Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
Vier Zylinder, rund zwei Liter Hubraum und 195 PS. Die Rede ist nicht von einem Golf GTI, sondern vom allerersten M3 - 1986 erblickte der Straßenrennwagen das Licht der Welt. Zwei Jahrzehnte später sieht die Realität etwas anders aus: Mit über vier Litern Hubraum, 420 PS und doppelt so vielen Brennkammern steht in Genf das neue M3 Concept Car.
Basis für den neuen M3 ist das Coupé des aktuellen 3er. Viel haben die Entwickler jedoch von der Serienkarosserie nicht über gelassen: Einzig die beiden Türen und die Heckklappe durften im M3 Concept Car Einzug halten, der Rest wurde komplett neu entwickelt und auf die Ansprüche der M-GmbH abgestimmt.
Kohlenstoff
Auffällig ist vor allem das Dach aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Nur mit Klarlack überzogen bleibt die Struktur des Formel-1-Werkstoffs weithin sichtbar. Dabei ist die Optik nur ein positiver Nebeneffekt, was zählt ist die Gewichtseinsparung und der damit einhergehende tiefere Schwerpunkt.
Generell folgten die Konstrukteure dem Leitspruch Louis Sullivans: „Form follows function“. Große Lufteinlässe beatmen den Motor, ein ausgeprägter Powerdome verschafft ihm Platz unter der Aluminium-Haube. Die speziell geformten Außenspiegel sollen den Luftwiderstandsbeiwert positiv beeinflussen, eine Spoilerlippe am Kofferraumdeckel soll den Auftrieb reduzieren.
Ganz der Bauhaustradition folgend ist natürlich trotz aller Funktion das Design nicht unwichtig. Breit, mächtig und potent steht der M3 Concept da. Die weit zur Mitte gerutschten, runden Doppelendrohre dominieren das kraftvolle Heck. Der von groben Streben unterbrochene Heckdiffusor dagegen wirkt zerklüftet und unruhig.
Acht statt Sechs
Nach 15 Jahren Reihensechszylinder hat die M-GmbH aufgestockt. Der neue M3 soll - wie auch das Concept Car - von einem potenten V8 befeuert werden. Mit 420 PS arbeiten 77 Pferde mehr unter der Haube als im Vorgänger, nach wie vor setzen die Münchner auf das Hochdrehzahl-Konzept.
Grund für die Erhöhung um zwei Zylinder ist wohl die Konkurrenz im eigenen Haus. Nachdem der von zwei kleinen Turbos aufgeladene Sechszylinder im 335i bereits auf 306 PS zurückgreift, muss das M-Modell sich naturgemäß deutlich darüber positionieren.
Hochleistungssportler
Geschwindigkeiten über 300 km/h dürften für das Aggregat kein Problem darstellen - vorausgesetzt man hebt die serienmäßige Vmax-Sperre auf. Serienmäßige Compound-Bremsen hinter kraftvollen 19-Zöllern sollen den M3 wieder sicher zum Stillstand bringen. Die Markteinführung ist Mitte des Jahres geplant, Preise hat BMW noch nicht bekannt gegeben. Mit rund 60.000 Euro muss man allerdings rechnen. (mg)
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