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Galerie: Studie Renault Scénic ZEV H2

Studie: Renault Scénic ZEV H2

Fahren mit Wasser

03.07.2008

Die Entwicklung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen läuft schon einige Jahre, doch mit einer Markteinführung wird es wohl noch dauern. Mercedes bewies 2002 Weitsicht und zeigte die Kleinserie F-Cell auf Basis der A-Klasse. Andere Hersteller wie Opel und BMW folgten und fahren bereits mit einer Versuchsflotte. Nun kommt die Renault-Nissan-Allianz mit dem Prototyp Scénic ZEV H2.

ZEV H2 bedeutet Zero Emission Vehicle Wasserstoff. Dabei nutzt die Technikkooperation von Renault und Nissan als Antriebsquelle einen selbst entwickelten Brennstoffzellen-Block, auch Stack genannt. Dieser wird von einem Hochdruck-Wasserstoff-Tank mit Treibstoff versorgt und pumpt Energie in kompakte Lithium-Ionen-Batterien, die wiederum den Elektromotor antreiben.

Akzeptable Fahrleistungen

Galerie: Studie Renault Scénic ZEV H2Der Wasserstoff liefert dabei die Energie für den Elektromotor, der den ZEV H2-Scénic 122 PS stark macht und ihn bis auf 160 km/h antreiben soll. Den Sprint bis 100 km/h schafft der Scénic schon jetzt in gut 14 Sekunden. Das alles geschieht völlig geräusch- und emissionsfrei. Lediglich die Abroll- und Windgeräusche sind für Passagiere und Passanten zu vernehmen. Die Reichweite mit einer Wasserstofffüllung liegt derzeit bei rund 350 Kilometern. Die Reichweite lässt sich jedoch bald auf rund 500 Kilometer ausweiten, wenn der 350-bar-Wasserstofftank gegen eine neuere 700-bar-Anlage ausgetauscht wird.

Höherlegung notwendig

Galerie: Studie Renault Scénic ZEV H2Aufgrund der komplexen Wasserstofftechnik wurde das Fahrzeugniveau des Wasserstoff-Scénic um rund 60 Millimeter angehoben. Im Innenraum entstehen dadurch keinerlei Kompromisse für die Passagiere. Mercedes hatte bei der A-Klasse von Anfang an das H2-Konzept berücksichtigt, daher wurde der Motor in einer Unterflur-Bauweise installiert. Damit ist praktisch wie bei einem Sandwich Platz zwischen Fahrzeugunterboden und Innenraum.

Ein Nachteil der Brennstoffzellen-Technik in Kombination mit einem Elektromotor ist noch das hohe Geicht. So wiegt der ZEV H2 mit 1.850 Kilogramm rund 300 Kilogramm mehr als ein Scénic 1.9 dCi.

Fünf Betriebsmodi

Der ZEV H2 kann laut Renault in fünf Betriebsarten fahren:

  1. Die Batterie versorgt den Elektromotor direkt mit Strom – in diesem Betriebsmodus befindet sich der ZEV H2 stets beim Rangieren sowie bei Schleichfahrt in Innenstädten – ähnlich den Toyota-Hybrid-Modellen.
  2. Der Brennstoffzellenblock versorgt den Elektro-Motor alleine mit Strom: Dieser Modus soll meist bei Konstantfahrt Verwendung finden. Überschüssige Energie wird dabei in die Batterie eingespeist.
  3. Brennstoffzellenblock und Batterie versorgen den Elektromotor: Das ist nur bei Höchstleistung wie Überholmanövern nötig.
  4. Brennstoffzellenblock versorgt Batterie mit Strom: Das geschieht beim Ampelstopp oder ähnlichem.
  5. Elektromotor versorgt Batterie mit Strom und lädt sie auf: Das erfolgt etwa beim Bremsen und im Schubbetrieb, dann fungiert der Elektromotor als Generator und lädt den Akkumulator auf.

Hersteller müssen sich beeilen

Galerie: Studie Renault Scénic ZEV H2Das hört sich alles sehr schön an, doch Zeigen und Reden alleine reicht nicht. Die Hersteller müssen sich mit neuen Technologien beeilen, denn bei dem derzeitigen Rohölpreis ist eine echte, umweltschonende und vor allem bezahlbare Alternative unumgänglich. Denn nicht nur die Deutschen stöhnen an Tankstellen. In den Niederlanden kostet Super-Kraftstoff derzeit gut 15 Cent mehr als in Deutschland. Auch wir müssen uns wohl bald auf 1,70 Euro pro Liter einstellen und die Zwei-Euro-Marke wird sicherlich auch noch geknackt.

Derzeit ist zwar auch Wasserstoff noch sehr teuer, der Preis wird sich aber bei starker Nachfrage senken. Und dass es schon mit Wasserstoff geht, beweisen viele Pilotprojekte. So fahren die Münchener Airport-Busse schon seit einiger Zeit mit dem sauberen Kraftstoff und tanken unweit des Flughafens an einer der rund ein Dutzend vorhandenen Wasserstofftankstellen in Deutschland, denn ähnlich wie bei Erdgas-Fahrzeugen, ist auch bei Wasserstoffautos das dünne Tankstellennetz ein echtes Problem. Rund 45 Wasserstoff-Tankstellen, europaweit allerdings. In Deutschland gibt es derzeit rund zwanzig, die jedoch oft zu Automobilherstellern oder anderen großen Unternehmen wie Linde oder InfraServ gehören.

 
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