Umwelt-Special
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Galerie: Studie Doking XD

Studie: Doking XD

Öko-Flitzer statt Minenräumer

27.10.2011

Die Ingenieursleistungen für Kriegsgerät haben immer auch viel Nützliches für die zivile Welt hervorgebracht. Ein noch junges Beispiel von Knowhow-Transfer bietet die kroatische Firma Doking, die ihr Können beim Bau von Minenräum-Fahrzeugen zur Entwicklung eines rein elektrisch betriebenen Kleinstwagens genutzt hat. Der noch als Prototyp gezeigte Doking XD ist ein vielversprechender Ausblick auf einen besonders dynamischen, emissionsfreien City-Flitzer.

Zum schweren Erbe der Jugoslawien-Kriege in den 1990er Jahre zählt eine intensive Verminung großer Landstriche. Um dieser Pest zu begegnen, wurde ab 1991 in einer Garagenwerkstatt in Zagreb an entsprechenden Räumgeräten getüftelt. Dabei wurden unbemannte, elektrisch betriebene Räumfahrzeuge entwickelt, und das junge Unternehmen Doking mauserte sich bald zum Global Player für Anti-Minen-Geräte. Ganz nebenbei sammelte man Erfahrungen mit elektrischen Antrieben.

Dieses Technik-Knowhow hat Firmengründer Vjekoslav Majetic nunmehr zum Bau eines Elektroautos im Smart-Format genutzt. Laut Majetic war es schon immer sein Traum, ein eigenes Auto zu entwickeln, ein Business-Case soll bei diesem Projekt hingegen nicht im Vordergrund stehen. Eine oft gemachte Aussage von Quereinsteigern in die Autobranche.

Drei Sitze, starkes Design

Galerie: Studie Doking XDSei’s drum: Der XD genannte Kleinstwagen könnte durchaus mehr als nur Projektionsfläche eines Lebenstraums werden. Der gut 2,80 Meter kurze, luxuriös ausgestattete Stadtflitzer sieht modern aus, bietet trotz ultrakompakter Außenmaße drei erwachsenen Fahrgästen Platz und hat einen zukunftsweisenden Antrieb.

Die auf einem nur 120 Kilogramm wiegenden Alu-Chassis aufbauende Karosserie erinnert in ihren Proportionen zwar an den Fortwo, doch blickt der dennoch eigenständig gezeichnete Doking fordernd-aggressiv und vermittelt sein sickenreiches Design mit von vorn nach hinten aufsteigenden Seitenlinien viel Dynamik. Auffällige Besonderheiten sind nach oben öffnende Flügeltüren und x-förmige Rückleuchten.

Ultra-Schnell

Galerie: Studie Doking XDDer dynamische Optikeindruck ist kein leeres Versprechen. Den Stadtfloh soll es in zwei Versionen mit wahlweise zwei oder vier jeweils 45 Kilowatt leistenden Synchronmotoren geben. Der XD2 verfügt über immerhin 120 PS und stolze 360 Newtonmeter Drehmoment. Angesichts der 1.200 Kilogramm Gewicht soll der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h kurzweilige 7,5 Sekunden dauern, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 140 km/h angegeben.

Der stärkere XD4 ist mit 240 PS und 720 Newtonmeter deutlich antrittsstärker. Seine 1,3 Tonnen können laut Doking in knapp 4,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 gewuchtet werden. Nicht nur längsdynamisch versprechen die Kroaten ein bemerkenswert sportliches Niveau, auch flottes Kurvenräubern soll ihm liegen.

Kurven- und alltagstauglich

Galerie: Studie Doking XDSo wurde die immerhin 320 Kilogramm schwere Batterie zentral im steifen Alu-Rahmen untergebracht und auch die bis zu vier Elektromotoren sollen verteilt an Vorder- und Hinterachse für eine balancierte Gewichtsverteilung und einen besonders niedrigen Fahrzeugschwerpunkt sorgen. Zudem bietet der XD vorne und hinten Einzelradaufhängung an Doppel-Querlenkerachsen aus Aluminium und Karbon.

Herzstück des XD in beiden Antriebsvarianten ist eine 32 kWh leistende Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie, die für angemessene Reichweiten sorgt. Wer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h unterwegs ist, kann mit dem XD2 bis zu 250 Kilometer weit mit einer Batterieladung kommen. Bei 120 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit verringert sich die Reichweite auf 110 Kilometer. Beim schwereren XD4 liegt die Range zwischen 105 und 220 Kilometern. Die Ladezeit ist abhängig vom Strom: An einer Haushaltssteckdose dauert das Laden rund acht Stunden, mit Starkstrom lässt sich dieser Vorgang auf drei Stunden verkürzen.

Für Individualisten

Preise, Markteinführung? Hier bleibt man bei Doking noch etwas vage. Diverse Messeauftritte und ein weiter entwickelter Prototyp deuten an, dass es Doking ernst mit einem Serienbau ist. Größere Stückzahlen und ein richtiges Vertriebsnetz haben die Kroaten ohnehin nicht geplant. Wer einen XD will, soll ihn schon bald  bestellen und nach seinen individuellen Vorstellungen ausstatten können. Wohl mindestens 30.000 Euro wird der Balkan-Stromer dann kosten. (mh)

 

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