IAA 2011
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Galerie: Studie Ford Evos

Studie: Ford Evos

Capri-ziös

31.08.2011

Viertürige Coupés – weder definitionsgemäß noch optisch konnten bisherige Vertreter dieser jungen Fahrzeuggattung der reinen Coupé-Lehre gerecht werden. Ford zeigt auf der IAA (15. bis 25. September 2011) mit der Studie Evos hingegen, wie sich dieser Widerspruch elegant auflösen lässt. Mehr noch: Mit dem Evos stellt Ford eine neue Design-Sprache für künftige Modelle und ein modernes Online-Kommunikationssystem vor.

Den Komfort von vier Einstiegstüren mit der Eleganz einer rassigen Coupé-Silhouette zu kombinieren hat selbst bei einem so überaus gelungenem Vertreter wie dem Aston Martin Rapide noch einen faden Beigeschmack. Mit der Studie Evos zeigt allerdings Ford, wie sich dieser Widerspruch optisch auf höchst elegante Weise lösen lässt.

Galerie: Studie Ford EvosDie dramatisch gezeichnete, elegant-kraftvolle Karosserie des Evos sieht eigentlich aus wie ein waschechter Zweitürer. Lediglich ein Spalt zwischen dem hinteren Radhaus und der Rückleuchte verrät das viertürige Geheimnis, das erst bei geöffneten Türen offensichtlich wird: Nicht nur die langen Vordertüren öffnen sich schmetterlingsartig nach oben, auch die ebenfalls langen Fondtüren, die auch zwei Drittel der hinteren Radkästen abdecken, klappen nach oben.

Diese Lösung segnet den Evos nicht nur mit einem eindrucksvollen Showeffekt und einer stilsicheren Coupé-Silhouette, sie erlaubt darüber hinaus noch einen besonders bequemen Einstieg in den Innenraum. Hierbei ist außerdem das Weglassen der B-Säulen hilfreich.

Sportlich, knackig, elegant

Galerie: Studie Ford EvosDoch über diese Türen-Lösung hinaus bietet der Evos viele weitere spannende Design-Schmankerl. So fällt die 4,50 Meter lange und 1,36 Meter flache Ford-Studie durch einen hohen, trapezförmigen Kühlergrill auf, der auch bei künftigen Serienmodellen der Marke Ford zum Einsatz kommen soll. Die kurze Motorhaube mit Streben wird seitlich von schmalen Scheinwerferschlitzen begrenzt. Ausgestellte Radhäuser und eine hohe Schulter verleihen dem Konzeptfahrzeug eine kräftige Statur. Das nach hinten stark abfallende Heck wird von einem durchgehenden Leuchtenband beendet; das zentrale Auspuff-Endrohr und der silberfarbene Diffusor unterstreichen die sportliche Note.

Im Innenraum bietet der Evos mit vier sportlich konturierten Einzelsitzen ein futuristisch anmutendes Edelambiente mit einigen technischen Höhepunkten. Das aufgeräumte und eng um den Fahrer gruppierte Cockpit bietet eine Reihe schick animierter und farbenfroh leuchtender Digitalanzeigen. Einen Gangwahl-Hebel gibt es nicht mehr und auch auf ein Zündschloss wurde verzichtet. Statt dessen befindet sich ein Power-Knopf rechts vom Fahrersitz.

Viele neue Funktionen dank Internet

Galerie: Studie Ford EvosEin bereits seriennahes Technik-Szenario bietet die Anbindung ans Internet und damit an die Datenwolke des jeweiligen Fahrers. Sämtliche Informationen aus der individuellen Datenwolke werden vom Bordcomputer des Evos abgeglichen, so dass das Fahrzeug zum Beispiel Einblick in die Lieblingsmusik oder den persönlichen Kalender des Fahrers hat. Gleichzeitig passt der Evos Fahrwerksabstimmung, Lenk- und Bremsverhalten, Motorcharakteristik und Klimatisierung auf die Wünsche des jeweiligen Piloten an.

Außerdem präsentiert Ford im Evos einige neue Sicherheits-Funktionen: So wird über die Sitze während der Fahrt die Pulsfrequenz des Fahrers kontrolliert und übermittelt. Diese EKG-Funktion gibt Auskunft über die physische Verfassung des Fahrers und passt das Auto sich entsprechend an. Spezielle Filtersysteme schützen die Insassen außerdem vor unreiner Luft und tragen zum besonderen Wohlfühlklima bei. Außerdem passt dieses System seinen Funktions-Umfang über Online-Daten an und wird beispielsweise bei starkem Pollenflug hochgefahren. Bei besonders dynamischer Fahrweise blendet der Fahrzeug-Rechner zudem weniger wichtige Informationen aus, um die Gefahr einer Ablenkung zu verringern.

Doppelherz ermöglicht rein elektrisches Fahren

Galerie: Studie Ford EvosEin ebenfalls seriennahes Szenario bietet der Evos mit seinem Plug-in-Hybrid-Antrieb. Hier wird das Fahrzeug von einem E- und einem Bezinmotor angetrieben. Dank leistungsstarker Lithium-Ionen-Batterien kann der Fahrer selbst bestimmen, ob er im Elektro- oder im Benzinmodus fahren will.

Stellt sich noch die Frage, wie viel Serienpotenzial der Evos bietet? So viel scheint sicher: In seiner auf der IAA vorgestellten Form wird man den Evos gewiss nicht bauen. Viele Design-Elemente des Vorderwagens dürften zum Beispiel die kommende Mondeo-Generation prägen. Vielleicht bringt Ford aber auch in wenigen Jahren ein sportlich akzentuiertes, coupéartiges Modell auf Focus-Basis. Bei einem solchen späten Nachfolger des Capri könnten dann auch einige zentrale OPtik-Element des Evos wieder auftauchen. Die großartige Türenlösung der Studie wird allerdings nicht darunter fallen. (mh/sp-x)

 
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