Auto Salon Genf 2014
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Galerie: Sitzprobe VW Polo Facelift

Sitzprobe: VW Polo Facelift

Neue Technik in altem Blech

29.01.2014

In seiner fast 40jährigen Geschichte ist der VW Polo mittlerweile deutlich über die Dimensionen eines Golf I aus den 70er Jahren hinausgewachsen und auch in Sachen Komfort und Ausstattung hat er inzwischen das Niveau höherer Klassen erreicht. Erst recht mit dem jetzt vorgestellten Facelift der nunmehr fünften Generation, dass unter anderem LED-Licht und einen Abstandstempomat in das Kleinwagensegment bringt.

Wer den überarbeiteten Polo V von seinem seit 2009 erhältlichen Vorgänger unterscheiden will, muss schon genau hinsehen; auf den ersten Blick gleichen sich beide wie eineiige Zwillinge. Das ist so gewollt, schließlich will Volkswagen in zahlreichen Studien herausgefunden haben, dass die Kunden mit dem Design höchst zufrieden seien. Gut ein Drittel gab außerdem an, sich der Optik wegen für den Wolfsburger entschieden zu haben, deutlich mehr als bei den vorhergehenden Generationen.

Dezente Retuschen

Galerie: Sitzprobe VW Polo FaceliftSo hat VW Scheinwerfer, Rückleuchten und Frontschürze nur ganz dezent retuschiert, Eingriffe am Blech waren dafür nicht nötig. Und auch innen hat man sich zurückgehalten. Die Uhren im Kombiinstrument liegen jetzt in angedeuteten Tuben, dass soll etwas mehr Sportlichkeit vermitteln, und geht zum Glück nicht zu Lasten der Lesbarkeit. Der Fahrer hält nun das aus dem Golf bekannte Lenkrad in der Hand und außerdem wurde die Mittelkonsole etwas umgestaltet, um Platz für die komplett neuen Infotainment-Systeme zu schaffen.

Schade nur, dass in diesem Zuge nicht gleich die silberfarbene Kunststoffeinfassung der Konsole aufgewertet wurde, sie fasst sich nicht wirklich nach VW an. Der Rest ist, abgesehen von einer etwas windigen Abdeckklappe für die SD-Karten-Slots im Handschuhfach, auf dem gewohnt soliden Qualitäts-Niveau. Nur an der rentnerorientierten Farbauswahl könnten die Designer arbeiten: Vor allem die Kombination von hell- und mittelgrauen Oberflächen wirkt recht Lada-esk.

MirrorLink und Gestensteuerung

Die neuen Radio- und Navigationssysteme stammen aus Volkswagens Infotainment-Baukasten, und sind aus anderen Konzernmodellen, unter anderem dem Golf 7, bekannt. Das Top-Modell der vier zur Wahl stehenden Geräteversionen – alle kommen mit einem 5- oder 6,5-Zoll großen Touchscreen – beherrscht auch das Navigieren, bedient wird es mit den von Smartphones her bekannten Fingergesten. In der spärlich bestückten Basis ist allerdings gar kein Radio an Bord, und eine Vorbereitung, in die ein DIN-Schacht-Gerät gesteckt werden kann, bietet VW nicht mehr an. Wer also nicht singen will, muss mindestens 410 Euro investieren. Immerhin kann der Käufer diese Option stets wählen, während hingegen eine Klimaanlage für das Grundmodell gar nicht erhältlich ist; ab der zweiten Stufe Comfort-Line gibt’s beides dafür serienmäßig.

Galerie: Sitzprobe VW Polo FaceliftAls erstes Modell rüsten die Wolfsburger den Polo mit der sogenannten MirrorLink-Funktion aus, zusammen mit den beiden größeren Entertainment-Systemen bietet diese Funktion die Möglichkeit, den Bildschirm des Smartphones auf den Touchscreen zu spiegeln und das Handy darüber zu bedienen. Allerdings können während der Fahrt nur bestimmte, als sicher eingestufte Apps, genutzt werden.

Nur: Aus der Aussage „…den Bildschirm ihres Smartphones…“ wird bei erstem genaueren Nachfragen ein Android-Smartphone und nach einem gescheiterten Selbstversuch ein „Samsung Galaxy S3 oder HTC-Gerät“. Andere Telefone sollen aber bald unterstützt werden. Den Dienst der sogenannten Koppelbox konnten wir noch nicht überprüfen, dabei handelt es sich um ein spezielles Fach hinter dem Schalthebel. Legt man das Telefon dort hinein, wird es kabellos mit der Außenantenne verbunden, um die Empfangsqualität zu erhöhen. Ein USB-Anschluss stellt außerdem die Stromversorgung sicher.

LED-Licht und verstellbares Fahrwerk

Galerie: Sitzprobe VW Polo FaceliftZu den weiteren technischen Neuheiten, die aus höheren Fahrzeugklassen Einzug gehalten haben, zählen auch die LED-Scheinwerfer, die allerdings, wie die meisten Schmankerl für den Polo, Aufpreis kosten. Der Preis steht derzeit allerdings noch nicht fest, ebenso wie für den Abstandstempomat ACC, der automatisch die vorgegebene Distanz zum Vordermann einhält und den Polo bei Bedarf bis zum Stillstand abbremst. Serienmäßig an Bord ist die Multi-Kollisionsbremse, die im Un-Fall automatisch eine Vollbremsung einleitet, um Schlimmeres zu vermeiden. Damit es gar nicht erst zum Crash kommt, warnt die ebenfalls standardmäßige Müdigkeitserkennung zukünftig vor Sekundenschlaf, einen automatischen Notbremsassistenten zur Unfallvermeidung gibt es als Extra.

Für noch bessere Fahreigenschaften hat VW dem Polo eine elektromechanische Lenkung spendiert, die weniger störende Einflüsse übermitteln soll. Optional steht nun ein adaptives Fahrwerk zur Wahl, bei dem sich per Tastendruck die Dämpfer straffen lassen. Eine kontinuierliche Dämpferdruckanpassung wie im Golf bekommt man im Polo allerdings noch nicht.

Sparsamere Motoren

Galerie: Sitzprobe VW Polo FaceliftZu guter Letzt hat VW auch die Triebwerke überarbeitet und auf Sparsamkeit getrimmt, allesamt erfüllen sie nun die kommende Euro-6-Abgasnorm und alle sind mit Stopp-Start-System erhältlich, Serie ist es allerdings erst ab 90 PS. Zur Markteinführung im März 2014 steht ein 1,4-Liter-Diesel in den Leistungsstufen 75, 90 und 105 PS zur Wahl, er ersetzt die früheren, gleichstarken 1.2- und 1.6-TDI-Triebwerke. Der mittlere Selbstzünder verbraucht mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG nun lediglich 3,4 Liter, knapp ein Liter weniger als sein Vorgänger. Sparsamster Polo ist die 75-PS-Bluemotion-Version mit nur noch 3,2 Litern (vorher 3,4).

Benzinerseitig setzt VW zum Start auf neue Drei- und Vierzylindermodelle mit 1,0 und 1,2 Liter Hubraum und 60 bis 110 PS. Im Laufe des Jahres soll ein Einliter-Dreizylinder-Turbo-Direkteinspritzer sein Debüt geben, der 90 PS entwickelt und nur noch 4,1 Liter verbraucht, 0,8 weniger als sein gleichstarker Vorgänger. Geplant ist außerdem wieder eine BlueGT-Version mit 150 PS starkem Vierzylinder, der zwei seiner Brennkammern still legen kann. Und auch die Neuauflage des Polo GTI ist gesichert, dort steigt die Leistung von 180 auf stolze 192 PS.  

 
Fazit

Michael Gebhardt

Von einem neuen Polo zu sprechen, wie es VW gerne tut, ist sicher übertrieben, dafür hat sich alleine äußerlich zu wenig getan. Das war aber auch nicht nötig, denn auch im fünften Jahr ist der Wolfsburger Kleinwagen ansehnlich und wirkt keinesfalls altbacken. Das Geld lieber in neue Technik statt neues Design zu investieren, war eine gute Entscheidung.

Abgesehen von den neuen, sparsameren Motoren profitieren die Kunden von der Kompakt- und Mittelklassetechnik allerdings nur, wenn sie ordentlich Geld dafür zahlen. In der unverändert 12.450 Euro teuren Basis sind lediglich die Multi-Kollisionsbremse und der Müdigkeitswarner neu; immerhin gibt es elektrische Fensterheber, anders als ein Radio, serienmäßig. Wer von den neuen Infotainmentsystemen mit MirrorLink-Funktion, dem Abstandstempomat oder dem LED-Licht profitieren will, muss zu höheren Versionen und damit tief in die Tasche greifen – auch ein Polo kann dann schnell mal 20.000 Euro kosten.
 
 

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