Anfang März öffnet der Auto-Salon seine Pforten. Wir verraten Ihnen bereits vorab viele der großen Premieren-Stars der Messe.
Geht es nach Murat Günak, den ehemaligen Volkswagen-Chefdesigner, wird die Automobilwelt ab 2009 ökologisch korrekter. Zumindest wenn man „seinen“ zweitürigen Mindset kauft. Diesen möchte der Wahl-Luzerner nämlich schon in einem Jahr an Kunden ausliefern. Ein neuartiges Hybridsystem, leichte Materialien und klares Design sind gute Argumente.
Mindset nennt sich die Firma von Murat Günak. Mindset nennt sich auch das erste Konzept-Fahrzeug, das der schweizer Hersteller nun passend zum Hype um den Genfer Autosalon der Weltöffentlichkeit präsentiert.
Alles etwas anders
Grundüberlegung von Günak war es, ein völlig neuartiges Fahrzeugkonzept zu konstruieren. Denn laut Günak gehen alle großen Automobilhersteller derzeit den falschen Weg, wenn sie das Thema „Umweltautos“ anfassen. Die Autos der Zukunft müssen leichter und einfacher werden. Mindset zeigt, wie das korrekte urban-future-car aussehen sollte. Das Automobil muss wieder einfacher werden. Die komplizierten Neufahrzeuge geben den Kunden keinen nennenswerten Vorteil mehr. Zurück zu den Wurzeln des Autofahrens also?
2+2-Sitzer
Schon äußerlich hebt sich der rund 800 Kilogramm leichte Mindset deutlich von den derzeit erhältlichen Mainstream-Fahrzeugen ab, und das im doppelten Sinne. Denn zum einen kommt die Front der Studie nahezu ohne Kühllufteinlässe aus und zum anderen wirkt der Wagen ziemlich hochbeinig – das erleichtert das Entern des nur 1,40 Meter flachen Fahrzeugs. Hinzu kommt die etwas Sarkophag-ähnliche Coupé-Silhouette. Alles zusammen bietet beste Voraussetzungen für eine perfekte Aerodynamik und damit hohe Energieeffizienz. Die frei stehenden Hinterräder verleihen dem 4,20 Meter langen Mindset zusätzlich eine eigenwillige Optik. Die vorderen Kotflügel wurden stark akzentuiert, das bewirkt trotz schmaler Pneus eine kraftvolle und sportliche Optik.
Im Kern besteht der 2+2-Sitzer aus Aluminium. Genauer: Er besitzt einen Alu-Space-Frame, etwa nach Vorbild einiger Audi-Modelle. Die Karosseriematerialien sind ein Konglomerat aus verschiedensten Verbundwerkstoffen, die eine Symbiose aus Leichtigkeit und Haltbarkeit bieten sollen.
Extreme Reifen
Ungewöhnlich sind auch die extrem schmalen und großen Reifen. Ihr einzigartiges Format misst 155 Millimeter in der Breite und satte 22 Zoll in der Höhe. Dadurch ergeben sich geringe Roll- und Luftwiderstandswerte.
Reduziertes Innenraumdesign
Im Interieur setzt sich das zukunftsweisende Design fort. Eine reduzierte Innenraumarchitektur erinnert ein wenig an den Bauhaus-Stil. Vorne gibt es eine gewichtsparende Doppelsitzbank statt der sonst üblichen zwei Einzelsitze. Die Anpassungsfähigkeit des Innenraums soll Maßstäbe setzen und sich an den Bedürfnissen der Passagiere orientieren, nicht umgekehrt. Im Fond des Zweitürers befinden sich wahlweise zwei weitere Sitzplätze, die bei Nichtgebrauch auch in Kürze entfernt werden können. Die Materialien sollen Premiumansprüchen gerecht werden, das Platzangebot dank der 2,76 Meter Radstand ebenfalls.
Visionärer Antrieb
Visionär ist auch das Antriebssystem des Mindset. Im Bug sitzt ein 95 PS starker Elektromotor, der stets 220 Newtonmeter Drehmoment zu den Vorderrädern schickt. Das Kraftwerk, mit Strom aus hochwertigsten Lithium-Ionen-Akkumulatoren versorgt, soll den Alurenner nahezu geräuschlos in sieben Sekunden auf 100 km/h beamen. Als Maximaltempo werden abgeregelte 140 km/h anvisiert. Das reicht, um im meist tempobegrenzten Weltautobahnnetz im dichten Verkehr flott mitschwimmen zu können.
Akku für 100 km
Eine Akku-Ladung soll für mindestens 100 Kilometer Fahrstrecke ausreichen. Optional wird es eine Fahrzeug-Außenhaut mit Solarzellen-Technik geben. Sie könnte dem Elektroantrieb unterstützend unter die Arme greifen und so einige Extra-Kilometer völlig emissionsfreie Fahrt garantieren. Schubenergierückgewinnung hilft beim Gaswegnehmen zusätzlichen Strom zu sichern.
Ganz ohne „Umweltverschmutzung“ kommt aber auch der Mindset nicht aus. Rund zwei Stunden soll eine Akku-Vollladung an der Haussteckdose dauern. Wird diese sinnvollerweise mit Ökostrom erzeugt, kann der CO2-Wert auf lediglich einen Gramm pro Kilometer sinken.
Otto kann rein
Nächste Vision von Günak und seinen Leuten ist das zusätzliche Antriebsaggregat, das im Heck untergebracht werden kann. Auf Wunsch werkelt dort ein etwa 700 Kubikzentimeter kleiner V2-Direkteinspritz-Benziner der von einem 30-Liter-Tank gefüttert wird. Er soll rund 25 PS leisten und den benötigten Strom für den Elektroantrieb praktisch „on-board“ generieren. Dadurch lässt sich die theoretische Reichweite des Mindset auf rund 800 Kilometer strecken. Nachteil: Der Motor benötigt Superbenzin. Vorteil: Nur 3,8 Liter werden für 100 Kilometer gebraucht (70 g/km CO2).
Mindset möchte jedoch, dass dieser Motor eher als Notbehelf angesehen wird, da die Haupt-Arena des Autos urbane und dicht bevölkerte Gegenden sein werden. Hier sind Reichweiten von 100 Kilometer, die der Elektromotor schafft, vollkommen ausreichend. Der mit Tanksystem rund 100 Kilogramm schwere Verbrennungsmotor soll daher eher als Mietangebot in der Werkstatt stehen und nur bei Bedarf, innerhalb weniger Minuten, ins Auto montiert werden. Eine geniale Idee! Damit rechnet der Mindset mit überholten Mobiltätsgedanken gnadenlos ab.
Sicherheit wichtig
Selbstverständlich legen Günak und Kollegen höchsten Wert auf Insassen-Sicherheit. Ein Fahrzeug ohne die nötigen Sicherheitssysteme lässt sich heutzutage fast nicht mehr vermarkten. Vier Sterne im Euro NCAP-Chrashtest sind angepeilt und eigentlich unumgänglich. Hilfreich für dieses Vorhaben ist der Aluminium-Space-Frame. Airbags, ESP und vier große dimensionierte Scheibenbremsen mit ABS sollen ebenfalls zum Sicherheitspaket gehören.
Fester Glaube
Den Preis für eine Akku-Ladung – sprich 100 Kilometer – beziffert Mindset mit unschlagbar günstigen 1,85 Eurocent. Über den Kaufpreis des voraussichtlich ab Herbst 2009 erhältlichen Stromers geben die Eidgenossen noch keine exakte Auskunft. Schätzungsweise ab gut 30.000 Euro erscheinen realistisch. Ach ja, Mindset kann man übrigens mit „fester Glaube“ übersetzen. Den Glauben an das Gute im Auto vielleicht? (mb)
Anfang März öffnet der Auto-Salon seine Pforten. Wir verraten Ihnen bereits vorab viele der großen Premieren-Stars der Messe.
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08.02.2012
Hmmm... Betriebsrat: GM plant keine Opel-Werksschließung... http://t.co/px1ERukL @autohausonline (tw)
08.02.2012
Hmmm...GM droht Opel mit Werksschließungen http://t.co/40TaEOMa @automobilwoche (tw)
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