucksstarke Auftritt nach, je weiter der Blick in Richtung Heck wandert. Die Seitenlinie des 4,45-Meter-Coupés ist nahezu unverändert, steigt steil zum Ende hin an, um in einem kurzen Stummel-Hintern zu Enden. Nicht weiter tragisch, wären da nicht diese klobigen Rückleuchten, die, zusammen mit einem als dritte Bremsleuchte fungierenden LED-Band, eher nach Tuningkatalog denn nach Werksarbeit aussehen.

Galerie: Sitzprobe Mercedes-Benz CLCAuch das Interieur erfuhr nur kleine Aufbesserungen. Fahrer und Beifahrer werden sich vor allem über die stärker konturierten Sitze freuen, für die i-Generation gibt es ein neues Audiosystem mit iPod-Anschluss und Festplatte. Wem das Plus an Alu-Dekor und Zierleisten noch nicht sportlich genug ist, der darf zum optionalen Sportpaket greifen: 18-Zöller, ein tiefergelegtes Fahrwerk sowie die Direktlenkung sollen für mehr Fahrdynamik sorgen.

Bekannte Motoren

Galerie: Sitzprobe Mercedes-Benz CLCWenig Neues auch bei der Motorenauswahl. Daimler bietet im CLC die Aggregate aus dem Vorgänger und nicht etwa die aus der neuen C-Klasse an. Einzig der Zweiliter-Kompressor erfährt ein Leistungsplus um 20 PS auf 183 Pferdestärken. Eingerahmt wird er vom 143 PS starken CLC 180, darüber gibt’s den CLC 230 mit 204 PS sowie den 272 PS starken CLC 350.

Auch die beiden Diesel bleiben dem Sportcoupé seit Jahren treu, der CLC 200 CDI leistet 122 PS, der CLC 220 CDI kommt auf 150 Pferdchen. Zum Vergleich: In der neuen C-Klasse liefern die beiden Aggregate 136 beziehungsweise 170 PS. Immerhin wurden alle Motoren hinsichtlich des Verbrauchs optimiert und sollen sich mit bis zu elf Prozent weniger Treibstoff zufrieden geben. Ob und wann es für den CLC neue Triebwerke gibt wussten die Redner nicht zu vermelden. Auch ob ein Benzin-Direkteinspritzer, wie es ihn zeitweise im Sportcoupé gab, folgt, ist noch unklar.

Kein klassischer Konkurrent

Galerie: Sitzprobe Mercedes-Benz CLCWer sind nun aber diese neuen Mercedes-Fahrer, die der CLC erobern soll? In Stuttgart erhofft man sich eine junge Klientel, der Vorgänger wurde aber vornehmlich von Rentnern gekauft. Dass man mit dem CLC auch niemanden vom Kauf eines BMW 3er Coupés abhält, haben die Produktmanager eingesehen. Der klassische Klassenkampf zwischen Audi A4, BMW Dreier und Mercedes C-Klasse wird aufgebrochen, der CLC tritt gegen A3 und Einser an.

Um den Kunden die Einstiegsdroge schmackhaft zu machen, liegt der CLC preislich deutlich unter der Limousine. Mit „knapp über 28.000 Euro“ will Dr. Klaus Meier, verantwortlich für den Verkauf, die Kunden locken - das sind fast 2.000 Euro weniger als für die Limousine und nur ein paar hundert mehr als für das alte Sportcoupé. Davon, dass man eine A-Klasse auch schon für unter 20.000 Euro bekommt, spricht an diesem Abend niemand …  

 
Fazit

Michael Gebhardt

Alter Wein in neuen Schläuchen! - Technisch rollt das Sportcoupé weitgehend unverändert vom Band, die optischen Neuerungen lassen den Zweisitzer allerdings deutlich selbstbewusster auftreten. Ob das markante Heckdesign gefällt, liegt im Auge des Betrachters - das war allerdings auch beim Vorgänger schon so. Bleibt zu hoffen, dass der CLC frei von Kinderkrankheiten ist - schließlich hat er seine Reifezeit ja schon hinter sich …
 

Galerie: Sitzprobe Mercedes-Benz CLC

 

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