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Galerie: Studie Mercedes-Benz S 500 Intelligent Drive

Studie: Mercedes-Benz S 500 Intelligent Drive

Intelli-Benz-test

11.09.2013

Seit einer Erfindung vor über 125 Jahren bewegt sich das Automobil nur dann vom Fleck, wenn hinter dem Steuer ein Fahrer sitzt. Das aber könnte sich bald ändern - zumindest wenn es nach dem Willen der Mercedes-Ingenieure geht. Mit dem S 500 Intelligent Drive haben sie jetzt die erste rein autonome Fahrt unternommen - auf den Spuren von Bertha Benz.

Ein großer Erfolg war die 1886 von Carl Benz erfundene „Kutsche ohne Pferde“ zu Beginn nicht, erst seine Ehefrau Bertha Benz verhalf dem Automobil zum Durchbruch. Sie unternahm 1988 - heimlich - eine Fahrt von Mannheim in ihre Geburtsstadt Pforzheim und wieder zurück und demonstrierte damit die Alltagstauglichkeit des Benz Patent-Motorwagen.

Auf Berthas Spuren

Galerie: Studie Mercedes-Benz S 500 Intelligent DriveÄhnliches wollten die Mercedes-Ingenieure demonstrieren, die sich im Sommer 2013 auf die mittlerweile als Touristikstraße ausgeschilderte Bertha-Benz-Route begeben haben. Anders als die Frau des Automobil-Erfinders, die ihren Treibstoff noch unterwegs in der Apotheke kaufen und eine Benzinleitung mit ihrem Strumpfband reparieren musst, hatten die Daimler-Wissenschaftler während der Fahrt aber gar nichts zu tun - sie ließen sich von der S-Klasse Intelligent Drive rein autonom ans Ziel bringen.

Gut einhundert Kilometer lang ist die Strecke von Mannheim nach Pforzheim, durch Städte und übers Land, durch Kreisverkehre und kleine Dörfer. Die S-Klasse mit Autopilot hat diese Strecke absolviert, ohne dass die Techniker ein einziges Mal eingreifen mussten. Und ohne, dass sie viel Aufsehen erregt haben. Denn im Gegensatz zu manch anderem autonom fahrenden Automobil - wie etwa dem Google-Auto - verzichtet Daimler auf auffällige Radar- und Laseranlagen auf dem Dach.

Viel Radar, viele Kameras

Galerie: Studie Mercedes-Benz S 500 Intelligent DriveDie S-Klasse sieht aus wie alle ihre Brüder und sieht die Umwelt mit Hilfe der - für den Prototyp etwas verbesserten - Stereokamera hinter der Windschutzscheibe und zahlreichen Radarsensoren, die alle auch in der Serienversion für die verschiedenen Assistenzsysteme (Kollisionswarner, Staufolgeassistent, ...) zum Einsatz kommen. Ergänzt wurde die Technik um ein paar weitere Radare und zwei zusätzliche Kameras; eine auf dem Armaturenbrett für die Ampeln, eine auf der Hutablage für die genaue Positionsbestimmung.

Unerlässlich für das autonome Fahren ist nämlich, dass die S-Klasse auf den Zentimeter genau weiß, wo sie ist. Dafür sind herkömmliche GPS-Systeme zu ungenau und der Mercedes muss seine Position selbst mit Hilfe der Kameras exakt bestimmen. Das wiederum erfordert jede Menge Rechenleistung, weshalb der Kofferraum der Luxuslimousine auch mit Technik vollgestopft ist.

Kleine Missverständnisse

Die aber tut ihren Dienst hervorragend, wie die fehlerfreie Testfahrt eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Nur mit den Tücken der zwischenmenschlichen Kommunikation haben die Computer noch ihre Probleme, wie Dr. Weber, Vorstand für Entwicklung bei Daimler, zugibt. So hielt die selbstfahrende S-Klasse-artig an einem Zebrastreifen an, da sie am Straßenrand eine Passantin entdeckt hatte. Die aber wollte die Fahrbahn gar nicht überqueren und winkte den Wagen vorbei - der aber stur stehen blieb und darauf beharrte, die Weiterfahrt erst dann anzutreten, wenn die Dame über den Zebrastreifen gegangen ist.

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Bis zur Serienreife werden solche kleinen Missverständnisse aus dem Weg geräumt sein, allerdings muss man sich noch ein wenig gedulden, bis das völlig autonome Fahren tatsächlich Realität wird. Zumindest für das in drei, vier Jahren kommende Facelift der soeben vorgestellten S-Klasse musste Dr. Weber eine Absage erteilen. Allerdings wird es immer weitere Fortschritte geben. So plant Mercedes-Benz zunächst, das Tempolimit für den Staufolgeassistenten, also das autonome Pilotieren im Kolonnenverkehr, anzuheben und will schon bald einen Parkplatz-Piloten bringen, der den Wagen in Schrittgeschwindigkeit selbsttätig durch unübersichtliche Parkplätze und in die Lücke manövriert.

Drei Hürden

Neben den beiden Problemen, dass besseres Kartenmaterial und mehr Rechenleistung benötigt wird, stehen die Entwickler noch vor einer dritten, nicht minder hohen Hürde: der Politik. Denn für das völlig fahrerlose Fahren müssen so einige Gesetze geändert werden und wirft die Technik viele Fragen auf. Darf der Gefahrene beispielsweise betrunken sein, oder müsste er in der Lage sein einzugreifen? Erst wenn diese drei Steine aus dem Weg geräumt sind, bricht das Zeitalter selbstfahrender Autos. Heute will Mercedes-Benz nur so viel verraten, dass wir nicht mehr ewig auf den Intelli-Benz warten müssen.

 
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