Anfang März öffnet der Auto-Salon seine Pforten. Wir verraten Ihnen bereits vorab viele der großen Premieren-Stars der Messe.
Ein Bugatti ist nun mal kein Auto für Jedermann. Und so mochte es nicht völlig überraschen, dass der Volkswagen-Konzern der IAA-Öffentlichkeit eine sensationelle Neuheit vorenthielt: den Prototypen Galibier 16C, Ausblick auf eine viertürige Limousine von Bugatti. Kurz vor der IAA wurde das Über-Auto dafür einem auserwählten Kreis potenzieller Kunden im Stammwerk in Molsheim vorgestellt.
Und das aus gutem Grund: Die Serienfertigung des Galibier ist noch keineswegs beschlossene Sache. Vielmehr will man potenziellen Kunden den Wagen in vertraulicher Atmosphäre zeigen und die Entscheidung zur Serienproduktion vor allem von ihren Reaktionen abhängig machen. Gibt es ausreichend Interessenten, könnte der Galibier ab etwa 2013 kommen.
Die selbstredend sehr betuchten Galibier-Anwärter dürften durchaus Gefallen an dieser ansprechenden Mischung aus Veyron und Porsche Panamera gefunden haben. Das viertürige Modell scheint der Marke Bugatti wesentlich besser zu stehen als der eher unförmig-verfette Veyron. Auch der monströse W16-Motor mit 1000 PS war für einen zweisitzigen Sportwagen in mehrfacher Hinsicht eigentlich überdimensioniert. Im Galibier könnte er eine stimmigere Hochzeit eingehen. Zumindest der Prototyp wurde ebenfalls mit dem Acht-Liter-Aggregat mit doppelter Kompressoraufladung bestückt. Fahrleistungen verrät Bugatti allerdings nicht. Und ob genau dieser Motor tatsächlich in ein späteres Serienmodell kommen wird, bleibt abzuwarten.
Nobel, nobel und nochmal nobel
Optisch zitiert der Galibier sowohl historische Modelle der Marke, wie auch den neuzeitlichen Veyron. Zu den Retro-Anleihen zählen der über die gesamte Fahrzeuglänge verlaufende Kamm oder die Doppelflügel-Motorhaube. Vom Veyron stammen hingegen der hufeneisenförmige Kühlergrill oder die Karosserieteile aus Sichtkarbon und Alu. Der 5,36 Meter lange Galibier steht auf polierten Riesenrädern und verfügt über Allradantrieb und Keramikbremsen. Besonders sehenswert ist sein elegantes, coupéhaftes Heck mit acht in die Schürze integrierten Auspuffendrohren.
Auch der Blick in den Innenraum dürfte selbst Luxusverwöhnten die Sprache verschlagen. Riesige in Alurahmen gefasste Wurzelholz-Paneele prägen Armaturenbrett, Mittelkonsole und Dachhimmel. Das üppige Holz sorgt zusammen mit dem reichlich vorhandenen, hellbraunen Leder für ein sehr wohnliches Flair. Einige massive Aluteile und eine ansonsten sehr reduzierte Anzahl von exquisit gestalteten Bedienelementen sorgen für besondere Noblesse.
390er-Tacho
So befinden sich mittig im Armaturenbrett die juwelenartig gestalteten Drehzahlmesser und Tacho, letzterer mit eindrucksvoller 390-km/h-Skala. Mittig und etwas unterhalb dieser Anzeigen befindet sich ein Chronograf der Schweizer Uhrenmanufaktur Parmigiani. Die herausnehmbare Reverso Turbillon lässt sich mit Hilfe eines raffiniert gestalteten Lederarmbandes ebenso am Handgelenk tragen. Darunter befindet sich in der Mittelkonsole ein großer Farbbildschirm, der mit dem Bedienfdie Klimaautomatik eine Einheit bildet.
Im Galibier ist es nicht nur wohnlicher und aufgeräumter als im Veyron, er bietet zudem noch zwei weitere Sitzplätze im Fond und darüber hinaus einen großen Kofferraum. Ob sich die gehobene Alltagstauglichkeit auf der Preis niederschlägt, bleibt abzuwarten. Ein Schnäppchen wird er ohnehin nicht, kostete doch der Veyron schon stolze 1,1 Millionen Euro – ohne landesübliche Mehrwertsteuer.(mh)
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