Detroit Auto Show 2009
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Galerie: Sitzprobe Mercedes E-Klasse

Sitzprobe: Mercedes E-Klasse

Nachzügler und Vorleger

15.01.2009

Nachdem die ersten Bilder der neuen E-Klasse bereits Ende 2008 und dann nochmals Anfang Januar 2009 (völlig aus Versehen) ins Internet und damit an die Öffentlichkeit gelangten, hat sich die meiste Aufregung bereits gelegt. Das ist gut so, denn wichtiger als das Aussehen des neuen Heilsbringers aus Stuttgart werden seine inneren Qualitäten sein. Nicht zuletzt definieren sich die Kernmerkmale der Marke Mercedes über Technik, Komfort und Sicherheit. Und hier spielt der Neue fast alle Trümpfe des Hauses aus. Fast.

Nachdem schon die L.A.-Autoshow zu einer eher unterkühlten Veranstaltung zu zählen war und die ehemaligen „big three“ bei der US-Regierung um Milliardenbeträge betteln mussten, damit sie in den nächsten Wochen ihre Rechnungen bezahlen können, ist die Stimmung im Vorfeld der Detroit-Messe nicht von Freude geprägt. Wahrscheinlich deshalb hat Daimler entschieden, die neue E-Klasse zwar in der ehemaligen Michigan-Metropole zu präsentieren, jedoch ausschließlich den Journalisten - immerhin haben sich davon etwa 8.000 für die Show akkreditiert.

Denn die Stimmung könnte während der Besuchertage sich einem Tiefpunkt nähern, dass man vorsichtshalber die durchaus gelungene E-Klasse damit nicht in Verbindung gebracht sehen möchte.

Galerie: Sitzprobe Mercedes E-KlasseDas ist verzwickt und ungerecht, denn das Auto wird gut. Obwohl wir es noch keinen Meter bewegen konnten, lässt der neue E-Mercedes eine Menge erwarten, schließlich hat uns schon der neue GLK lächeln lassen. Mit ihm teilt sich die E-Klasse nicht nur die neue Designsprache, sondern auch den überaus überzeugenden Doppelturbo namens 250 CDI. Und der kann als das glaubwürdigste Downsizing in der gehobenen Mittelklasse bezeichnet werden - aus einem einzigen Grund: Er passt in die heutige Zeit, sei es aus wirtschaftlicher, Sozialneids- oder klimapolitischer Sicht.

Kernkompetenzen

Galerie: Sitzprobe Mercedes E-KlasseDoch vor den Motoren und deren Effizienz sind noch ein paar Worte über die Sicherheits- und Komfortfeatures der neuen Stuttgarter Überzeugungsklasse zu verlieren. Denn wie der Erzrivale aus München hat es der Stuttgarter Konzern verstanden die Kerneigenschaften seiner Modelle über einen Zeitraum der letzten drei Jahrzehnte nicht zu verwässern. Im Falle Mercedes sind das Sicherheit und Komfort.

Nun muss man ehrlicherweise sagen, dass kaum eins der Sicherheitsmerkmale des neuen E wirklich neu ist, denn die meisten sind entweder aus dem Konzern oder von der Konkurrenz in der einen oder anderen Form bekannt. Doch in der Kombination sind diese Features in der oberen Mittelklasse einzigartig und heben damit den E vom Rest ab:

  • Adaptive light (optional) steuert das Abblendlicht mit Hilfe einer Kamera in der Frontscheibe. Entgegenkommender Verkehr wird so vom System erkannt und der Lichtkegel entsprechend angepasst um den Gegenverkehr nicht zu blenden und gleichzeitig möglichst viel Fahrbahn auszuleuchten. Die Leuchtweite beträgt dabei zwischen 65 und 300 Metern. Ohne Gegenverkehr schaltet sich automatisch das Fernlicht ein.
  • Das Spur-Paket (Serie) kombiniert einen neu entwickelten Spurhalteassistenten mit dem aus der S-Klasse bekannten „Tote-Winkel-Warner“. Letzterer spricht an, wenn sich ein überholendes Fahrzeug von hinten nähert und man dennoch die Spur wechseln will.
  • Der Tempomat ist auf Wunsch um eine kameragestützte Erkennung von Tempolimits („Geschwindigkeitslimit-Assistent“) zu erweitern. Entsprechende vom System erkannte Verkehrszeichen werden im Tachodisplay angezeigt – Ausreden zwecklos.
  • Der Schlafwarner (Serie, heißt eigentlich „Attention Assist“) behält den Fahrer ständig im Auge. Und vor allem dessen Lenkbewegungen werden (neben `zig anderen Parametern) ständig registriert, da sich diese bei einem übermüdeten deutlich von einem aufgeweckten Fahrer unterscheiden. Im Ernstfall wird der Fahrer wachgerüttelt.
  • Die aus der S-Klasse bekannte, radarbasierte automatische Vollbremsung ist in verbesserter Form jetzt auch optional in der E-Klasse zu haben.
  • Zur passiven Sicherheit (also das schlimmste Vermeiden wenn es zu einem Unfall kommt) eines Mercedes gehört jetzt auch (Serie) eine aktive Motorhaube, die im Falle eines Crashs vor allem dem Fußgängerschutz dient. Selbstverständlich ist das schon mit dem Vorgänger eingeführte Pre-Safe System an Bord – immer.

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Motortechnisch wieder vorn

Galerie: Sitzprobe Mercedes E-KlasseDie Motoren der neuen E-Klasse verbrauchen laut Daimler bis zu 23 Prozent weniger Kraftstoff, die Benziner mit vier und sechs Zylindern sind allesamt Direkteinspritzer. Die Vierzylinder Diesel eint der Verbrauch – in jeder Leistungsstufe des 2,1 - Liter Aggregats: ob 135, 170 oder über 200 PS, die CDIs verbrauchen nur 5,3 Liter laut Messzyklus. Vor allem für den leistungsstarken Doppelturbo mit 500 Newtonmeter Drehmoment ist dieser Wert beachtlich. Liegt er doch auf Augenhöhe mit dem vergleichbaren BMW-Aggregat, welches im deutlich kleineren und leichteren 1er jedoch 100 Newtonmeter weniger Drehmoment liefert (123d, 5,2 Liter).

Der E 350 CDI (gut 230 PS) löst den 320er ab und spart gegenüber diesem einen halben Liter Diesel ein. Ab Ende 2009 wird dieser V6-Motor mit 20 PS weniger Leistung und Stickoxidreduktion die EU-6 Abgasnormen einhalten.

Galerie: Sitzprobe Mercedes E-KlasseWie die übrigen Diesel sind auch alle Benziner nun als Euro-5-Motoren eingestuft, 1,8 Liter Hubraum eint die Vierzylindervarianten E 200 CGI und E 250 CGI, die Leistung der Turbomotoren reicht von gut 180 PS bis über 200 PS, während die Verbräuche zwischen 6,8 und 7,4 Litern liegen sollen.

Ab E 350 CGI wird es sportlich (knapp 300 PS), denn es folgen noch E 500 (fast 390 PS) und E 63 AMG (525 PS). Allradantrieb gibt es wie gehabt nur bei den Sechszylindermodellen und dem E 500 optional, die 7-Gang Automatik haben sie bereits serienmäßig.

Das erfolgreiche Downsizing der Motoren (die aufgeladenen Vierzylinder liegen auf dem Leistungsniveau der Sechszylinder im Vorgängermodell) zeigt sich am deutlichsten bei den Dieseln: Unter 140 Gramm CO2 pro Kilometer werden die mit Abstand beliebtesten Motorisierungen des neuen E laut Standardmesszyklus emittieren. Allein dem E 200 CGI jedoch steht ein Start-Stopp-System optional zur Verfügung.

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Fazit

Auf breiter Front angekommen sind die Sparmaßnahmen in der neuen E-Klasse noch nicht. Doch das Downsizing im Motorenbereich zeigt Früchte und gemessen an der Motorleistung respektable Verbrauchsergebnisse – die freilich noch in der Praxis relativiert werden.

Sicherheitstechnisch findet man im neuen E das wohl umfassendste Optionspaket seiner Klasse und dieses sollte reichen, die E-Klasse wieder zum Vorzeigemodell seines Segments werden zu lassen. Am Design werden sich allerdings die Geister scheiden.

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