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Galerie: Sitzprobe VW Golf TDI Hybrid

Sitzprobe: VW Golf TDI Hybrid

Nur eine Studie

05.03.2008

Mit einer Kombination aus Dieselmotor, Elektroantrieb und komfortablem sowie energieeffizientem Siebengang-DSG zeigt Volkswagen, wie sparsam Hybridfahrzeuge wirklich sein können. Der Golf TDI Hybrid ist bislang jedoch nur eine Studie.

Neben Mercedes' GLK Hybrid und BMWs X5 Diesel-Hybrid zeigt nun auch Volkswagen auf dem Genfer Automobilsalon als Weltpremiere die dritte deutsche Studie zum Thema Diesel und Hybrid. Der Golf TDI Hybrid geht dabei allerdings offensiv in Richtung Kraftstoffverweigerung.

Lediglich mit 1,2 Liter Hubraum kann der kleine Dreizylinder-Diesel aufwarten. 1,2 Liter, drei Zylinder? Das kommt Volkswagen-Interessierten irgendwie bekannt vor. Richtig: Der längst verblichene (und auf dem Gebrauchtwagenmarkt hochpreisige) Lupo 3L besitzt eben diese Motordaten. Der ausrangierte Sparfloh schöpft 61 PS aus dem Pumpedüse-TDI. Der brandneue 1.2 TDI leistet jetzt stolze 75 PS und der Dieselsprit gelangt mittlerweile via Common-Rail in die drei Töpfchen. Vorteil: Der neue Diesel müsste akustisch deutlich angenehmere Manieren aufweisen, als der Pumpedüse-Vorgänger bei mindestens gleicher Effizienz.

Batterie im Heck

Galerie: Sitzprobe VW Golf TDI HybridUm die Effizienz des Antriebs deutlich zu verbessern, wird das Dieseltriebwerk von einem 27-PS-Elektromotor unterstützt, der seine Kraft aus einem (!) Akkumulator im Kofferraum des Hybrid-Golfs holt. 45 Kilogramm wiegt die Nickel-Metall-Hydrid-Batterie. Warum VW nicht – wie die meisten anderen Hersteller – auf modernere Lithium-Ionen-Kraftspender setzt, konnte uns niemand mitteilen.

Fakt ist, dass der zusätzliche Elektromotor zwischen Getriebe und dem Diesel angebracht ist und stattliche 140 Newtonmeter Drehmoment von Beginn an leistet. Zusätzlich soll dieser Antrieb im Stadtverkehr den Golf einige Kilometer autark und damit emissionsfrei bewegen können. Ansonsten wird er in vielen Fahrsituationen dem Dieselmotor zugeschaltet und sorgt damit für flottes und zugleich sparsames Vorwärtskommen.

Diesel + Elektro

Galerie: Sitzprobe VW Golf TDI HybridWarum Volkswagen auf einen Diesel in Kombination mit einem Elektromotor setzt? Dieselmotoren sind vor allem bei flotter Autobahnfahrt klar im (Verbrauchs-)Vorteil. Bei höheren Geschwindigkeiten kann ein Elektromotor nur noch äußerst wenig zur Verbesserung der Energiebilanz beitragen. Je schneller gefahren wird, desto geringer ist der „Elektroanteil“. Da Diesel grundsätzlich weniger Sprit konsumieren als leistungsgleiche Benziner, lässt sich in einem Dieselhybrid das Beste vereinen.

3,4 Liter

Das Ergebnis könnte sich sehen lassen, wenn es sich denn in der Realität bewahrheitet. Die Studie soll sich im Norm-Fahrzyklus nur 3,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer gönnen. Das Entwicklungsziel der Wolfsburger Ingenieure ist damit vollbracht. 90 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer standen im Lastenheft. 89 Gramm sind es beim TDI Hybrid.

Erreicht wurde dieser Wert aber nicht nur durch die Kombination aus TDI-Motor und Elektro-Antrieb. Hilfreich soll dabei auch das neue Siebengang-Direktschaltgetriebe sein, das es heute schon in einigen Golf-Modellen gibt. Das DSG verbindet höchsten Schaltkomfort mit bester Ökonomie und bietet auf Wunsch noch einen Hauch Sportlichkeit. Es soll auch aufgrund der lang ausgelegten siebten Fahrstufe ideal mit dem TDI Hybrid harmonieren.

Galerie: Sitzprobe VW Golf TDI HybridFür den Stadtverkehr besitzt die VW-Studie eine Start-Stopp-Automatik, die im Grunde auch während des Schubbetriebes des Golfs funktioniert. Dann nämlich wird der Dieselmotor ebenfalls abgeschaltet. Besteht Leistungsbedarf, schaltet sich der Selbstzünder blitzschnell wieder zu. Bewegt sich der Golf im Schubbetrieb, wird ein Teil der dann gewonnenen Energie über den Elektromotor an den Akku im Heck zurückgeführt. Der E-Motor arbeitet zusätzlich als Starter und als Generator (Lichtmaschine) und ersetzt damit die beiden sonst im Fahrzeug üblichen Bauteile.

Aerodynamik-Maßnahmen

Zusätzlich zum „Technik-Overflow“ gibt es aber auch Hausmannskost in Form von aerodynamischem Feinschliff. Dieser war nämlich ebenso notwendig, um das gesetzte CO2-Ziel zu erreichen. So modifizierte Volkswagen einige Karosserieelemente des Hybrid-Golfs und bediente sich dabei aus den hauseigenen Regalen.

Galerie: Sitzprobe VW Golf TDI HybridOptisch am auffälligsten sind der nahezu geschlossene Kühlergrill mit TDI-Hybrid-Schriftzug und die tief heruntergezogene Frontschürze, beides im Stile des Polo Bluemotion. Zur Minimierung der Windangriffsfläche trägt auch die Tieferlegung via Sportfahrwerk um rund zehn Millimeter bei – auch eine Bluemotion-Maßnahme. Die Aluminium-Felgen sind mit Windabweisern versehen, die einen großen Teil der sonst geöffneten Fläche verschließen und damit weniger Verwirbelungen entstehen lassen. Auf der Hybrid-Studie sind seltsamerweise 225er-Reifen im 17-Zoll-Format montiert. 195er-Pneus bieten definitiv weniger Angriffsfläche und verbessern damit den Roll- und Luftwiderstand nochmals.

Öko-Interieur

Galerie: Sitzprobe VW Golf TDI HybridAber nicht nur der Effizienz stand im Mittelpunkt des Entwicklungsinteresses. Um einen vollwertigen Ökoansatz bemüht, zeigt Volkswagen, wie es im Innenraum in Zukunft weitergehen kann. Einige Teile der Innenausstattung wurden beispielsweise aus recyceltem Polyester oder Lederresten, die bei der Verarbeitung des tierischen Materials anfallen, hergestellt.

Die Dekorleisten am Armaturenbrett und den Türen wurden aus Bambus gefertigt. Dieser Rohstoff sieht hübsch aus und ist haptisch ein Erlebnis. Zusätzlich ist Bambus ein schnell nachwachsender Rohstoff, der umweltbelastende Kunststoffe ersetzen kann.

 
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