Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
Nein, in der Vergangenheit hat sich Kroatien nicht als Autobauer-Nation hervorgetan. Umso eindrucksvoller prescht jetzt die Balkan-Nation mit der Firma Rimac in die Sportwagen-Oberliga vor. Und dort sogar bis weit an die Spitze, denn der emissionsfreie Lambo-Jäger One fährt so ziemlich allen bekannten Hochkarätern davon. Der Flachdach-Stromer ist aber nicht nur saustark und sauschnell, er sieht auch noch atemberaubend gut aus. Auf der IAA 2011 feierte der Prototyp Weltpremiere, 2013 soll der Bau einer Kleinserie starten.
Extrem flach, mit riesigen Leichtmetallrädern, kurzen Karosserieüberhänge, im rassigen Rot und mit diversen Sichtkarbon kündet der Zweisitzer bereits im Stand von seinen außergewöhnlichen Sprinterqualitäten. Hinzu kommen noch leicht futuristisch leuchtende LED-Lichteinheiten vorne und hinten. Und auch in der Flanke fällt ein bläulich illuminierter, oben abgeflachter Kreis auf, der die Steckdose für das Ladekabel umrahmt.
Der Innenraum der Studie gibt sich sportlich eng, ist mit kleinen Monitoren und Farbdisplays im Überfluss bestückt. Klassische Rundinstrumente gibt es keine mehr. Ansonsten wurde das Interieur mit viel beigem Leder ausgekleidet, das im Kontrast zu diversen Rotakzenten steht.
1.088 PS
Beim Rimac One handelt es sich um ein rein elektrisch betriebenes Batteriefahrzeug. Für den Vortrieb sorgen vier wassergekühlte Motoren – für jedes Rad einer. Jeder jeweils an einem Inverter und einem Untersetzungsgetriebe gekoppelte E-Motor leistet 272 PS, was eine Gesamtleistung von 1.088 PS ergibt
Die vier unabhängig voneinander agierenden Motoren bietet zwei gewichtige Vorteile: Neben dem traktionsstarken Allradantrieb bietet der Rimac One die Möglichkeit, bei jedem Rad die Drehmomentverteilung unabhängig zu dosieren. Dank einer Torque-Vectoring-Funktion können so in Kurvenfahrten zum Beispiel die äußeren Räder schneller drehen, wodurch sich das Fahrzeug williger in die Biegung hineinzieht.
2,8 Sekunden
Versorgt werden die Motoren mit Strom aus einem Lithium-Einsenphosphat-Batterie, die stolze 92 kW/h leisten soll. Zum Vergleich: Beim Tesla Roadster leistet der Akku 54 kW/h. Der Stromspeicher soll den Wagen nicht nur auf höchstes Sportwagen-Niveau katapultieren, sondern auch mit gut 600 Kilometern Reichweite besonders alltagstauglich sein.
Doch noch eindrucksvoller sind die Fahrwerte: Obwohl der Wagen trotz diverser Leichtbau-Maßnahmen immerhin 1,6 Tonnen wiegt, soll er nach nur 2,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 kommen, die Höchstgeschwindigkeit soll bei knapp über 300 km/h liegen. Damit ist der Rimac antrittsstärker als alle anderen Serien-Sportwagen am Markt. Derzeit Schnellster ist der erst kürzlich eingeführte Lamborghini Aventador, der eine Zehntelsekunde länger braucht.
Kleine Stückzahl, hoher Preis
In der Nähe von Zagreb arbeiten derzeit rund 20 Mitarbeiter an dem Projekt Rimac One. Es soll nicht bei dem auf der IAA gezeigten Einzelstück bleiben. Ab 2013 will man mit der Produktion einer Kleinserie starten. 88 Fahrzeuge sollen insgesamt entstehen. Über mögliche Preise gibt es noch keine Auskunft, doch dürfte sich der Rimac One den Budget-Möglichkeiten eines Otto Normal deutlich entziehen. Eine siebenstellige Summe wird das ganz sicher fällig. (mh)
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