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Galerie: Studie Land Rover LRX Concept

Studie: Land Rover LRX Concept

Der weiße Fleck

17.12.2007

Das Heil in der Nische suchen derzeit viele Autohersteller. Denn die Autowelt steht vor einem Paradigmenwechsel. Land Rover nennt die Nischenfindung zwar anders, kann sich der Zukunft jedoch auch nicht entziehen. Deshalb zeigen sie mit dem Konzeptauto LRX wie es weiter geht.

Die einen finden Nischen um sich im darwinistischen Sinne auf dem Automarkt gegen die Konkurrenz zu wappnen. Andere suchen nach den „noch weißen Flecken“ auf der Landkarte, den unbekannten Gefilden im dichten Automarkt, die sich noch entdecken, erobern und annektieren lassen. Lange Zeit lief der jetzt vorgestellte LRX bei Land Rover daher unter dem Projektnamen „Whitespace“ - nicht umsonst ist er der erste Land Rover mit einem weißen Markenemblem im Kühlergrill.

Aufbruchstimmung

Galerie: Studie Land Rover LRX ConceptMutig sind beide Ansätze - Nischenfindung und Entdeckertum - denn Garantien gibt es keine. Viele Beispiele wie New Beetle, R-Klasse und A2 zeigen, dass Mut auch in die Hose gehen kann: Viele Flops gingen entweder am Markt vorbei oder waren ihrer Zeit voraus.

Im vorliegenden Fall von Land Rover wird der Aufbruch zu neuen Ufern jedoch schon aus purer Notwendigkeit geplant: Land Rover Modelle gehören zu den schwersten Autos überhaupt und haben damit ein gewichtiges CO2-Problem an der Backe. Phil Popham, Managing Director von Land Rover, beschreibt das Verbrauchsproblem mit britischem Understatement als „Herausforderung“.

Neue Handschrift

Galerie: Studie Land Rover LRX ConceptDoch die Briten wollen bei der Präsentation des „Baby-Freelanders“ weniger die Technik in den Vordergrund stellen, als das Design ihres neuen Babys. Und das funktioniert, denn hier ist die Optik schon die halbe Miete: Traditionelle Fans der Marke werden sich die Augen reiben, alle anderen jedoch denken „endlich mal ein kleiner Land Rover.“ Denn sogar ein Freelander – auf dem das Konzeptauto aufbaut – wirkt neben dem LRX vergleichsweise grobschlächtig.

Designer lieben Details. Und davon hat der LRX eine Menge. Doch schon der erste Eindruck aus der Ferne lässt das Auto in seiner Gänze einschätzen und die frei einsetzenden Assoziationssynapsen machen mit „Autobahn“, „Tempotempotempo“, „Lass mich los!“ und ähnlichem Begriffswerk Überstunden.

Neue Begriffe

Galerie: Studie Land Rover LRX ConceptDas ist mal eine neue Sprache! Frönte man in Goodwood bisher fröhlich der gediegenen Kante, so weht unter Designchef Gerry McGovern ein neuer Wind. Die Kante ist noch da, sicher, die hat Vorgänger Geoff Upex entsprechend nachhaltig in das Markengesicht gefräst. Doch sind jetzt auch andere als 90-Grad Winkel machbar. Das Ergebnis ist ein überraschend fein erweitertes Land Rover Potenzial, das den Paradigmenwechsel ganz selbstverständlich aussehen lässt: „Flott“ und „leicht“ stehen nicht mehr im Widerspruch zur Marke.

Im Detail wirkt die Studie sehr schlüssig. Die niedrige Dachlinie und die breite, tiefe Front prägen den dynamischen Auftritt des LRX. Schmale Xenon-Scheinwerfer geben der Frontansicht einen aggressiven Touch, die Räder stehen weit außen und weisen ebenso wie die hoch gezogenen Radhäuser vorne (sie beherbergen 20-Zoll-Felgen mit 245/45er-Bereifung) den kleinsten Landy als flotten Kurvenräuber aus.

Ruhende Potenz

Galerie: Studie Land Rover LRX ConceptDie Seitenlinie zeigt erstmals eine ausgeprägte Keilform mit nach hinten ansteigender Schulter und stark abfallendem Dach. Sie geht in ein strammes Heck über, das durch die hoch sitzende Heckscheibe und die kleinen Rückleuchten in seiner Bulligkeit der Front in nichts nachsteht.

Der Innenraum ist sicher am weitesten von der Serie entfernt. Holz findet sich keines, dafür Leder und poliertes Alu im Überfluß. Die klappbaren Sitze folgen dem Prinzip „exposed structure“, so dass die zugrundeliegende Struktur nicht mehr schamhaft versteckt wird sondern Teil der Gesamtgestaltung wird - besonders deutlich wird das bei den „schwebenden“ Sitzen.

Innen futuristisch

Galerie: Studie Land Rover LRX ConceptDem Fahrer präsentieren sich die Skalen für Drehzahl und Geschwindigkeit in LED-Optik, über dem breiten und sich bis in den Fond ziehenden Mitteltunnel prangt ein 12-Zoll messender TFT-Bildschirm. Kleines neumodisches Schmankerl ist das mittig platzierte iPhone, das nicht nur zum Telefonieren, sondern auch als Schlüssel und Startknopf taugt. Allerdings konnte noch nicht restlos geklärt werden, ob dafür ein Software-Crack des Apple-Betriebssystems notwendig ist …

Für die Serie leider zu fortschrittlich sind die berührungslosen Türöffner innen und außen, ebenso wie die Thermoskannenhalterung zwischen den Rücksitzen.

Erweitertes Terrain

Galerie: Studie Land Rover LRX ConceptEin sehr hohes Serien-Potenzial dagegen hat der wie üblich mittig platzierte Drehregler des Terrain-Response-Systems. Im LRX erfährt er eine deutliche Erweiterung, denn über ihn kann die Antriebsdynamik des SUV bestimmt werden: Neben den Programmen für Straße, winterliche Bedingungen, Geländebetrieb und Bergabfahrkontrolle stehen ein Economy-Modus als auch ein Performance-Modus für die Autobahn zur Verfügung. Entsprechend der Dynamik-Einstellung ändert sich auch die Innenraumbeleuchtung von grün (Normalo) über blau (Öko) bis rot (Tempo).

Leichtbau

Technisch steht das Concept-Car auf der verkürzten Plattform des Freelanders. Denkbar ist, dass sie für den Serien-LRX noch um ein paar Kilo erleichtert wird, um der dynamischen und Sprit sparenden Rolle des neuesten Land Rovers gerecht zu werden. Denkbar ist auch eine angepasste Plattform des für das kommende Jahr erwarteten Ford Kuga. Eines jedoch ist sicher: Die Hybridvariante, die entsprechend der „Land-e“-Studie aus Vorderradantrieb mit elektrisch betriebener Hinterachse umgesetzt werden wird. Wichtigste Voraussetzung ist hierfür jedoch, dass das Antriebskonzept auch härteren Geländeausflügen standhält. Erste Prototypen sind bereits in der Erprobung.

Fragen

Galerie: Studie Land Rover LRX ConceptEs gibt noch viele ungeklärte Fragen zum LRX. Wie groß ist der Markt der echten SUV-Coupés? Ist ein Viertürer nicht sinnvoller für die Rendite? Leichtere Freelander-Plattform oder Unterbau vom Ford Kuga?

Auch das Dach regt zum Fragen an: Als „flying roof“ ist diese Variante eigentlich den Range Rovers vorbehalten. Das mag einen Hinweis auf die Positionierung des kleinen LRX geben, der preislich nicht unter dem aktuellen Freelander (ab 26.000 Euro) liegen wird. Womit eine wichtige Frage bereits geklärt ist. Eine weitere kann man auch schon jetzt beantworten: Hybridantrieb ist Pflicht.

Die wichtigste Frage jedoch ist die, ob der LRX gebaut werden sollte. Die Antwort ist ein lautes „Ja“.

Galerie: Studie Land Rover LRX Concept

 
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