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Galerie: Studie VW L1

Studie: VW L1

Literleistung

16.09.2009

Noch vor kurzem rühmte sich Toyota mit dem Vier-Liter-Prius eines der sparsamsten Fahrzeug im Portfolio zu haben. Doch mittlerweile bläst den Japaner ein eisiger Wind aus Wolfsburg entgegen. Mit dem Golf Bluemotion hat VW bereits jetzt einen Spar-Wagen im Programm, dass nur 3,8 Liter schluckt. Die Sensation aber steht auf der IAA. Mit dem L1 rückt der Traum vom Ein-Liter-Auto wieder ein Stückchen näher.

Seriennah seien die Teile, aus denen der L1 zusammengesetzt wird, verkündete man bei VW selbstbewusst, und verschweigt doch, wann das Ein-Liter-Auto tatsächlich auf den Markt kommen könnte. Doch wird gemunkelt, dass 2013 ein gutes Jahr für den Beginn der Zukunft wäre.

Beginn der Zukunft

Galerie: Studie VW L1Doch Begonnen hat die Zukunft eigentlich schon vor sieben Jahren. Ferdinand Piëch bestritt 2002 mit einem Prototypen die Strecke Wolfsburg - Hamburg und erzielte einen Verbrauch von rund einem Liter pro 100 Kilometer. Doch allein die Herstellung der Karosserie aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) war seinerzeit aus Kostengründen nicht darstellbar. An der Vision hielt man in Wolfsburg aber fest und präsentiert jetzt mit dem L1 den zweiten Teil des Geniestreichs.

Auch heute, betont Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg, sei es eine gigantische Herausforderung, die Fertigung im Hinblick auf die Kosten in den Griff zu bekommen. Denn wie schon beim ersten Versuch vor sieben Jahren besteht die Karosserie des 3,80 Meter langen, aber nur 1,14 Meter hohen L1 aus CF-Kunststoff. Nur dank dieses extrem leichten Werkstoffes lässt sich das spärliche Gewicht von gerade mal 380 Kilogramm realisieren - 124 Kilogramm davon gehen auf das Konto des Monocoque.

Vom Segelflieger gelernt

Galerie: Studie VW L1Die Zigarren-ähnliche Form des L1 folgt den Grundsätzen der Aerodynamiklehre und orientiert sich am Design kompromisslos windschlüpfiger Segelflugzeuge: Die beiden Passagiere sitzen hintereinander. So lässt sich eine Breite von nur 1,20 Metern realisieren und damit eine äußerst geringe Widerstandsfläche schaffen - der cW-Wert liegt bei 0,195. Auch der Einstieg in die Studie erfolgt, wie beim Segelflieger, über eine seitlich öffnende Dachhaube und auch der Stauraum erinnert an die engen Flugzeuge: Gerade mal 50 Liter Kofferraumvolumen bietet die Studie.

Der Vollhybrid-Antrieb der futuristischen Studie sitzt im Heck, dort sind TDI, Elektromotor und Sieben-Gang-DSG untergebracht. Hauptantriebsquelle ist der neu entwickelte Zwei-Zylinder-Diesel mit Common-Rail-Einspritzung. Abgeleitet ist der 100 Newtonmeter bereitstellende Selbstzünder vom erst kürzlich präsentierten 1.6 TDI. Aus seinen 0,8 Liter Hubraum holt er je nach Betriebsmodus 27 PS im Standard-Betrieb und 39 PS im Sportmodus. Letzterer wird zum Beispiel zum Erreichen der Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h aktiviert. Die Beschleunigung von Null auf 100 gibt VW mit gut 14 Sekunden an.

Rein elektrisch fahrbar

Galerie: Studie VW L1Unterstütz wird der mit Stopp-Start-Technik ausgerüstete Diesel von einem 14 PS starken Elektromotor, der seine Kraft aus einer Lithium-Ionen-Batterie saugt, die in der Front untergebracht ist und auch für die Versorgung des 12-Volt-Bordnetzes verantwortlich zeichnet. Der E-Motor greift beim Beschleunigen und im Normalbetrieb helfend ein und kann das anliegende Drehmoment um rund 40 Prozent steigern.

Doch der E-Motor kann nicht nur zusätzlich agieren sondern den L1 auch autark antreiben. Kurze Distanzen können also rein elektrisch zurückgelegt werden. Außerdem dient er in Brems- und Schubphasen als Generator, der die Batterie wieder auflädt und so den Dieselmotor zusätzlich entlastet.

Minimaler Verbrauch

Das Zusammenspiel von optimaler, aerodynamischer Karosserie und effizientem Diesel-Hybrid resultiert in einem vorbildlich niedrigen Spritkonsum. Gerade mal 1,38 Liter soll der L1 auf 100 Kilometer verbrauchen und umgerechnet nur 36 Gramm CO2 pro 1.000 gefahrene Meter emittieren. Dementsprechend klein ist auch der Tank: Nur zehn Liter Diesel hat der L1 an Bord, die aber für rund 670 Kilometer Reichweite gut sein sollen. (mg)

 
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